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- 328 pages
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In der Siedlung Caughnawaga südlich von Montreal träumen zwei junge Cree, Aiyaschies und seine Geliebte Bagutschsko, von der wirklichen Welt, vom Wald aus Fichten und Farnen, vom stillen See Katschika mit tiefem Wasser, das in der Sonne golden leuchtet. Die flatternde Plane über dem Wohnwagen, das gefrorene Klo und die Ratten in der Mülltonne sind ja nur Illusion, und auch der Lärm der Maschinen in der Möbelfabrik, der Gestank aus Öl und heißem Kabel und die zerhackte Zeit ringsum sind leicht zu ertragen. Bei der Geburt ihrer Tochter stirbt Bagutschsko. Ihr Vater gibt ihr den Namen jenes Katschika.Nach Jahren trunkener Trauer findet Aiyaschies in Montreal eine andere Frau, Utaschies, die eigentlich keine Cree ist. Mit ihr bekommt er das zweite Kind, den Jungen Neschoschino. Um seine Trunksucht zu überwinden, muss Aiyaschies in das Land seiner Väter zurückkehren, in die raue Wildnis Quebecs, an den Fluss Naococane. Dort wird er Bürgermeister einer kleinen Gemeinde von Sammlern und Jägern.In den Siebziger Jahren entdecken Geologen hier die größten Uranvorkommen der Erde. Ein riesiges Bergwerk soll am Naococane entstehen. Im Gegensatz zur Mehrheit ihres Volkes wollen aber die unmittelbar betroffenen Cree weder Kaufhaus noch Flugplatz noch Bars in ihrer wilden Heimat. Aiyaschies stimmt gegen das geplante Unternehmen. Indes vertreten die Wirtschaftler die Ansicht, wo fünfzigtausend zivilisierte Menschen in Hülle und Fülle lebten, könne ein Wilder nur ein erbarmungswürdiges Dasein fristen. Sie haben keine Bedenken, solchen unterentwickelten Menschen ihr Land mit seinen Bodenschätzen wegzunehmen, von deren Existenz die Bewohner keine Ahnung haben und niemals eine Verwendung dafür. Der Finanzmakler Rolf Hebben aus München soll im Auftrag deutscher Kapitalgeber mit ameri-kanischen und quebecker Investoren die Minengesellschaft gründen. Die Cree am Naococane haben also kaum Aussichten, in der Auseinandersetzung mit Juristen und kriminellen Söldnern, ihre Lebensweise zu bewahren, obwohl sie mutig sind und Utaschies eine geachtete Zauberin geworden ist.Für Katschika, die inzwischen eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, ist Rolf Hebben nicht unbedingt ein Feind. Sie beginnt mit dem verwöhnten Deutschen ein Liebesverhältnis, obwohl dieser schwächlich und völlig ungeeignet für die Welt hier ist. Für den gebildeten Mann geraten unter den Menschen, bei denen der Unterwassermann, die Drossel oder Großvater Namukum gegenwärtiger sind als Schutzengel und das Jesuskind, alle Lebensgewissheiten durcheinander. Wie kann man nur ein Frau begehren, die weder mahlersche Sinfonien kennt noch Mörikes Gedichte und nicht nach Parfüm duftet, sondern nach Fischöl riecht? Was Liebe ist, weiß vielleicht besser die Mondfrau, die nachts silberne Tränen in den Naococane fließen lässt…Dies ist die Geschichte eines Volkes, das seine raue Heimat bewahren wollte, anstatt wohlhabend zu werden – und dennoch eine Liebesgeschichte.
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Tränen der Mondfrau, Dietmar H. Melzer
- Language
- Released
- 2018
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- (Paperback)
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- Title
- Tränen der Mondfrau
- Language
- German
- Authors
- Dietmar H. Melzer
- Publisher
- Independently published
- Released
- 2018
- Format
- Paperback
- Pages
- 328
- ISBN10
- 1980220115
- ISBN13
- 9781980220114
- Series
- Tags
- Description
- In der Siedlung Caughnawaga südlich von Montreal träumen zwei junge Cree, Aiyaschies und seine Geliebte Bagutschsko, von der wirklichen Welt, vom Wald aus Fichten und Farnen, vom stillen See Katschika mit tiefem Wasser, das in der Sonne golden leuchtet. Die flatternde Plane über dem Wohnwagen, das gefrorene Klo und die Ratten in der Mülltonne sind ja nur Illusion, und auch der Lärm der Maschinen in der Möbelfabrik, der Gestank aus Öl und heißem Kabel und die zerhackte Zeit ringsum sind leicht zu ertragen. Bei der Geburt ihrer Tochter stirbt Bagutschsko. Ihr Vater gibt ihr den Namen jenes Katschika.Nach Jahren trunkener Trauer findet Aiyaschies in Montreal eine andere Frau, Utaschies, die eigentlich keine Cree ist. Mit ihr bekommt er das zweite Kind, den Jungen Neschoschino. Um seine Trunksucht zu überwinden, muss Aiyaschies in das Land seiner Väter zurückkehren, in die raue Wildnis Quebecs, an den Fluss Naococane. Dort wird er Bürgermeister einer kleinen Gemeinde von Sammlern und Jägern.In den Siebziger Jahren entdecken Geologen hier die größten Uranvorkommen der Erde. Ein riesiges Bergwerk soll am Naococane entstehen. Im Gegensatz zur Mehrheit ihres Volkes wollen aber die unmittelbar betroffenen Cree weder Kaufhaus noch Flugplatz noch Bars in ihrer wilden Heimat. Aiyaschies stimmt gegen das geplante Unternehmen. Indes vertreten die Wirtschaftler die Ansicht, wo fünfzigtausend zivilisierte Menschen in Hülle und Fülle lebten, könne ein Wilder nur ein erbarmungswürdiges Dasein fristen. Sie haben keine Bedenken, solchen unterentwickelten Menschen ihr Land mit seinen Bodenschätzen wegzunehmen, von deren Existenz die Bewohner keine Ahnung haben und niemals eine Verwendung dafür. Der Finanzmakler Rolf Hebben aus München soll im Auftrag deutscher Kapitalgeber mit ameri-kanischen und quebecker Investoren die Minengesellschaft gründen. Die Cree am Naococane haben also kaum Aussichten, in der Auseinandersetzung mit Juristen und kriminellen Söldnern, ihre Lebensweise zu bewahren, obwohl sie mutig sind und Utaschies eine geachtete Zauberin geworden ist.Für Katschika, die inzwischen eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, ist Rolf Hebben nicht unbedingt ein Feind. Sie beginnt mit dem verwöhnten Deutschen ein Liebesverhältnis, obwohl dieser schwächlich und völlig ungeeignet für die Welt hier ist. Für den gebildeten Mann geraten unter den Menschen, bei denen der Unterwassermann, die Drossel oder Großvater Namukum gegenwärtiger sind als Schutzengel und das Jesuskind, alle Lebensgewissheiten durcheinander. Wie kann man nur ein Frau begehren, die weder mahlersche Sinfonien kennt noch Mörikes Gedichte und nicht nach Parfüm duftet, sondern nach Fischöl riecht? Was Liebe ist, weiß vielleicht besser die Mondfrau, die nachts silberne Tränen in den Naococane fließen lässt…Dies ist die Geschichte eines Volkes, das seine raue Heimat bewahren wollte, anstatt wohlhabend zu werden – und dennoch eine Liebesgeschichte.