Die von Luther und Melanchthon getragene Wittenberger Reformation war nicht zuletzt bestimmt durch die Interaktion einer Gruppe von gleichgesinnten Mitstreitern. Zu diesem Reformatorenkreis gehörte auch Justus Jonas. Er wird in seinen persönlichen Kontexten als Theologe, Exeget und Übersetzer gewürdigt und als juristisch gebildeter Mitarbeiter an den Strukturen der entstehenden reformatorischen Kirche charakterisiert. Schließlich kommt er als Reformator und Prediger im Wittenberger Einflussbereich in den Blick, damals herausgefordert durch die politischen Ereignisse und eingebunden in die an Luthers Tod anschließende Traditionsbildung. So entsteht ein Profil, das Jonas im Wittenberger Reformatorenkollegium einen unverwechselbaren Platz zuweist.
Irene Dingel Books






Matthias Flacius Illyricus
Biographische Kontexte, theologische Wirkungen, historische Rezeption
Die in diesem Band versammelten Beiträge beleuchten Matthias Flacius Illyricus, der in Labin (Kroatien) geboren wurde, aus vier Perspektiven. Der erste Schwerpunkt betrachtet Flacius als »Wanderer zwischen den Welten«, der sich in unterschiedlichen städtischen, politischen und konfessionellen Kontexten behaupten musste. Hierbei wird untersucht, wie kulturelle und soziale Umstände seine geistige und theologische Entwicklung prägten, welche Exilserfahrungen er machte und wie diese seine Haltung zu Heimat und Heimatlosigkeit beeinflussten. Der zweite Schwerpunkt thematisiert Flacius als »Kämpfer für die Wahrheit« und analysiert sein Streben nach theologischer »Wahrheit« als zentrales Element seines Denkens, das auch über Konfessionsgrenzen hinweg Bedeutung erlangte, wie in seinen historischen und hermeneutischen Werken sichtbar wird. Der dritte Schwerpunkt widmet sich Flacius' Netzwerken und beleuchtet bisher unbeachtete Korrespondenzen mit Gelehrten in der Schweiz, Italien, Polen und Ostpreußen. Der vierte Zugang betrachtet die Rezeption Flacius' und die gruppenbildenden Effekte, insbesondere in Österreich, wo seine Anhänger nach Ausweisungen Zuflucht fanden. Auch das Erbe der Flacianer in Slowenien und Kroatien sowie die Entstehung eines möglichen »Flacianismus« werden diskutiert, ebenso wie die Flacius-Biographik des 19. Jahrhunderts.
These twelve essays by international scholars investigate Melanchthon’s theological activities as teacher, confessor of the faith, and defender of his doctrine and ecclesiastical policies as they developed within the context of his service of society and church. In the past quarter century Melanchthon researchers have scrutinized older, mostly negative, interpretations of the Preceptor Germaniae. The editors present in this volume precisely focused appraisals of »Master Philip« in his role as theologian at the university and in the service of his own prince and others. By carefully placing his use of Aristotle, his understanding of the nature of training for pastoral ministry, his biblical exegesis in context, by analyzing four of his attempts to formulate Wittenberg teaching in public confession, by assessing how his own writings took on normative character for the church, and by tracing his thinking on the free will and the Lord’s Supper in the midst of controversy, these authors offer carefully etched portraits of Melanchthon as Preceptor ecclesiae. This volume contributes to the expansion of our understanding of Melanchthon as key figure in the Wittenberg Reformation and the currents of controversy that have long surrounded the interpretation of his contributions.
Includes contributions that deal with the interdisciplinary research on Calvin's work and impact in a European perspective.
Politik und Bekenntnis
- 284 pages
- 10 hours of reading
Der Erlass des Augsburger Interims von 1548 ist als theologie- und insgesamt kulturgeschichtlich bedeutsame Wendemarke anzusehen. Denn nun stand die Integrität von Lehre und Bekenntnis angesichts politisch-militärischer und kirchenpolitischer Bedrohungen in bisher nicht gekannter Weise zur Debatte. Die Spannungen entluden sich in verschiedenen Auseinandersetzungen unter den Augsburger Konfessionsverwandten, die vor allem durch das sogenannte „Leipziger Interim“ Nahrung erhielten, einen von kursächsischer Seite erarbeiteten Text, der als „Gegenentwurf“ zum Augsburger Interim angesehen wurde. Gnesiolutheraner bzw. Flacianer, Melanchthonianer bzw. Philippisten rangen in wechselnden Fronten miteinander um die jeweils als unaufgebbar empfundenen Komponenten dessen, was man als genuin reformatorisch von den Wittenberger Lehrern ererbt hatte oder ererbt zu haben glaubte. Die in diesem Band dokumentierte VI. Frühjahrstagung zur Wittenberger Reformation vom 10. bis 13. März 2005 brachte einen Teil der vielfältigen Zusammenhänge zur Sprache. Neben der Problematik des Interims und seinen territorialen Auswirkungen im engeren Sinne kommen der unmittelbar nach dem Interim aufbrechende sogenannte „Majoristische Streit“ (1552-1558) und der „Synergistische Streit“ (1555-1560/61) in den Blick, und damit ein aussagekräftiger Ausschnitt aus der Fülle der sich lange fortsetzenden Debatten.
