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Matthias N. Lorenz

    Nicolas-Born-Preise 2022
    POSITION UND STIMME DES OPFERS
    • POSITION UND STIMME DES OPFERS

      Literaturwissenschaftliche Beiträge zu einer kontroversen Figur

      • 300 pages
      • 11 hours of reading

      Das Opfer ist als kulturelle Imagination eine umkämpfte Deutungsfigur. Die künstlerischen und kulturellen Vorstellungen des Opfers bringen vielfach auch eine Interpretation von Unrecht, Gewalt und Unterdrückung hervor, die Fragen der Gerechtigkeit und Wiedergutmachung aus der Perspektive vermeintlich machtloser Betroffenheit adressieren. Zugleich erweist sich gerade die Literatur als ein Medium, in dem die mit dem Opfer verbundenen etablierten stereotypen Zuschreibungen und tradierten Narrative nicht nur weitergegeben, sondern produktiv unterwandert und in ihr Gegenteil gewendet werden können.In diesem Spannungsfeld lenken die Beiträge des Bandes den Blick über ein Verständnis des Opfers als (quasi-)religiöse Handlung und Gabe hinaus auf die Position und Stimme der Geschädigten. Sie fragen danach, welche kulturellen Funktionen Opfernarrative im 20. und 21. Jahrhundert erfüllen.

      POSITION UND STIMME DES OPFERS
    • Nicolas-Born-Preise 2022

      an Dorothee Elmiger und Yade Yasemin Önder

      • 48 pages
      • 2 hours of reading

      Mit dem Nicolas-Born-Preis 2022 zeichnet das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger aus. Ihre Romane »Einladung an die Waghalsigen« (2010), »Schlafgänger« (2014) und »Aus der Zuckerfabrik« (2020) sind hochliterarisch und welthaltig zugleich, wenn sie den Kolonialismus, weibliches Begehren, Krieg, Flucht oder die Klimakatastrophe thematisieren und sich dabei in einem dichten Gefüge aus selbstkritischer Befragung, Intertextualität und politischem Impetus bewegen. Ihr Roman »Die Holländerinnen« (2025) wurde 2025 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Yade Yasemin Önder erhält den Nicolas-Born-Debütpreis für ihren Roman »Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron« (2022), ein Adoleszenz-Roman, ein Familiendrama mit grotesken Zügen, eine facettierte Betrachtung fataler Sozialisierung junger Frauen, eine Krankheitsgeschichte – vor allem aber ein sowohl überraschendes wie überzeugendes Stück Literatur.

      Nicolas-Born-Preise 2022