Public sphere and experience
- 305 pages
- 11 hours of reading
Challenges the very possibility of defining the "public" in any singular or foundational manner.
Oskar Negt is a German philosopher and social theorist in the tradition of critical theory. His work delves into the analysis of society and culture, offering profound insights into the mechanisms of power and ideology. Negt explores how political and social processes are shaped and how they impact both individuals and collectives. His approach is characterized by critical thinking and a pursuit of understanding complex societal phenomena.






Challenges the very possibility of defining the "public" in any singular or foundational manner.
Oskar Negt hat Glück gehabt. Sein Leben könnte als Erfolgsgeschichte erzählt Als jüngstes von sieben Kindern auf einem Kleinbauernhof ohne Bildungsgüter im ostpreußischen Kapkeim aufgewachsen, wurde er zum Repräsentanten der Frankfurter Schule, zum anerkannten, in der ganzen Welt geehrten Philosophen und Soziologieprofessor. Doch Negts Kindheit und Jugend war von schmerzhaften Erfahrungen und Erlebnissen geprägt, von der Flucht mit zwei halbwüchsigen Schwestern in die »Totenstadt« Königsberg und über die Ostsee nach Dänemark, wo er jahrelang in Internierungslagern lebte bis die Familie nahe Ostberlin wieder zusammengeführt wurde. Und dann erneut flüchtete, diesmal Richtung Westen. Erst 1955, zehn Jahre nach dem Aufbruch aus Ostpreußen, fühlt er sich angekommen.Negt nimmt seine individuelle Geschichte zum Anlass, grundsätzliche Fragen zu über das autobiographische Schreiben, über gesellschaftliche Orientierung und persönliche Identität. Er will ergründen, was nötig ist, damit ungünstige Ausgangsbedingungen und traumatische Erfahrungen keinen lebenslangen Opferstatus fixieren. Seine autobiographische Spurensuche weist weit über das eigene Schicksal hinaus.
"Kälte- und Wärmeströme bilden sich im Zentrum der Gesellschaft; was an den Rändern passiert, ist davon abgeleitet. Deswegen bestürzt und erregt Angst, dass wir uns offensichtlich in einem gesellschaftlichen Klima bewegen, in dem die längst vergangen geglaubte Mordlust in den Alltag einzugehen droht." – Das schrieb Oskar Negt 1994 unter dem Eindruck der Ereignisse von Rostock und Mölln. Ein Text, der auch heute noch von bedrückender Aktualität ist.
„Geschichte und Eigensinn“ ist das Hauptwerk einer dreijährigen Zusammenarbeit der beiden Autoren und eine Fortsetzung der kritischen Theorie mit demokratischem Charakter. Insbesondere lesen die Autoren Texte von Marx als Spuren der Geschichte und entwickeln daraus eine Ökonomie der Arbeitskraft oder der menschlichen Eigenschaften, ohne deren Eigensinn die Prozesse der Geschichte nicht zu verstehen wären. „Uns interessiert, was, in einer Welt, in der es offenkundig ist, dass Katastrophen eintreten, die stoffverändernde Arbeit leistet. Das sind die geschichtlichen Arbeitsvermögen: Entstanden aus Trennungsprozessen und bewaffnet mit Eigensinn, der sich gegen die Trennungen wehrt. Vom Leser wird bei diesem Buch Eigeninteresse erwartet, indem er sich die Passagen und Kapitel heraussucht, die mit seinem Leben zu tun haben.“
Statt gesellschaftliche Reformen mit voranzutreiben, gelten die Gewerkschaften selbst in den eigenen Reihen mehr und mehr als Reform- und Wachstumsbremse. Dabei könnten sie, wenn sie denn wollten, gerade in der jetzigen Krise, die einen Umbau der Arbeitswelt und der gesamten Gesellschaft erfordert, Impulse für neues solidarisches Handeln geben. Oskar Negt plädiert in seiner Streitschrift für eine grundlegend neue Zukunftsperspektive. Er fordert Organisationen, die nicht nur die Interessen der Arbeitsplatzbesitzer vertreten, sondern mit einem kulturellen und politischen Mandat die Lebensbedingungen aller Menschen unseres Gemeinwesens mitgestalten.
Entstehung der industriellen Disziplin aus Trennung und Enteignung. Deutschland als Produktionsöffentlichkeit. Gewalt des Zusammenhangs
Das Erbe des Marxismus: Revolutionäre Theorie, Legitimationswissenschaft, Krise und Erneuerung
Die Auseinandersetzung mit Karl Marx und dem Marxismus zieht sich durch Oskar Negts gesamte akademische Laufbahn, beginnend in den 1950er Jahren, als er versuchte, die durch den Nationalsozialismus beschädigte marxistische Tradition wiederzubeleben. Der Band enthält neben Vorlesungsmanuskripten aus den 1970er Jahren auch unveröffentlichte Texte und verstreute Schriften, die thematisch geordnet sind. Negt analysiert zentrale Aspekte der Marx'schen Theorie, darunter das Verhältnis von Ökonomie und Gesellschaft, materialistische Dialektik und die Krise des Marxismus, und bietet somit eine umfassende kritische Perspektive.
