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Medizinisches Handeln im Nationalsozialismus zeigt im Kontext von Zwangsarbeit einen spezifischen Doppelcharakter: Ausländer mussten Zwangsarbeit im Gesundheitswesen leisten, während der Zugang zu medizinischer Versorgung für Zwangsarbeitende systematisch eingeschränkt war. Die Volkskörper-Ideologie und NS-Rassenhierarchie prägten medizinisches Handeln, während gleichzeitig ein Interesse an der Ausbeutung ausländischer Arbeitskraft bestand. Die Studie bietet einen Überblick über das Ausmaß und die Art von Zwangsarbeit in medizinischen Einrichtungen in Südniedersachsen. Statistische Auswertungen und Tiefenanalysen von Krankenkassendaten beleuchten die gesundheitliche Situation der Zwangsarbeitenden und zeigen, wie rassistische Vorgaben den Zugang zur Gesundheitsversorgung bestimmten. Auswertungen der stationären Versorgung bestätigen diese Befunde anhand der Häufigkeiten, Verläufe und Relationen von Krankheiten bei Zwangsarbeitenden. Biographische Zeugnisse bringen die subjektive Perspektive der Betroffenen in die Analyse ein und erweitern die Ergebnisse. In beiden Funktionen des Gesundheitswesens blieben Zwangsarbeitende in Abstufungen im Objektstatus. Einzelne Aspekte des historischen Befundes sind auch in der gegenwärtigen medizinischen Praxis in Bezug auf besonders gefährdete Migrantengruppen relevant.
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Zwangsarbeit im Gesundheitswesen. Historische und ethische Probleme am Beispiel Niedersachsen (1939-1945), Günther Siedbürger
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