Wasser begleitet Bayern seit seiner geologischen Geburtsstunde. Es gehört zu dem Bild, das man sich gemeinhin von Bayerns Landschaft macht: ein tiefblauer See, von saftiggrünen Wiesen umrandet, dahinter eine steile Bergkulisse, im Wasserspiegel der weißblaue Himmel. Doch Schatten legen sich über diese Idylle: Trübe Wassermassen wälzen Oberbayern 'Land unter' – derweil dürstet Franken Regentropfen entgegen. Der Klimawandel wird ein neues Wassermanagement abfordern. Namhafte Autoren schreiben über das kostbare Nass, wie es Bayern prägt. Das Thema birgt so viele Facetten – wie bei einem Eisberg versteht sich die Auswahl der Beiträge nur als dessen Spitze.
Karin Dütsch Books


Oft reichte schon der Berufsstand, um im gesellschaftlichen Abseits zu landen: Köhler und Tagelöhner, „Goldgrübler“ und Gewerbsunzüchtlerinnen, Henker und Hausierer waren schon immer die Underdogs der bayerischen Geschichte. Obwohl ihre Tätigkeiten für die Gesellschaft vom Mittelalter bis zur Moderne unentbehrlich waren, gehörten sie der geächteten Halbwelt an. Spuren dieser „kleinen Leute“ entdecken wir heute meist nur in nüchternen Verwaltungsakten, in Aufzeichnungen von Juristen und Beamten – wer von den Habenichtsen konnte schon schreiben? Aktenkundig wurden sie immer dann, wenn es zwischen „Oben“ und „Unten“ knirschte. Immer wieder drehte es sich dann um Fragen der Moral. Ausgewiesene Experten haben sich in den staatlichen Archiven Bayerns auf die Suche nach den Wilderern, den Prostituierten und den Kindsmörderinnen begeben. Sie erzählen, warum selbst Kinder als Hexer auf dem Scheiterhaufen landeten, dass Dienstboten gezüchtigt werden durften und warum „unsere Pappenheimer“ eigentlich Kanalarbeiter sind. Zahlreiche historische Fotografien und Dokumente veranschaulichen die Lebenswelt der unterprivilegierten Schicht.