Atlas of Poetic Botany
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Botanical encounters in the rainforest: trees that walk, a leaf as big as an awning, a plant that dances.






Botanical encounters in the rainforest: trees that walk, a leaf as big as an awning, a plant that dances.
In diesem Buch erfahren wir von der chemischen Sprache der Bäume, mit der sie sich gegenseitig vor Schädlingen warnen, von bis zu 400 Meter langen Lianen, denen die Bäume als Stützen dienen, von durch Pflanzen vorgetäuschten Insekteneiern und vom millionenjährigen Kampf zwischen der Passionsblume und der gefräßigen Raupe des Schmetterlings Heliconius. Schließlich erklären uns Jacquet und Hallé, was in den 700 Jahren geschieht, die ein tropischer Urwald braucht, um neu zu wachsen. Der tropische Urwald ist ein einzigartiger Lebensraum. Nichts auf der Erde kommt ihm an Artenvielfalt gleich. Erst heute beginnen wir zu ahnen, wie in diesem ungeheuer komplexen Ökosystem alles pflanzliche und tierische Leben zusammenhängt.
Ein Expeditionsbericht
Bericht über den abenteuerlichen Einsatz eines mit Helium gefüllten Luftschiffes: Wertvollste Ressoucen von bisher unbekannter Wirkungsweise wurden entdeckt und die unglaubliche Schönheit des gefährdeten Regenwaldes eingefangen.
»Hör mal, Aristoteles, du bist ein großartiger Denker, aber das war eine schlechte Idee!«, so kanzelt Francis Hallé, weltbekannter Botaniker und Biologe sowie führender Experte für tropische Wälder zu Beginn des Buchs den berühmten Philosophen Aristoteles ab. Weil der nämlich einst behauptet hat, dass der Mensch das vollkommenste aller Lebewesen sei, dass er über allen anderen Tieren und erst recht über den Pflanzen stehe. Er zeigt auf, dass viele der heutigen Probleme der Menschheit hätten vermieden werden können, wenn wir nicht dieser irrigen Auffassung gefolgt wären. Denn er zeigt uns anhand vieler Beispiele, wie Bäume, gerade in ihrer hochentwickelten Gesellschaft, dem Wald, etwas leisten, wovon wir mit unseren zerrissenen Gesellschaften nur träumen können. Aber vielleicht können wir noch vom Wald lernen. Das könnte gut für das Überleben unserer Spezies sein.
Urwälder, die nie vom Menschen verändert oder ausgebeutet wurden, sind Juwelen der Natur und Gipfel der Artenvielfalt. Ihr Nutzen ist unschätzbar. Doch in Europa sind sie seit 1850 praktisch verschwunden. Warum sollten wir uns mit dieser Situation zufrieden geben? Die Association Francis Hallé pour la forêt primaire engagiert sich für die Schaffung eines grossen Gebiets (ca. 70’000 Hektar), in dem ein Wald, der in ‹freie Evolution› versetzt wird, seine Fauna und Flora ohne jeglichen menschlichen Eingriff über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten erneuern und entwickeln kann. Für solche langfristigen ökologischen Freiräume setzen sich heute AktivistInnen in ganz Europa ein. Darunter die NGO Wild Card aus England, die mit Aktionen wie «Rewild the Church» Grundbesitzer ganzer Landschaften in die Pflicht nimmt und eine breite Öffentlichkeit für das Potenzial klimarelevanter Bodennutzungen sensibilisiert.