Friedrich Schorlemmer is a German Protestant theologian and a significant figure in the civil rights movement within the German Democratic Republic. Following German reunification in 1990, he has continued his active engagement in political life. His work reflects his profound theological convictions and his dedication to societal issues.
Katholisch: das ist der Papst, das ist Rom - katholisch ist klar. Aber was ist protestantisch? Vielfalt ohne Zentrum? Das Herz des Protestantismus schlägt in seinen zentralen Texten - Friedrich Schorlemmer versammelt sie in diesem Buch. Das sind nicht unbedingt die Bekenntnisschriften, sondern auch Lieder, Reden, Gedichte, die Menschen bewegt haben und noch bewegen, weil sie unmittelbar berühren. Texte, die Geschichte gemacht haben, weil in ihnen die Haltungen zum Ausdruck kommen, die für protestantische Kultur und evangelisches Leben zentral sind. Von Luther bis Sölle: eine lebendige Orientierung für alle, die protestantisch sind. Oder einfach neugierig darauf.
Was von den Träumen blieb Vor der Wende standen sie auf verschiedenen Seiten: Gregor Gysi, Sohn des DDR-Kulturministers Klaus Gysi und Anwalt, und Friedrich Schorlemmer, Pfarrerssohn und Oppositioneller. In diesem sehr persönlichen Gespräch mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt erinnern sich beide an ein verschwundenes Land und wie sie es erlebten. Sie sprechen über das, was Bestand haben wird, aber auch das, was auf den Müll der Geschichte gehört. Gregor Gysi, Sohn des Widerstandskämpfers und späteren Kulturministers der DDR Klaus Gysi, gehörte zu den eher systemnahen, wenn auch von der Nomenklatura beäugten Persönlichkeiten der DDR. Friedrich Schorlemmer, Pfarrer, Oppositioneller, Mitinitiator der Bürgerrechtsbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“, stand der DDR und ihren Oberen immer kritisch gegenüber. Beide erinnern sich an ein schwieriges Land, das sie geprägt hat wie 17 Millionen andere auch. Ohne Scheuklappen und falsche Ressentiments unternehmen sie im Gespräch mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt den Versuch, über das zu sprechen, was bedenkenswert bleibt an dem gesellschaftlichen Projekt, das die DDR gewesen ist. Gerade angesichts eines entfesselten Kapitalismus, der seine Menschen ebenso wie Natur und Umwelt zur Ressource macht, statt sich in deren Dienst zu stellen, ist dieses Buch das notwendige Unterfangen, Alternativen zu beschreiben.
Friedrich Schorlemmer zeichnet ein eindrucksvolles Bild von Albert Schweitzers Leben und Wirken, dessen Ethos universelle Bedeutung hat. Schweitzer war ein Mann des Geistes und der praktischen Tat, geprägt von Genügsamkeit und Bescheidenheit. Er nutzte seine Autorität, strebte jedoch nie nach Macht oder verband sich mit Mächtigen. Trotz seiner Ehrungen und Titel kritisierte er Krieg und Massenvernichtungswaffen und appellierte an die individuelle Verantwortung für die Schöpfung.
Für Schweitzer war geistige Arbeit eine Quelle moralischer Gesundheit, und Musik war sein Lebenselixier. Ruhm als Theologe, Philosoph und Organist genügte ihm nicht, solange Menschen litten und vergessen wurden. Er dachte global und handelte lokal, indem er die Missionsstation Lambaréné im zentralafrikanischen Regenwald aufsuchte. Dort entwickelte er die „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“, die im Kalten Krieg zu seiner Waffe gegen Atomwaffenversuche wurde. Der Kampf gegen Hunger und Armut sowie die Zerstörung der Erde ist noch nicht gewonnen. Schweitzers Credo vom Leben als Ganzes bleibt aktueller denn je.
„Lass es sein, es hat keinen Zweck!“ – gegen solch resignative Lebens- und Redensart wendet sich dieses Buch. Friedrich Schorlemmer folgt der Maxime „Lass es gut sein und lass es gut werden.“ Aus genauen Beobachtungen gewinnt er Orientierungshilfen, die dem Einzelnen Halt und Hoffnung geben. Er macht Mut zu einem gedeihlichen Umgang mit der Natur, mit sich selbst und anderen, auch mit Gegnern und Fremden. Nöte und Ängste nicht verschweigend, schärft er eine Gelassenheit ein, die unsere Tatkraft stärkt.Die in ihren Grundlagen gefährdete Erde verlangt allen mehr Rück-Sicht und mehr Weit-Blick ab. Was jeden von uns trägt, kann nur das sein, was uns alle gemeinsam trägt, prägt und bindet. Das Leben kann gelingen, wenn wir uns unserer Vergänglichkeit bewusst bleiben, unser Land lieben, Toleranz üben und die Wahrheit suchen, Widerstand gegen alles Lebensfeindliche leisten und uns mit anderen kompromissbereit einigen lernen.