Band 2: Philosophie und Gesellschaft: Immanuel Kant
Die Auseinandersetzung von Oskar Negt mit Kants Transzendentalphilosophie wird durch seine marxistische Perspektive geprägt und zieht sich über mehrere Jahrzehnte. In seinen Vorlesungen, die erstmals 1974 und 1975 stattfanden, analysiert Negt die philosophischen Strömungen von Kant bis Hegel und beleuchtet die Entwicklung des philosophischen Selbstbewusstseins der bürgerlichen Gesellschaft. Zudem thematisiert er die kritische Reflexion über die Irrationalität des Bestehenden durch Marx und Freud. Die Aufzeichnungen dieser intensiven Vorlesungen bilden die Grundlage des Buches.
Politik der Ästhetik: Die Romantik
Oskar Negt hat Glück gehabt. Sein Leben könnte als Erfolgsgeschichte erzählt werden: Als jüngstes von sieben Kindern auf einem Kleinbauernhof ohne Bildungsgüter im ostpreußischen Kapkeim aufgewachsen, wurde er zum Repräsentanten der Frankfurter Schule, zum anerkannten, in der ganzen Welt geehrten Philosophen und Soziologieprofessor. Doch Negts Kindheit und Jugend war von schmerzhaften Erfahrungen und Erlebnissen geprägt, von der Flucht mit zwei halbwüchsigen Schwestern in die »Totenstadt« Königsberg und über die Ostsee nach Dänemark, wo er jahrelang in Internierungslagern lebte bis die Familie nahe Ostberlin wieder zusammengeführt wurde. Und dann erneut flüchtete, diesmal Richtung Westen. Erst 1955, zehn Jahre nach dem Aufbruch aus Ostpreußen, fühlt er sich angekommen. Negt nimmt seine individuelle Geschichte zum Anlass, grundsätzliche Fragen zu stellen: über das autobiographische Schreiben, über gesellschaftliche Orientierung und persönliche Identität. Seine autobiographische Spurensuche weist weit über das eigene Schicksal hinaus.
Es gab Zeiten, in denen Vorlesungen nicht schneller Wissensvermittlung dienten, sondern der öffentlichen Entwicklung eines Gedankens. Damit waren sie offen, lebendig und angreifbar. Als solch eigensinnige Unternehmungen sind die Vorlesungen Negts eine Erinnerung an ein zugrunde gegangenes Ideal akademischer Bildung und ein Dokument öffentlicher Wahrheitssuche in der Tradition der Aufklärung. Sie richten sich an alle, die bereit sind, den häufig anstrengenden, bisweilen aber auch heiteren Weg der Reflexion zu gehen. In seinen Vorlesungen aus dem Sommersemester 2001 verfolgt Negt die Anfänge des philosophischen Denkens in Europa bis in die Geografie der hellenischen Welt und bis in die Gestalten der griechischen Mythologie. Weder tritt er dabei mit einer monokausalen Erklärung für die Entstehung abendländischer Rationalität auf, noch ergeht er sich in graecophilen Hymnen auf den ›abendländischen Geist‹. Mit Bedacht lehnt sich Negt vielmehr an Max Webers Begriff der Konstellation an, in welche die Entstehung der Philosophie eingebettet ist: jene berühmte »Verkettung von Umständen«, die den abendländischen Prozess der Rationalisierung beflügelten.
SCHLAGWÖRTERS: AlternativpädagogikS. GlockseeSchuleS. SchlüsselqualifikationenS. ZuverlässigkeitS. GenerationenvertragS. SummerhillS. BegabungS. UngleichheitS. EliteförderungS. AnthropologischS. TvindSchulenS. FreinetS. SisyphosS
Utopien zählen zu den wesentlichsten Kraftquellen jeder Emanzipationsbewegung. Sie entspringen der Empörung über unerträgliche Zustände und öffnen den Blick auf ein gerechtes Gemeinwesen. In ihnen ist die Hoffnung auf Veränderung angelegt, die nur gelingt, wenn aufgeklärtes Denken und politische Urteilskraft zum Zuge kommen. Utopien seien, so Oskar Negt, ein „Antidepressivum“. Doch die realen Marktbedingungen und politischen Wegweisungen der „Tatsachenmenschen“, die er als Verursacher der gegenwärtigen Gesellschaftskrise betrachtet, würden ihn selbst zeitweise in die Nähe von Depressionen bringen!