Die politische Aufgabe von Religion
Perspektiven der drei monotheistischen Religionen
- 433 pages
- 16 hours of reading
In this volume the authors study the three major monotheistic religions Judaism, Christianity and Islam to determine how they each approach their political roles. They discuss the relationship between religion and politics with a special emphasis: How and why do religions consider it normal to engage in political activities? What is the logic behind their aspiration to take on “political tasks”? The contributions consider the political self-image of these religions and compare them to external perception thereof from a nonreligious perspective.
Georg Major (1502 - 1574)
- 327 pages
- 12 hours of reading
Im Mittelpunkt des Bandes steht mit Georg Major (1502–1574) ein Schüler und Anhänger Martin Luthers und Philipp Melanchthons, dessen Persönlichkeit und Werk bisher vor allem der 'Majoristische Streit' – die Bedeutung der guten Werke im Leben des wiedergeborenen Christen – bestimmt hat. Die Beiträge erschließen Major als Pädagogen und Theologen, als Prediger, Mitglied des Wittenberger Konsistoriums, Professor und langjähriger Dekan der Theologischen Fakultät, als Partner der kursächsischen Religions- und Kirchenpolitik, als Übersetzer und Mitherausgeber der Wittenberger Lutherausgabe, als Multiplikator der Wittenberger Reformation. Zugleich werden die engen Verbindungen zwischen Theologie, Kirche und Gesellschaft im 16. Jh. deutlich.
Leucorea-Studien - 5: Die Theologische Fakultät Wittenberg 1502 bis 1602
Beiträge zur 500. Wiederkehr des Gründungsjahres der Leucorea
- 258 pages
- 10 hours of reading
W procesie pojednania polsko-niemieckiego po II wojnie światowej przeplata się religia i polityka. Interdyscyplinarna analiza pojednania przy zastosowaniu wielostronnego podejścia metodologicznego pokazuje, że jest ono procesem dynamicznym i wielowymiarowym. Jednocześnie staje się widoczne, że pojednanie dokonuje się w konkretnych warunkach politycznych, społecznych i historycznych, dlatego nie da się wypracować jednego modelu pojednania o zastosowaniu uniwersalnym. Publikacja ten przyczynia się do zrozumienia przyczyn napięcia między już dokonanym pojednaniem polsko-niemieckim a tymi jego elementami, które wciąż jeszcze wymagają dopełnienia, oraz naświetla wyzwania i przeszkody związane z pojednaniem w kontekście politycznym w ogólności. Publikacja prezentuje wyniki pracy badawczej interdyscyplinarnego niemiecko-polskiego projektu, w którym wzięło udział ośmioro naukowców, przez dwa lata analizujących wspólnie interakcje czynników religijnych i politycznych w procesie pojednania między Niemcami i Polakami po 1945 roku. Do rąk polskich czytelników trafia tłumaczenie pierwotnej niemieckojęzycznej edycji tomu, która ukazała się w roku 2018 nakładem wydawnictwa Vandenhoeck & Ruprecht.
Europäische Köpfe in Mainz
Die Direktoren des Instituts für Europäische Geschichte
- 224 pages
- 8 hours of reading
"Europäische Geschichte wird in Mainz erforscht - und zwar seit 70 Jahren, am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG). Seine »Köpfe«, die Direktoren, setzten je eigene Schwerpunkte in ihrem Bemühen, den Gründungsauftrag des Instituts umzusetzen: historische Forschung zu den Grundlagen Europas zu betreiben und damit das Zusammenwachsen Europas zu befördern. Aus Anlass des 70. Jubiläums des IEG werden hier biographische Skizzen seiner verschiedenen Direktoren versammelt, sodass nicht nur deren Charaktere, sondern auch ihre unterschiedlichen Zugänge zur europäischen Geschichte greifbar werden."--Page 4 of cover
Geschichte der Reformation
- 312 pages
- 11 hours of reading
Die Reformation - ihre Zentren, ihre Akteure, die wichtigsten Ereignisse
Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit / Handbook of Peace in Early Modern Europe
- 1130 pages
- 40 hours of reading
Das Handbuch untersucht die Entwicklung europäischer Friedensprozesse in der Frühen Neuzeit, einschließlich über 2000 Friedensverträgen. Es präsentiert aktuelle internationale Forschungsergebnisse zu politischen und gesellschaftlichen Friedensordnungen, Konzepten und Praktiken sowie Kulturen des Friedens.
