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Stellen Sie sich ein Land vor, in dem man ohne Mietvertrag und ohne Zahlungen für Strom oder Wasser in eine Wohnung einziehen kann, solange man sich polizeilich anmeldet. In der DDR war dies Realität, insbesondere in maroden Altstädten, wo junge, ledige Menschen oft „schwarz“ einziehen mussten, da staatliche Wohnungszuweisungen für sie nahezu unmöglich waren. Diese stillen Einzüge geschahen vor allem in den 1960er Jahren in Städten wie Halle, wo erste Schwarzwohner in zum Abriss vorgesehenen Vierteln lebten. Das Leben in diesen Wohnungen, oft ohne Wasser und mit undichten Dächern, war geprägt von einem ambivalenten Lebensgefühl und der Konfrontation mit einem als „asozial“ bezeichneten Milieu, das alte und kranke Menschen sowie Alkoholiker umfasste. Die Erzählung beleuchtet die Geschichten dieser jungen Menschen, die vor dem kleinbürgerlichen Milieu ihrer Eltern flohen und sich in einer neuen, herausfordernden Umgebung wiederfanden. Archivrecherchen und Interviews in Halle bringen bemerkenswerte Begebenheiten ans Licht, die sowohl unterhaltsam als auch aufschlussreich sind. Zudem wird die Interaktion zwischen Schwarzwohnern und Wohnungsbehörden untersucht, um zu verstehen, warum einige Einzüge mit Räumungen endeten, während andere erfolgreich waren. Der Zeitraum der geschilderten Episoden reicht von 1967 bis 1990 und bietet eine kleine Kultur- und Alltagsgeschichte des Schwarzwohner-Milieus in Halle.
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Leben im Abriss, Udo Grashoff
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- 2011
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