Die städtische Lebensweise ist für viele selbstverständlich und weltweit attraktiv. Studierende, Singles, Familien und Geflüchtete streben nach urbanem Leben, das mit Erwartungen an ein besseres Leben und neue gesellschaftliche Möglichkeiten verbunden ist. Gleichzeitig zeigt sich der urbane Raum jedoch auch in Form von Segregation, überteuerten Mieten und Gentrifizierung. Es gibt einen Mangel an wohnortnahen Arbeitsplätzen sowie das Verschwinden lokaler Geschäfte und Dienstleistungen, was zu einem erheblichen Konfliktpotential führt, das durch den Klimawandel weiter verstärkt wird. Anstatt den Alltag zu hinterfragen, werden technologische Lösungen propagiert oder die Verantwortung an profitorientierte Investoren abgegeben. Oft wird der Status quo beschworen und nach Sündenböcken für Fehlentwicklungen gesucht. In dieser angespannten Situation ist es entscheidend, Klarheit über die Merkmale und das nachhaltige Potenzial einer Stadtgesellschaft zu gewinnen und die gesellschaftlichen Herausforderungen kreativ anzugehen. Die (Re-)Konstruktion von lokaler Urbanität könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.
Wolf-Dietrich Tretsch Book order






- 2023
- 2015
- 2013
Art of Living in a Nihilistic Age- Afterthoughts and Essays
- 2013
Partizipation in der Einwanderungsgesellschaft
- 190 pages
- 7 hours of reading
Anfang des Jahres 2008 demonstrierten vor allem junge Kalkerinnen und Kalker mit Migrationshintergrund über mehrere Tage gegen ihre Benachteiligung in der Einwanderungsgesellschaft. Dazu fanden Demonstrationen, spontane Treffen, Sitzblockaden, Mahnwachen, Diskussionsrunden und weitere Aktionen statt. Die Ereignisse wurden in den Medien auf städtischer, regionaler und nationaler Ebene diskutiert. In dem Forschungsprojekt ging es unter anderem darum, die Perspektiven und Reaktionen der Beteiligten der Demonstrationen und der verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Stadtteil zu untersuchen. Ziel des Projektes war, an dem konkreten Beispiel der Kalker Ereignisse das Potenzial zivilgesellschaftlicher Aktionen von Menschen mit Migrationshintergrund aufzuzeigen.
- 2012
Musik im Orient
- 324 pages
- 12 hours of reading
Die Thematik einer Musik im Orient ist in den betroffenen Disziplinen oft unterrepräsentiert und erfordert von Musikwissenschaftlern und Orientkundlern eine doppelte Kompetenz in ethnologischen und musikalischen Bereichen. Unter der Leitung des Seminars für Orientkunde und des Musikwissenschaftlichen Instituts an der Universität Mainz fand eine Vorlesungsreihe mit international anerkannten Experten statt. Der vorliegende Bericht soll Anstoß für weitere interdisziplinäre Unternehmungen geben, auch wenn das anregende Gespräch, das den meisten Referaten folgte, nicht wiedergegeben werden kann. Ein zentraler Begriff für die Kunstmusik im islamischen Kulturkreis ist der maqam. Um ein umfassendes Bild der lokalen Praxis zu erhalten, müssen jedoch auch volkstümliche musikalische Ausdrucksformen einbezogen werden. Daher bietet der Band ein Spektrum verschiedener Stilebenen. Bei der Frage nach der Transliteration von Termini und Zitaten aus arabischen und kyrillischen Alphabeten haben die Herausgeber die Systeme der einzelnen Beiträge beibehalten. Dank gebührt Caroline Riera für die Organisation der Vortragsreihe, Wolf Dietrich für die fachliche Betreuung und Einleitung, Dorothea Winterling und Sebastian Burkart für die Textgestaltung sowie Tobias Untucht für die Produktion der begleitenden CD. Ein besonderer Dank gilt den Autoren für ihre kooperative Mitarbeit und ihr Verständnis für die Verzögerung der Veröffentlichung. Mainz, im Nov
- 2011
Neue Vielfalt in der urbanen Stadtgesellschaft
- 237 pages
- 9 hours of reading
Urbane Räume sind Transit- und Kontakträume. Hier treffen Differenzen aufeinander, werden Lebensentwürfe ausgehandelt, globale Entwicklungen auf vielfältige Weise lokal interpretiert und in den urbanen Alltag übertragen. Dabei ist die Großstadt nicht nur Hintergrund oder Bühne solcher Prozesse, sondern zugleich Generator und Katalysator von Mobilität. Die Beiträge dieses Bandes zeigen diese mobile Vielfalt und den gesellschaftlichen sowie den politischen Umgang mit ihr aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
- 2010
Urbanes Zusammenleben
Zum Umgang mit Migration und Mobilität in europäischen Stadtgesellschaften
- 261 pages
- 10 hours of reading
Seit der letzten Globalisierungswelle hat sich die (grenzüberschreitende) Mobilität noch einmal erheblich verstärkt. Die Reaktionen hierauf sind unterschiedlich. Während europäische Stadtgesellschaften auf der Alltagsebene auf die Jahrhunderte lang erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt zurückgreifen können und so mit der zunehmenden Diversität überwiegend erfolgreich umzugehen vermögen, orientiert sich die öffentliche Debatte weiter an nationalen Vorstellungen, die dem entgegenstehen. Die Arbeit zeigt auf, wie dringend es geboten ist, sich der bewährten urbanen Kompetenz im Umgang mit Vielfalt zu vergewissern und die Gesellschaft von dort aus neu zu entwerfen.
- 2008
Geschichte und Aktualität der deutschsprachigen Guaraní-Philologie
- 279 pages
- 10 hours of reading
Der Band versammelt 10 Beiträge renommierter Experten zu den sprachlichen Verhältnissen in Paraguay, Bolivien und Brasilien, fokussiert auf die Tupí-Guaraní-Familie. Die Themen beleuchten die Faszination der Europäer für die Eingeborenensprachen seit der Missionierung im 16. Jahrhundert. Im ersten Teil werden frühe Dokumente zu den brasilianischen Indianersprachen, vor allem Varianten des Tupinambá, analysiert. Zudem werden die frühen Karten der Missionare in Paraguay sprachlich ausgewertet und die Beiträge österreichischer und deutscher Missionare zur Kenntnis der bolivianischen Guaraní-Sprachen gewürdigt. Es wird die Bedeutung des Guaraní für die europäische Sprachwissenschaft hervorgehoben sowie die Einwirkung des Spanischen auf das Guaraní systematisch dargestellt. Der brasiliendeutsche Ethnologe Curt Unkel-Nimuendajú wird exemplarisch für seine Rolle in der Guaraní-Sprachforschung vorgestellt. Eine umfassende Beschreibung der Sprach- und Reisehandbücher für Deutsche in Paraguay seit 1890 leitet zum zweiten Teil über, der sich mit dem Guaraní in der Gegenwart beschäftigt. Hierzu gehören die Edition sakraler mündlicher Texte der Izoceño-Guaraní in Ostbolivien und linguistische Überlegungen zur Beschreibung der Sprachstruktur des paraguayischen Guaraní. Der Band schließt mit einem Beitrag zu den Herausforderungen des Guaraní als Unterrichtssprache in Paraguay. Acht Beiträge sind in Deutsch, zwei in Spanisch verfasst.