Focusing on the historical and comparative aspects of folk narratives, this book explores over one hundred tales from Middle Eastern Muslim literatures that have influenced Western oral traditions. Ulrich Marzolph applies specific criteria to select narratives that either originate from or were transmitted by Middle Eastern sources and recorded by Western narrators in the 19th or 20th century. The work emphasizes the enduring impact of these "Oriental" tales on Western culture, highlighting their significance in popular tradition.
Nasreddin Hodscha ist der zentrale (Anti-) Held humoristischer Anekdoten im gesamten islamischen Raum. Während ihn bisherige Anthologien meist zum "orientalischen Eulenspiegel" stilisieren und damit verharmlosen, wird hier zum ersten Mal ein chronologisch und geographisch umfassendes Porträt dieses weisen und hintergründigen Narren vorgelegt, das auch die sexuellen und skatologischen Aspekte der Volksüberlieferung nicht verschweigt.
Aus der Zeit der ältesten erhaltenen Handschrift von „Tausendundeine Nacht“ stammt das „Buch der wundersamen Geschichten“. Diese Anthologie umfasst 18 faszinierende, lustige und provokante Geschichten, die hier erstmals vollständig übersetzt werden. Damit wird ein bedeutendes Stück arabischer Erzählkunst zugänglich gemacht, das der Faszination und dem Zauber von „Tausendundeine Nacht“ in nichts nachsteht. Die „Neue Orientalische Bibliothek“ präsentiert ein Werk mittelalterlicher arabischer Erzählkunst, das den Vergleich mit seinem monumentalen Verwandten nicht scheuen muss. Die Geschichten, die in einer alten Istanbuler Handschrift erhalten sind, umfassen unter anderem die Erzählung über sechs Männer mit körperlichen Fehlern, die Geschichte von der Nixe Djullanar und die von Abu Muhammad, dem Faulpelz. Einige Erzählungen zeigen, wie Leid in Freude umschlägt, während andere komisch sind, wie die des Webers, der zum Wahrsager wird. Zudem werden eindringliche Einblicke in die oft selten behandelte Welt der arabischen Beduinen gegeben, mit herzzerreißenden Romanzen und erbitterten Fehden. Das Glanzstück der Sammlung, die Geschichte von der männermordenden „Braut der Bräute“, spiegelt männliche Phantasien über die gesellschaftsbedrohende Rolle einer attraktiven und selbstbewussten Frau wider.