Herausforderndes Verhalten stellt eine Belastung für alle Beteiligten dar: Für Menschen mit Komplexer Behinderung, weil sie sich selbst und/oder andere mit ihrem Verhalten körperlich und/oder emotional schädigen und Gefahr laufen, sich sozial auszugrenzen. Genauso aber für alle Betreuenden: Sie müssen mit diesem Verhalten zurechtkommen und darauf reagieren, häufig ohne zu verstehen, was die Auslöser sind. Oft geht es darum, von ihren Betreuten oder von der Umwelt Schaden abzuwenden. Dabei geraten sie selbst in Konflikte, weil sie gegen den offensichtlichen Willen ihrer Betreuten handeln und Grenzen setzen oder selbst überschreiten müssen. Gefühle von Überforderung können die Folge sein. Auch Menschen in der unmittelbaren Umgebung leiden darunter, wenn sie sich vor körperlichen Angriffen schützen müssen, Ängste entwickeln oder mit unangenehmen Situationen zurechtkommen müssen, die sie selbst nicht kontrollieren können. Wie kann man, wie soll man mit Herausforderndem Verhalten umgehen? Dieses Buch zeigt Erklärungen und Wege aus den oft eingefahrenen Situationen auf. In der Grundannahme, dass Verhalten immer einen Grund und auch einen Sinn hat – ohne zu vergessen, dass medizinische und psychologisch-psychiatrische Aspekte abgeklärt werden müssen – bietet dieses Buch nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch Berichte aus der Praxis und Hilfen für den Alltag.
Nicola J. Maier Michalitsch Book order (chronological)


Leben pur - Liebe, Nähe, Sexualität bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen
- 203 pages
- 8 hours of reading
Das Thema Sexualität ist in den Medien alltäglich und weit verbreitet. Wenn es um behinderte Menschen geht, gibt es allerdings viele Tabus, insbesondere bei Menschen mit Komplexer Behinderung. Da aber genau diese Personengruppe alltäglich massive Eingriffe in ihre Intimsphäre erdulden muss, weil sie sehr umfangreiche Unterstützung benötigt, muss die Thematik dringend aufgegriffen werden. In den interdisziplinären Beiträgen (Pädagogik, Medizin, Pflege) werden konkrete Problembereiche angesprochen und Lösungen angeboten. Es geht um Pflege, um die Möglichkeiten und Grenzen in der Bedürfnisbefriedigung von Jugendlichen mit schweren Behinderungen, um „Elternarbeit“, „Sexualassistenz“ oder „Menschen im Wachkoma“, um rechtliche Fragestellungen und die Prävention von Gewalt im Alltag auf institutioneller Ebene, die Gestaltung einer Körpererfahrungsgruppe, das sexualpädagogische Konzept einer Wohneinrichtung und einen Betroffenenbericht.