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Masken, Puppen und einsame Kinder

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Spielzeug aus der Kinderstube kann außerhalb der vertrauten Umgebung oft zwielichtig und sogar furchteinflößend wirken. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich die romantisierte Miniaturwelt als vertrackte Täuschung. Filme und Literatur fungieren dabei als Seismographen, die die Erschütterungen des Unbewussten und dessen Projektionen auf Alltagsdinge aufzeichnen. Auffällig oft sind es Masken und Puppen, die Angst auslösen. Sie verbergen Identitäten und können, insbesondere aus der Sicht sensibler Kinder, verstörende Tarnungen sein, die Argwohn erwecken. Je menschenähnlicher Puppen sind, desto mehr scheinen sie in der Märchen- und Horror-Phantasie lebendig zu werden und eigenständig zu handeln. Da Puppen traditionell im intimen Bereich von Kindern angesiedelt sind und Fürsorge erfordern, scheinen Enttäuschung und Verrat nahe zu liegen. Sie können abwehrende, widerspenstige und sogar feindselige Reaktionen hervorrufen. Die Studien zu Masken und Puppen verfolgen die Ausdrucksformen des Schreckens, ein rätselhaftes Gefühl, das sich nie ganz aufklären lässt. Diese Suche nach den Quellen „pathetischer Trauer“ führt auch zum politischen und poetischen Phänomen einsamer Kinder. Behandelte Filme umfassen Werke von Ernst Lubitsch, Jean Renoir, Federico Fellini, Ingmar Bergman, Krzysztof Kieslowski und viele andere.

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Masken, Puppen und einsame Kinder, Thomas Koebner

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2023
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