Lahss, ein frühpensionierter Richter, unternimmt eine Reise von Zürich nach Lugano und zurück, während er im Zug über Ortlosigkeit und Zeitlosigkeit nachdenkt. Sein Ziel ist die Konzentration im Grossen Tunnel, wo das Rätsel des Tages gelöst wird und Zeit und Raum aufgehoben sind. In Interlaken lebt der namenlose Ich-Erzähler, der bei seinen Spaziergängen am Brienzer- und Thunersee mit Geh diskutiert. Sie erörtern Beobachtungen und Gedanken über Interlaken und seine Studien. Die Morde an Bundespräsident Christian Landolt und Jean-Claude Lehmann, dem Direktor der Schweizerischen Nationalbank, erschüttern die Welt. Marco Keller, ein junger Parlamentarier und Nachfahre des Schriftstellers Gottfried Keller, macht brisante Entdeckungen, die das Land fundamental verändern werden. Zusammen mit seiner Geliebten, der Russin Anastasija Petrashova, und der Journalistin Franziska Fischer begibt er sich auf eine Reise durch die letzten 200 Jahre und die heutige globalisierte Welt, während sie auf die Protagonisten der Aufklärung stoßen, die zum Schweizer Sonderfall führten. Vor dem Hintergrund der helvetischen Geschichte spiegelt der Autor mit Humor und Spannung die Besonderheiten der Schweiz wider. Als FDP-Parlamentarier hinterfragt er ein gefährliches System, was 2007 im Zuger Parlament zu einem Eklat und einem Redeverbot führte.
Thomas Brändle Books



'Bürger, Anleger und Ökonomen haben sich lange Zeit viel zu wenig mit dem Geld-, Währungs- und Bankwesen befasst, wahrscheinlich eine der mannigfaltigen Ursachen der Finanzkrise.'Peter Kuster, ‹Finanz und Wirtschaft› Wenn das keine Einladung ist?! Hat man uns nicht seit Kindesbeineneingebläut, dass man über Geld nicht spricht? Obwohl wir täglich mit ihm zu tun haben, wissen die wenigsten, was es mit dem Geld auf sich hat. Woher es kommt. Welche Wirkungen es entfaltet. Wieso kann der menschliche Geist es nicht zähmen? Wieso scheint die Vereinigung von Geld und Geist nicht gelingen zu wollen? Die Wissenschaftler Sandra Maß, Hans Christoph Binswanger, Heinzpeter Znoj und Peter Hablützel beleuchten das Tabu aus historischer,ökonomischer, ethnologischer und politischer Sicht. In Kenntnis der vier Impulstexte sind 25 Schweizer Autorinnen und Autoren aufgefordert worden, sich Gedanken über das Geld zu machen und die Leserschaftmit unterschiedlichsten Einblicken, Gedanken, Ansichten, Analysen, Fantastereien, Humoresken, Ideen, Visionen, Diskussionen und Wünschen zu konfrontieren. Neben SchriftstellerInnen kommen imBuch auch Leserinnen und Leser zu Wort, die sich im Blog auf http://themageld. blogspot. com gemeldet haben.
Die rote Karte
- 224 pages
- 8 hours of reading
In der Novelle DIE ROTE KARTE zeichnet Thomas Brändle nicht nur den Aufstieg des Protagonisten Giancarlo zu einem prominenten unbestechlichen Schiedsrichter im argentinischen Fussball, sondern gleichzeitig das eindringliche Bild über die Machenschaften im beliebtesten Sport Lateinamerikas. In der für den Autor typischen Art einer straffen und punktgenauen Sprache schafft er den Spagat zwischen einem hinreissenden Reisebericht über Südamerika und der Novelle mit einer Hauptfigur, die versucht, im brutalen Sportgeschäft mit so etwas wie Moral durchzukommen. Diese Novelle ist auch ein Bericht über Korruption und Wahlmanipulation in der faszinierenden Welt des Königs Fussball. Er basiert auf einer wahren Lebensgeschichte. Argentinien war damals noch eine Militärdiktatur und erst vor Kurzem Fussballweltmeister geworden. Giancarlo war sofort euphorisiert vom pulsierenden Leben in der faszinierenden Millionenmetropole am Rio de la Plata. Die Stadt der guten Lüfte offenbarte sich ihm wie ein einziges grosses Fest. Nach einigen Monaten ging GIancarlo das Geld aus und es stellte sich die Frage, ob er nun nach Europa zurückgehe oder ob er hier eine Existenz für sich fände. Das war der Beginn einer ungewöhnlichen Karriere. Sein Ruf als unbestechlicher, fairer und souveräner Fussballschiedsrichter eilte ihm schon bald voraus und ermöglichte ihm ein Leben, wie er es sich in Europa nicht hätte träumen lassen. Doch dann begann sich Giancarlo mit den mächtigen Bossen des Fussballverbandes anzulegen. Er hatte das erste Mal Partei ergriffen: für seinen besten Freund.