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Nicht schon wieder eine Industrieruine, könnte man denken. Doch hier ist es anders: In den Bildern von Marc Theis, die auf dem verlassenen Continental-Gelände in Hannover entstanden sind, entfalten sich verschiedene Zeitebenen in einem faszinierenden Dialog der Generationen. Die Continental-Reifenfabrik, einst mit über 30 Hallen eine Stadt für sich und der viertgrößte Reifenhersteller weltweit, hatte eine immense Bedeutung für die Region und ihre Bewohner. Die Produktion ist jedoch längst zum Stillstand gekommen und in Niedriglohnländer verlagert worden. Theis begibt sich auf Entdeckungstour in der stillgelegten Fabrik und findet anarchistische Spuren. Graffiti-Künstler, die normalerweise auf Öffentlichkeit aus sind, haben die abgeriegelte Anlage zu ihrer Spielwiese gemacht. Zwischen Trümmern, eingestürzten Wänden und zurückgelassenen Maschinen haben sie ihre Tags hinterlassen. Die gemalten Figuren interagieren mit der Architektur und den Objekten, kommentieren sie auf witzige, bissige, melancholische und obszöne Weise. Diese anonymen Künstler der postindustriellen Generation nutzen den Leerstand, um ihre Botschaften hinter verschlossenen Türen zu senden. Die eindrucksvollen Fotografien von Marc Theis dokumentieren diesen grotesk-poetischen Zustand, der bereits wieder in der Vergangenheit verschwunden ist, denn alle Hallen wurden inzwischen abgerissen.

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Lost In Time, Marc Theis, Boris von Brauchitsch

Language
Released
2011
Binding
(Hardcover),
Book condition
Very Good
Price
€20.99

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Title
Lost In Time
Released
2011
Format
Hardcover
Pages
143
ISBN10
3941825283
ISBN13
9783941825284
Series
Description
Nicht schon wieder eine Industrieruine, könnte man denken. Doch hier ist es anders: In den Bildern von Marc Theis, die auf dem verlassenen Continental-Gelände in Hannover entstanden sind, entfalten sich verschiedene Zeitebenen in einem faszinierenden Dialog der Generationen. Die Continental-Reifenfabrik, einst mit über 30 Hallen eine Stadt für sich und der viertgrößte Reifenhersteller weltweit, hatte eine immense Bedeutung für die Region und ihre Bewohner. Die Produktion ist jedoch längst zum Stillstand gekommen und in Niedriglohnländer verlagert worden. Theis begibt sich auf Entdeckungstour in der stillgelegten Fabrik und findet anarchistische Spuren. Graffiti-Künstler, die normalerweise auf Öffentlichkeit aus sind, haben die abgeriegelte Anlage zu ihrer Spielwiese gemacht. Zwischen Trümmern, eingestürzten Wänden und zurückgelassenen Maschinen haben sie ihre Tags hinterlassen. Die gemalten Figuren interagieren mit der Architektur und den Objekten, kommentieren sie auf witzige, bissige, melancholische und obszöne Weise. Diese anonymen Künstler der postindustriellen Generation nutzen den Leerstand, um ihre Botschaften hinter verschlossenen Türen zu senden. Die eindrucksvollen Fotografien von Marc Theis dokumentieren diesen grotesk-poetischen Zustand, der bereits wieder in der Vergangenheit verschwunden ist, denn alle Hallen wurden inzwischen abgerissen.