Reisen in der Antike
- 242 pages
- 9 hours of reading







Ovid steht unserer Gegenwart so nahe wie kein anderer Dichter der Antike. Er trat mit seinen Büchern ein für den freien, partnerschaftlichen Umgang der Geschlechter und einem kultivierten Liebesgenuß. Und er schuf mit seinen „Metamorphosen“ den Hausschatz der antiken Mythologie: die Geschichten daraus werden bis heute in Literatur und Kunst immer neu gestaltet und gedeutet - wie die von Apollo und Daphne. Ovid geriet schließlich in Konflikt mit der konservativen Poltik des Kaisers Augustus und starb in der Verbannung.
Text: German
Gaius Octavius, Caesar Octavianus, Augustus - drei verschiedene Namen führte der Mann, der 56 Jahre an der Spitze des römischen Reiches stand. Als Bürgerkriegsgeneral, Gefolgschaftsführer und Friedensfürst vollzog er die Wandlungen der Zeit exemplarisch an sich selbst. Als er mit 75 Jahren auf sein Leben zurückblickte, konnte er von sich sagen, er habe die Flammen der Bürgerkriege gelöscht, die Grenzen des Reiches ausgedehnt und dreimal den Janustempel geschlossen: zum Zeichen des Weltfriedens, der Pax Augusta. Dem Sohn einer Mittelstandsfamilie aus einer latinischen Kleinstadt war es nicht an der Wiege gesungen worden, daß er zum Herrn der Welt aufsteigen sollte.
Im Jahr 362 n. Chr. entbrennt in Antiochia ein Streit um Kaiser Julian Apostata und seinen Bart. Die Bewohner verspotten ihn mit Versen, doch Julian reagiert humorvoll und verfasst eine Selbstpersiflage, die als einzigartiges autobiografisches Zeugnis gilt.
Ein schlichter Grabspruch, den Vergil selbst verfaßt haben soll, faßt Leben und Werk des Dichters in knapper Form zusammen: Mantua gab mir das Leben, Calabrien raubt' es, Neapel birgt mich. Weiden besang, Felder und Helden mein Lied. Mantua in Oberitalien war seine Heimat, in Brundisium (damals Kalabrien) starb er am Fieber und wurde auf seinen Wunsch in Neapel, seinem langjährigen Wohnort, beigesetzt. Sein Schaffen umfaßte die Hirtengedichte (Bucolica oder Eklogen), das Lehrgedicht Georgica (Vom Landbau) und das Epos Aeneis. Am 15. Oktober 70 v. Chr., unter dem Konsulat des Crassus und Pompeius, ist Publius Vergilius Maro in Andes bei Mantua geboren. Seine Heimat gehörte damals zur Provinz Gallia cisalpina, dem diesseitigen Gallien (Oberitalien).
Monat für Monat – Überraschendes und Interessantes zu Menschen, Mythen und Natur aus der Antike Passend zum Jahreslauf begegnen wir jeweils kriegerischen Poeten, klugen Dichterinnen, zukunftsweisenden Herrschern oder dem Begründer einer bis heute gültigen Ärzteschule. Im Januar segeln wir auf dem winterlich-stürmischen Meer mit kühnen Poeten wie Archilochos; im Frühjahr lauschen wir dem Schwalbenlied zu Sapphos Fest auf Lesbos. Im Sommer reisen wir nach Rom, besuchen Cicero auf seinem Tusculanum und ziehen weiter zum Golf von Neapel, zum Hotspot Baiae, wo Seneca über den Luxus wettert und Nero seine Mutter zu einem verhängnisvollen Besuch einlädt. Im Herbst sind wir auf der Insel Kos und schauen zu, wie die Platane, unter der Hippokrates gelehrt hat, gegen die Winterstürme gesichert wird. Im Dezember feiern wir die Geburt Christi, ein Fest in der Nachfolge des Sonnengottes zur Wintersonnenwende. Und unsere Silvesterfeiern, mit fröhlichem Zusammensein, erinnern uns an die römischen Saturnalien im Dezember. Die „Populär-Philologin“ Marion Giebel erzählt Geschichten aus der Antike, eingebettet in ein ganz eigenes Naturverständnis im alten Griechenland oder Rom.