Was passiert, wenn die Corona-Krise vorbei ist? Sind dann die systemerhaltenden Arbeitnehmer innen, denen jetzt applaudiert wird, auch weiterhin zu gering entlohnt, in prekären Jobs oder durch Einsparungen, die reinen Marktinteressen dienen, an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht? Wann, wenn nicht jetzt, ist es an der Zeit darüber nachzudenken, wie der Wert der Arbeit in Zukunft zu definieren sein wird. Oskar Negt hat 2001 ein brisantes und grundlegendes Werk über das Phänomen Arbeit vorgelegt. Er plädiert für ein grundsätzliches Umdenken, denn für die Zukunftsfähigkeit unserer Demokratie und einer friedlichen und gerecht eingerichteten Welt muss sich Arbeit an der Verantwortung für das Gemeinwesen ausrichten
Die in diesem Band versammelten Aufsätze und Vorträge sollten, laut der „Vorrede“, dazu beitragen, dass die „Linke hierzulande ein positives, inhaltlich gefülltes und in einer geschichtlichen Alternative begründetes Demokratieverständnis“ entwickelt. Die Rede ist also von dem Zusammenhang zwischen Politik, Geschichte und Moral. Die Rede ist von der Misere der bürgerlichen Demokratie in der BRD der 70er Jahre, von den Grundbegriffen des Sozialismus, von den Alltagserfordernissen politischen Handelns im Bildungssektor, an den Schulen und Hochschulen, ebenso wie im Verfassungsbereich, in Fragen der Organisation und bei der Entfaltung sozialistischer und basisdemokratischer Bewegungen.
Was sollen unsere Kinder lernen? Wie sollen sie lernen? Und wo? Schulen sind die entscheidenden Vermittlungsinstitutionen der Generationen, ihnen kommt im europäischen Einigungsprozess eine entscheidende Rolle zu – aber sie sind in einem erbarmungswürdigen Zustand. Mit Blick auf die Umbrüche und Krisen der Gegenwart erweitert Oskar Negt den Horizont, in dem über Lernen und Bildung nachzudenken ist. Erziehung ist für Negt immer auch Erziehung zu Mündigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung. Dem betriebswirtschaftlichen Diktat, dem sich die Bildungsinstitutionen zunehmend fügen und dessen Ziel der allseitig verfügbare, »marktkonforme« Mensch ist, setzt Negt ein Reformmodell angstfreien Lernens entgegen. Kritische Urteilskraft soll erworben, Kreativität und Eigensinn ermöglicht werden. Denn die Schule ist nicht nur für die fachliche Qualifikation der Schüler verantwortlich, sondern auch für ihre Ausstattung mit Kompetenz und Orientierung. Als Kinderstube der Demokratie muss sie einen zentralen Beitrag leisten zum Erlernen des aufrechten Gangs – in Deutschland und in Europa.
Von der bürgerlichen Freiheit: Politische Essays
China und der europäische Mythos der Moderne
German
Versuche über den Büchermacher und das Buch (Festschrift für Günther Busch)
Mit Beiträgen von Walter Boehlich, Silvia Bovenschen, Jürgen Habermas, Melusine Huss, Alexander Kluge, Michael Krüger, Hans-Martin Lohmann, Alfred Lorenzer, Gert Mattenklott, Karl Markus Michel, Tilmann Moser, Oskar Negt, Ulrich K. Preuß, Klaus Reichert, Henning Ritter, Rossana Rossanda, Hannelore Schlaffer, Heinz Schlaffer, Klaus Wagenbach
Europa steht an einem historischen Wendepunkt. Die Krise ist vielschichtig geworden und manch einer läutet dem Gesamtprojekt 'Europa' schon die Totenglocke. Was würden Sie vermissen, wenn es Europa nicht mehr gäbe? Europäerinnen und Europäer aus acht Ländern haben sich in einem gemeinsamen Projekt diese Frage gestellt. Frauen und Männer aus der Arbeitswelt, aus Unternehmenund Gewerkschaften, der Wissenschaft und aus der Bildung haben wichtige europäische Fragen vor ihrem jeweiligen persönlichen und kulturellen Hintergrund ausführlich diskutiert. All diese gemeinsam handelnden Menschen sind Europa, und sie sind sich viel näher und haben viel mehr gemeinsam, als manche Apologeten des Untergangs zu wissen scheinen. Diese zwischenmenschlichen Begegnungen und Gespräche machen Europa auf eine ganz andere Weise erfahrbar als Berichte aus Brüssel. Deshalb umfasst das Buch alle vier Texte der Autoren in insgesamt sieben Sprachen, die man nicht alle verstehen muss, aber vergleichen und einander gegenüberstellen kann. Die Menschen Europas haben mühsam eine gemeinsame Kultur- und Sozialgeschichte erworben – Sie haben Europa längst geschaffen.