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Der Schnellzug hatte die große Bahnhofshalle erreicht. Herr von Kuffstein stieg aus einem Coupé erster Klasse und kämpfte sich, schwerfällig im dicken Pelz, die Trittbretter hinunter. Er blieb stehen und schaute zur Wagentür. „Na, Urschel-Purschel, mal Trab, die Karre geht weiter!“ Anstatt zu antworten, fiel eine Reisetasche zu Boden, gefolgt von einer Hutschachtel und einer Plaidrolle. Der alte Herr wich rechtzeitig aus und bückte sich, so schnell es seine Korpulenz erlaubte. „Biste denn verrückt, Fröschchen? Du wirfst ja den Leuten Löcher in den Kopf! Lass mal sein, der Schaffner kann uns ja den Krempel ausladen!“ Plötzlich überschlug sich ein Fußsack in der Luft und traf einen Herrn, der neugierig in das Coupé spähen wollte. „Himmeldonnerwetter! Welch eine Unverschämtheit ...“ Kuffstein klopfte ihm auf die Schulter. „Schimpfen Sie doch nicht, alter Freund, es war ja die Urschel-Purschel! Ich habe auch schon die Reisetasche auf die Hühneraugen gekriegt!“ Im selben Moment erschien das entzückende Figürchen Ursula in der Tür, ihr rosiges Gesicht strahlte unter dem dunklen Pelzbarettchen, und sie lächelte mit ihren weißen Zähnen und kokettierten Grübchen.
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Hofluft, Nataly von Eschstruth
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- 2022
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