Was träumten die Menschen vor zwei Jahrtausenden? Die sorgfältig kommentierte Zusammenstellung vermittelt von Homer bis Hieronymus eine lebhafte Vorstellung und eröffnet einen spannenden Zugang zu den Funktionen und Deutungen des Traumes im Altertum: Träume begegnen als raffiniertes poetisches Mittel, sie werden als Propagandawerkzeug eingesetzt, als Offenbarung interpretiert u. v. a.
Lucius Annaeus Seneca wurde vor rund 2000 Jahren geboren. Als stoischer Philosoph, Tragödiendichter, Erzieher und Minister ist er eine der vielseitigsten Gestalten der Antike. Unter Kaiser Caligula verfolgt, unter Claudius verbannt und von Nero zum Selbstmord gezwungen, gab er der Nachwelt die Frage auf, ob und wie man philosophisches Denken und politisches Handeln vereinen kann. In seinen brillanten Essays weist er den Weg zur inneren Freiheit und Seelenruhe, zum «Leben gemäß der Natur», in Gemeinschaft mit den Menschen, die alle, auch die Sklaven, einen Funken des göttlichen Geistes in sich tragen.
InhaltsverzeichnisI. Kommentar, Wort- und Sacherklärungen II. Die griechische Tragödie und der Tragiker Sophokles III. Der Handlungsverlauf der „Antigone“ IV. Zur Wirkungsgeschichte und Rezeption in der Neuzeit V. Texte zur Diskussion VI. Literaturhinweise
Sappho von Lesbos, die frühgriechische Dichterin, gilt seit jeher als Meisterin, ja als Inbegriff lyrischer Poesie. Zu allen Zeiten wurde ihre Kunst gepriesen: von Platon, Catull, Horaz über Friedrich Schlegel bis hin zu Marie Luise Kaschnitz. Während bis heute keine Anthologie abendländischer Lyrik ohne Sapphos Gedichte auskommt, ist das Interesse an ihrer Person vielfach vom Sapphischen auf das Lesbische verlagert, oft erschöpft es sich sogar darin. Der fragmentarische Erhaltungszustand ihrer Gedichte und die spärlichen Lebensdaten trugen schon seit der Antike dazu bei, daß die Gestalt der Dichterin hinter einem Schleier von Fabeleien und Legenden fast völlig verschwand. So wurde sie zu einer „bekannten Unbekannten der Weltliteratur“ (Schadewaldt).
Robert Fagles's stunning modern-verse translation-available at last in our black-spine classics line A Penguin Classic The Odyssey is literature's grandest evocation of everyman's journey through life. In the myths and legends that are retold here, renowned translator Robert Fagles has captured the energy and poetry of Homer's original in a bold, contemporary idiom and given us an Odyssey to read aloud, to savor, and to treasure for its sheer lyrical mastery. This is an Odyssey to delight both the classicist and the general reader, and to captivate a new generation of Homer's students. For more than seventy years, Penguin has been the leading publisher of classic literature in the English-speaking world. With more than 1,700 titles, Penguin Classics represents a global bookshelf of the best works throughout history and across genres and disciplines. Readers trust the series to provide authoritative texts enhanced by introductions and notes by distinguished scholars and contemporary authors, as well as up-to-date translations by award-winning translators.
