
Parameters
More about the book
Am Nachmittag des 15. Februar 2016 betrat ich den Sitzungssaal eines Hotels in Fukushima, dem gleichen Ort wie vor vier Jahren. Die Präfektur betrieb nun nur noch eine Einrichtung für Gesundheitsuntersuchungen, nachdem das Wort Management aus der Bezeichnung verschwunden war. Im Saal saßen etwa 50 Männer in Anzügen, gefolgt von Journalisten und interessierten Bürgern in legerer Kleidung. Die Distanz zwischen dem Komitee und den Zuschauern war deutlich größer als zuvor; viele Gesichter waren nicht zu erkennen, und ohne Lautsprecher waren die Stimmen unhörbar. Über die Hälfte der Mitglieder des Untersuchungskomitees war ausgewechselt worden, einschließlich des Vorsitzenden Shunichi Yamashita und des Leiters der Schilddrüsenuntersuchungen, Shinichi Suzuki. An diesem Tag wurde berichtet, dass die Zahl der Krebspatienten auf 166 angestiegen sei. Der Zwischenbericht räumte zwar einen signifikanten Anstieg im Vergleich zur landesweiten Statistik ein, leugnete jedoch einen kausalen Zusammenhang mit der Strahlung des Unfalls. Die Argumente waren, dass die Strahlung im Vergleich zu Tschernobyl geringer sei und die Entdeckungszeit der Erkrankungen kurz war. Ein Insider gestand, anfangs nicht an die hohe Zahl der Krebspatienten geglaubt zu haben. Am Ende des Berichts wurde der Verdacht geweckt, dass das Urteil des Komitees bereits vorher feststand.
Book purchase
Die Schattenseiten des Gesundheitsmanagements in Fukushima, K suke Hino
- Language
- Released
- 2017
Payment methods
No one has rated yet.