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Die Fassade des Gasthofs war so schwarz wie die übrigen Häuser der Straße, in der nur ein einziges Fenster Licht zeigte … eben jenes Fenster, das ich mir eingeprägt habe und das ich noch immer vor Augen habe! Das Haus – von dem man nicht sagen konnte, ob dieses Licht wirklich strahlte, denn es wurde durch einen doppelten karmesinroten Vorhang gedämpft, war ein großes Haus mit nur einem, aber sehr hoch gelegenen Stockwerk … »Das ist doch seltsam!«, sagte der Vicomte de Brassard, als spräche er zu sich selbst, »man sollte meinen, es sei immer noch derselbe Vorhang!« Der Ton, in dem er von so einer so einfachen Sache sprach, war meinem Vicomte de Brassard so wenig eigen und überraschte mich so sehr, daß ich plötzlich neugierig war, sein Gesicht sehen zu wollen. Um mir Klarheit zu verschaffen, zündete ich ein Streichholz an, als wolle ich eine Zigarre anzünden. Der bläulich schimmernde Schein durchschnitt die Dunkelheit. Er war bleich – nicht wie ein Toter … sondern wie der Tod selbst…
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Das Fenster mit den roten Vorhängen, Jules Amédée Barbey d’Aurevilly
- Language
- Released
- 2026
- Binding
- (Paperback)
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- Title
- Das Fenster mit den roten Vorhängen
- Language
- German
- Publisher
- JMB Verlag
- Released
- 2026
- Format
- Paperback
- Pages
- 88
- ISBN13
- 9783959450744
- Series
- Tags
- Fiction
- Description
- Die Fassade des Gasthofs war so schwarz wie die übrigen Häuser der Straße, in der nur ein einziges Fenster Licht zeigte … eben jenes Fenster, das ich mir eingeprägt habe und das ich noch immer vor Augen habe! Das Haus – von dem man nicht sagen konnte, ob dieses Licht wirklich strahlte, denn es wurde durch einen doppelten karmesinroten Vorhang gedämpft, war ein großes Haus mit nur einem, aber sehr hoch gelegenen Stockwerk … »Das ist doch seltsam!«, sagte der Vicomte de Brassard, als spräche er zu sich selbst, »man sollte meinen, es sei immer noch derselbe Vorhang!« Der Ton, in dem er von so einer so einfachen Sache sprach, war meinem Vicomte de Brassard so wenig eigen und überraschte mich so sehr, daß ich plötzlich neugierig war, sein Gesicht sehen zu wollen. Um mir Klarheit zu verschaffen, zündete ich ein Streichholz an, als wolle ich eine Zigarre anzünden. Der bläulich schimmernde Schein durchschnitt die Dunkelheit. Er war bleich – nicht wie ein Toter … sondern wie der Tod selbst…