Delphi war der Nabel der (griechischen) Welt, das Delphische Orakel eine der einflussreichsten Institutionen der Antike. Marion Giebel gibt zunächst einen Überblick über die Geschichte und Praktiken des Orakels. Im Zentrum ihrer Darstellung stehen die Orakelsprüche selbst und ihre (Be-)Deutung. Erfasst werden politische und religiöse, öffentliche und private Weissagungen von den Zeiten der griechischen Kolonisation bis in die römische Kaiserzeit. Sprachen: Deutsch, Griechisch (bis 1453), Latein
In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
Dr. Marion Giebel, geboren 1939 in Frankfurt am Main, studierte Klassische Philologie und Germanistik und promovierte 1965 bei Harald Patzer über «Athene als göttliche Helferin in der Odyssee». Nach einer Verlagsausbildung arbeitete sie als Verlagslektorin und gab antike sowie deutsche Literatur heraus. Ihre freiberufliche Tätigkeit umfasst das Schreiben, Übersetzen und Herausgeben zweisprachiger kommentierter Ausgaben, darunter Werke von Cicero, Quintilian, Sueton, Augustus, Plutarch, Livius, Plinius, Velleius Paterculus und Seneca. Zu ihren Monographien zählen «Cicero» (1977), «Sappho» (1980), «Augustus» (1984), «Vergil» (1986), «Ovid» (1991) sowie «Das Geheimnis der Mysterien» (1990) und «Cicero zum Vergnügen» (1997). Weitere Werke sind «Das Orakel von Delphi» (2001), «Reisen in der Antike» (1999), «Kaiser Julian Apostata» (2002), «Tiere in der Antike» (2003), «Träume in der Antike» (2006), «Dichter Kaiser Philosophen» (2007) und «Rosen und Reben» (2011). Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit war sie in Rundfunksendungen aktiv und unterrichtete an Volkshochschulen. Sie lebt bei München.
Dieser literarische Führer begleitet den - tatsächlich oder auch nur in Gedanken - reisenden Leser an die Orte, an denen die römischen Dichter und Schriftsteller gelebt und gewirkt haben. Die Wege führen vom Gardasee und Comer See bis zum Golf von Neapel - und allesamt über Rom. Zu Wort kommen dabei Catull, Cicero, Vergil, Horaz, Ovid, Seneca, Petron, Juvenal, die beiden Plinii, Marc Aurel, Augustinus und viele andere.
In der antiken Welt waren Mensch und Tier in vielen Bereichen eng verbunden: in Mythos und Religion, beim Opfer an die Götter, in der Landwirtschaft, in der Küche sowie als Kameraden und Haustiere. Die Autorin beschreibt Überraschendes und Spannendes über treue Hunde, berühmte Pferde, kluge Delfine und mythische Geschöpfe wie Phönix und Einhorn. Neben Tieren lernt man interessante Autoren kennen: Aristoteles, den Vater der Zoologie, und Plinius den Älteren, der Tiere von der Biene bis zum Elefanten beschreibt und als Zivilisationskritiker auftritt. Varro und Columella gelten als Ahnherren einer verantwortungsbewussten Tierhaltung. Auch die Schattenseiten werden beleuchtet, wie die massenhafte Hinschlachtung wilder Tiere in der Arena, ermöglicht durch eine gut organisierte Tierfangindustrie. Die Diskussion über das Bewusstsein und die Seelenkräfte von Tieren sowie die ethischen Fragen des Tötens und Essens werden von Griechen und Römern geführt. Pythagoras und seine Anhänger plädierten für eine vegetarische Lebensweise und die Achtung des Tieres, während Plutarch in der Römerzeit tierfreundliche Behandlung mit Humanität gleichsetzt. Spannend, unterhaltsam und nachdenklich präsentiert Marion Giebel eine umfassende Kulturgeschichte des Tieres in der Antike.
Od sedmého století před Kristem se v Středomoří šířily magické kulty z Malé Asie a Egypta, často "ilegálně" vedle oficiální víry. Účastníci museli projít zkušební lhůtou a přijmout závazek mlčenlivosti, aby získali exkluzivní poznatky o smyslu života, smrti a úmyslech bohů. Římské legie pomohly rozšířit tyto kulty do dnešního Německa a Británie, přičemž ženy hrály klíčovou roli v zasvěcení a uctívání božstev jako Dionýsos, Kybelé a Isis. Dionýsos inspiroval k pijáctví, tancům a vášnivým emocím, zatímco Kybelé byla patronkou vinařství a zemědělství, oslavována krvavými obřady. Isis, egyptská bohyně, se rozšířila do Řecka a Říma, kde byla uctívána se svým bratrem. V třetím století před Kristem dosáhl rozkvětu kult Mithry, boha slunce a ochránce práv, oblíbený mezi římskými legionáři, kteří v něm viděli prostředníka k věčné existenci. Přitažlivost kultů byla umocněna jejich zákazem a přísnými tresty za příslušnost. Tyto kulty nikdy nezformovaly církve, a proto nevytvořily žádné kacíře, sdružovaly bohaté, chudé, muže, ženy, otroky i vládce.