Die Reformation in Gestaltungen und Wirkungen
Speyerer Vorträge. Mit einem Geleitwort von Kirchenpräsident i.R. Dr. Christian Schad
- 192 pages
- 7 hours of reading
Die Impulse der Reformation führten zu tiefgreifenden Veränderungen in Kirche und Frömmigkeit sowie in der Gesellschaft und den rechtlichen und politischen Strukturen der damaligen Zeit. Die in dieser Sammlung versammelten Beiträge, die größtenteils aus den Themenjahren der Reformationsdekade hervorgegangen sind, zeigen das nachhaltige Potenzial der Reformation auf. Sie erstrecken sich vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert und bieten Einblicke in die frühe Verbreitung reformatorischer Inhalte, verschiedene Formen der Frömmigkeit und katechetischen Unterweisung. Zudem beleuchten sie die rechtlichen Neuordnungen, die aus politisch motivierten Religionsfriedensregelungen und kirchlich ausgerichteten Unionen resultierten. Die Essays verdeutlichen, wie die Reformation nicht nur religiöse, sondern auch gesellschaftliche und politische Dimensionen prägte und somit einen bleibenden Einfluss auf die Lebenswelt der Menschen hatte.
Das Reformatorenlexikon
- 304 pages
- 11 hours of reading
Die Anfänge der reformatorischen Bestrebungen lagen in den Städten. Sie waren - über halb Europa verteilt - lokaler Natur und an einzelne herausragende Theologen- und Predigerpersönlichkeiten gebunden, bevor aus ihnen ein breiter Strom wurde, den wir, stark vereinfachend, die Reformation nennen. Ziel des vorliegenden Bandes ist es, die wichtigsten Personen nachzuzeichnen, die für die Erneuerungsbestrebungen des Glaubens und der Kirche wichtig waren. So kann die Reformation ein biographisches Gesicht und regionale Zuordnung bekommen und so werden Anlass, Anfänge und Zielsetzung der Neuerer am Umbruch von Spätmittelalter zur Neuzeit deutlich. 40 Reformatoren - von Michael Agricola über Bullinger, Melanchthon und Schwenkfeld bis zu Huldrych Zwingli - geben ein breites Panorama der reformatorischen Strömungen. Eine Bibliographie sowie ein Orts- und Namensregister runden den Band ab.
Nikolaus von Amsdorf (1483 - 1565)
- 379 pages
- 14 hours of reading
Der aus einer mitteldeutschen Adelsfamilie stammende Nikolaus von Amsdorf (1483–1565) zählt zu den theologischen Gesinnungsgenossen und engen Vertrauten Martin Luthers. Sein Einsatz für die Reformation in der Stadt Magdeburg und das sog. 'Naumburg-Zeitzer Bischofsexperiment' markieren entscheidende Phasen seines Lebens und Wirkens. Aber der Mitkämpfer Luthers distanzierte sich nach 1548 zunehmend von der Wittenberger Theologischen Fakultät und unterstützte die antiwittenbergische und antialbertinische Kirchen- und Religionspolitik im ernestinischen Thüringen. In den erbitterten Streitigkeiten mit Georg Major und Johannes Pfeffinger gehörte der sich auch als 'exul Christi' bezeichnende Nikolaus von Amsdorf zu den tragenden Gestalten der antiinterimistischen Polemik. Der Tagungsband geht Amsdorfs Beitrag zur Weiterentwicklung der reformatorischen Theologie und seinen Einflüssen auf die Gestaltung des Kirchenwesens sowie auf die ernestinische Politik jener durch das Interim geprägten Jahre nach und zeichnet Person und Werk in diese Spannungsfelder ein.
Feministische Theologie und Gender-Forschung
- 232 pages
- 9 hours of reading
Welchen Stand und Ertrag haben gender-spezifische Fragestellungen bisher in Forschung und Gesellschaft erreicht und welche Perspektiven zeichnen sich ab? Ausgehend von dieser Fragestellung geben Theologinnen und Vertreterinnen benachbarter Wissenschaften Einblick in ihr jeweiliges Forschungsgebiet und setzen charakteristische Akzente. Auf dem Hintergrund des durch die Frauenbewegung in Gang gesetzten feministischen Aufbruchs (Dorothee Sölle) kommen mit dem Alten und Neuen Testament (Irmtraud Fischer, Angela Standhartinger), der Kirchengeschichte (Ruth Albrecht), der Dogmatik (Helga Kuhlmann) und der Praktischen Theologie (Sybille Becker) nicht nur die Disziplinen der Theologie zu Wort, sondern auch die Jüdischen Studien (Monika Richarz), die Philosophie (Elisabeth Conradi), die Sprechwissenschaft (Christa Heilmann) und die Soziologie (Bettina Heintz). So entsteht ein Panorama, das nicht nur eine bilanzierende Rückschau ermöglichen, sondern auch Perspektiven eröffnen, weitere Fragestellungen anregen und Austausch in Gang setzen soll.
Lutherische Kirche in der Welt
Jahrbuch des Martin-Luther-Bundes


