Die Frage der Arbeitszeit polarisiert: Arbeitgeber und Standortvertreter kritisieren, dass sie nicht lang und flexibel genug sei, was die Wettbewerbsfähigkeit gefährde. Gewerkschaften hingegen sehen in einer zu langen Arbeitszeit ein Hindernis für die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit. Beschäftigte klagen über fehlende Souveränität in der Arbeitszeitgestaltung sowie über wachsenden Druck. In dieser widersprüchlichen Lage stellt sich die Frage, wie eine gemeinsame arbeitszeitpolitische Offensive der ver.di-Gewerkschaften aussehen kann. Nach einer ersten tarifpolitischen Tagung zu Niedriglöhnen haben die Gewerkschaften DAG, DPG, HBV, IG Medien und ÖTV im März 2000 in Frankfurt am Main über ihre Positionen zur Arbeitszeit diskutiert. Die zentralen Ergebnisse dieser Diskussion sind dokumentiert. Thematisiert wurden unter anderem: Arbeitszeitverkürzung mit und ohne Lohnausgleich, Teilzeitarbeit und deren Auswirkungen auf Frauen und Männer, die Verbindung zwischen Arbeitszeitpolitik und Beschäftigung, sowie die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die Souveränität der Beschäftigten. Weitere Aspekte waren Weiterbildung, Überstunden und verschiedene Modelle der Arbeitszeitgestaltung, von Arbeitszeitkonten über Blockfreizeiten bis hin zu Sabbaticals.
Peter Blechschmidt Book order


- 2001
- 1999
Die fünf Gewerkschaften, die sich zur Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver. di) zusammenschließen – DAG, DPG, HBV, IG Medien und ÖTV – haben das Thema Niedriglohn frühzeitig zu einem Schwerpunktthema ihrer politischen Arbeit gemacht. Die am 1. und 2. Juni 1999 veranstaltete tarifpolitische Konferenz unter der Themenstellung 'Perspektiven für mehr Beschäftigung' fand zu einem Zeitpunkt statt, in der die Niedriglohnsubventionskonzepte sowohl in den Gewerkschaften als auch in der Öffentlichkeit breit diskutiert wurden. Die Konferenz hat deutlich gemacht, worin die Gefahren einer Ausweitung des Niedriglohnsektors bestehen würden – und zwar nicht nur für die Tarif- und Entgeltstrukturen, sondern auch für den Bestand noch existenzsichernder Arbeitsplätze. In einer offenen und kritischen Auseinandersetzung mit Vertretern der unterschiedlichen Standpunkte kamen die unterschiedlichen Positionen aus Politik, den Gewerkschaften und der Wissenschaft zu Wort. Ihre Veröffentlichung in diesem Buch bietet einen konzentrierten Überblick über den Stand der Niedriglohndebatte. Die Veröffentlichung dieses Bandes dient nicht nur der Dokumentation der ersten Tarifpolitischen Konferenz, sondern ist auch als Beitrag zur Entwicklung eines programmatischen Profils der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft zu verstehen.