Heinrich Schlange-Schöningen Books



Das Zeitalter Diokletians und Konstantins
Bilanz und Perspektiven der Forschung. Festschrift für Alexander Demandt
- 358 pages
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Diokletian, der letzte Christenverfolger, und Konstantin, der Begründer des christlichen römischen Staates, sind seit langem Gegenstand intensiver althistorischer Forschung. Ihre politischen und religiösen Ziele werden immer wieder neu interpretiert, was zu Kontroversen führt. Der Band zeigt, wie weit die Forschung von einvernehmlichen Ergebnissen entfernt ist, und eröffnet Perspektiven für die zukünftige Forschung. Die Krisenzeit des späten 3. und frühen 4. Jahrhunderts n. Chr. ist entscheidend für die Geschichte des Römischen Reiches, wobei Diokletian und Konstantin eine besondere Rolle spielen. Konstantins prochristliche Religionspolitik steht in klarem Gegensatz zur seines Vorgängers. Die politischen und persönlich-religiösen Motive, die die beiden Kaiser zum Handeln bewegten, sowie die Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf Staat und Gesellschaft sind umstritten. Der Band zielt darauf ab, auf verschiedenen Forschungsfeldern zur Spätantike Bilanz zu ziehen, kritisch mit den bisherigen Ansätzen umzugehen und neue Perspektiven zu entwickeln. Die zwölf Beiträge behandeln zentrale Aspekte der Religions- und politischen Geschichte, basierend auf literarischen, epigraphischen und numismatischen Quellen. Im Fokus stehen die Tetrarchie unter Diokletian, Konstantins Religionspolitik und die Folgen der "konstantinischen Wende" für die Spätantike bis zu Kaiser Justinian.
Theodor Mommsen, der 1902 für seine „Römische Geschichte“ den Literaturnobelpreis erhielt, gehört zweifellos zu den herausragendsten Figuren der deutschen Geschichtswissenschaft. Sein wissenschaftliches Werk ist ebenso beeindruckend wie grundlegend und findet bis heute Anerkennung: Jede Beschäftigung mit der römischen Geschichte führt zu ihm. Doch nicht nur als Historiker und Wissenschaftsorganisator hat Mommsen Bedeutendes geleistet, als überzeugter Liberaler hat er auch energisch in die politischen Fragen seiner Zeit eingegriffen. Nicht ohne Konsequenzen: So bezahlte er seine Teilnahme an der Revolution von 1848 mit dem Verlust der Professur in Leipzig. Später hat sich Mommsen mit Bismarck auseinandergesetzt und im ‚Antisemitismusstreit‘ von 1879/80 gegen Treitschke Stellung bezogen. Der vorliegende Band vereinigt Vorträge namhafter Wissenschaftler aus Deutschland, Italien und Norwegen, die aus Anlass des 100. Todestages von Theodor Mommsen am 1. November 2003 an der Freien Universität Berlin gehalten wurden. In ihren ebenso informativen wie anschaulichen Beiträgen würdigen die Autoren die vielfältigen Aspekte der Persönlichkeit und des Wirkens Theodor Mommsens – von seinen wissenschaftlichen Leistungen über sein politisches Engagement bis hin zu seinem Privatleben und dem Urteil der Nachwelt – und vermitteln so ein lebendiges, facettenreiches Bild dieses großen Gelehrten und seiner Zeit.