"Jeder Staat wird auf Gewalt gegründet." Dieses Zitat von Leo Trotzki verdeutlicht den normativen Charakter kommunistischer Herrschaft und deren Expansion. Mit der Machtergreifung der Bolschewisten im Oktober 1917 wurde das Russische Zarenreich in eine kommunistische Ein-Parteien-Diktatur verwandelt, was auch Europa grundlegend veränderte. Anlässlich des 100. Jahrestages des Oktoberputsches organisierte die Technische Universität Chemnitz eine Konferenz, die interdisziplinär die Ereignisse von 1917 und deren Bedeutung für post-sowjetische und europäische Gesellschaften behandelte. Die Beiträge thematisieren nicht nur das Revolutionsgeschehen, sondern auch die Verantwortung von Lenin und Stalin für die bolschewistischen Verbrechen. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion ist die Erkenntnis eines schleppenden interkulturellen Dialogs über die bolschewistischen Massenmorde. Trotz unterschiedlicher Interpretationen des Revolutionsgeschehens bleibt festzustellen: 1917 war eine Weltwende. Der Band umfasst verschiedene Perspektiven, darunter ideologische Grundlagen, die Rolle von Terror und Gewalt sowie aktuelle Herausforderungen im Umgang mit der Geschichte. Themen wie die Kanonisierung von Neumärtyrern in der Russisch-Orthodoxen Kirche und die Erforschung von Ermittlungsakten werden ebenfalls behandelt. Die Autoren bieten tiefere Einblicke in die komplexen Zusammenhänge von Revolution, Ideologie und deren langfristigen Auswirkungen
Stefan Garsztecki Books





Stefan Garsztecki verbindet historische politische Traditionen mit aktuellen Trends in Ostmitteleuropa. Er analysiert Länder wie Polen, Ungarn und die Ukraine und stellt acht Leitideen vor, um Unterschiede zu westlichen Staaten aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Überwindung der Kluft zu bieten. Ein wertvoller Beitrag für Historiker und Politikwissenschaftler.
Brennpunkte der »neuen« Rechten
Globale Entwicklungen und die Lage in Sachsen
In den letzten Jahrzehnten hat die sogenannte »neue« Rechte in Deutschland sowie in Europa und Amerika an Sichtbarkeit und Einfluss in Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit gewonnen. Diese Entwicklung ist eng mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus und der Mobilisierung rechtsextremer Bewegungen verbunden. Die Beiträger*innen analysieren aus soziologischen, politik- und geschichtswissenschaftlichen sowie sozialpsychologischen Perspektiven die jüngsten Entwicklungen im Feld der »neuen« Rechten. Dazu nehmen sie sowohl globale Dynamiken als auch die Situation in lokalen Hotspots in Sachsen in den Blick und bieten so eine umfassende Zusammenschau neurechter Politiken über Ländergrenzen hinweg.
Das Lehrbuch stellt das politische System Polens mit besonderer Berücksichtigung der innenpolitischen Veränderungen seit dem Regierungsantritt der Partei PiS dar. Die Autorin und Autoren analysieren u.a. die Abkehr vom politischen Liberalismus hin zu einer illiberalen Demokratie. Das Buch erläutert insbesondere die politische Institutionen, geht aber auch auf einzelne Politikfelder ein, die für das Verständnis des politischen Systems Polens für deutschsprachige Leser:innen und für die Bewertung des Konsolidierungsgrades der polnischen Demokratie essenziell sind. Zudem werden ältere politische Traditionen erläutert, auf die sich politische Akteure und politischen Institutionen beziehen.