Explore the latest books of this year!
Bookbot

Marcus Quent

    Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XIII/1 Frühjahr 2019
    Die Apokalypse enttäuscht
    Gegenwartskunst
    • Die apokalyptische Rede über Atomtod und Klimakatastrophe als Formen der Selbstauslöschung der Menschheit ist gegenwärtig allgegenwärtig und wird von verschiedenen Stimmen wie Greta Thunberg und Papst Franziskus aufgegriffen. Oft wird sie von einem Streben nach Selbsterhaltung oder problematischen Vorstellungen der Bewahrung der „Natur“ begleitet. Die entscheidende Frage nach dem Subjekt, das eine Veränderung herbeiführen kann, bleibt jedoch unbeantwortet. Um diese Rede zu unterbrechen, wird ein Aufsatz von Maurice Blanchot aus den 1960er Jahren herangezogen: „Die Apokalypse enttäuscht“. Blanchot kritisiert Karl Jaspers' Buch, das die Bedrohung durch den nuklearen Krieg mit dem totalitären Kommunismus verknüpft und den inneren Wandel des Individuums in den Vordergrund rückt. Er argumentiert, dass die durch die Atombombe angedeutete Selbstvernichtung der Menschheit eine negative, erzwungene Ganzheit darstellt, die von der Politik der Machthaber auferlegt wird. Die Apokalypse enttäuscht, weil sie keine positive, kollektive Entscheidung der Menschen hervorbringt. Um eine solche Entscheidung zu ermöglichen, muss die negative Ganzheit in eine positive verwandelt werden. Die Menschheit muss aufhören, zerrissen zu sein. Doch kann sie dies allein erreichen, wenn eine weltumspannende kommunistische Gesellschaft im vollgültigen Sinne etabliert wird?

      Die Apokalypse enttäuscht
    • "Adorno" – am Vorabend seines 50. Todestages begibt die ZIG sich in die heroische Epoche der Kritik. Das Heft spürt einem ästhetisch theoretischen Denken nach, das für seine Zeit unbedingte Geltung beanspruchen durfte ¬–¬ ohne Scheu vor dialektischen Beobachtungen und eigenen, großen Fragen. Wie sieht es mit der ideenpolitischen Praxis der kritischen Theoretiker aus? Wie verhält sich philosophische Kulturkritik zur intellektuellen Intervention und allgemeinen Expertise? Und was kann Kritik heute überhaupt noch ausrichten? Mit Beiträgen von Andrea Albrecht, Hans Magnus Enzensberger, Eva Geulen, Christoph Möllers, Ulrich Raulff und vielen weiteren.

      Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XIII/1 Frühjahr 2019