Der autobiografische Bericht des Romanautors Guanlong Cao über das Aufwachsen im städtischen Shanghai gewährt einen seltenen Einblick in das tägliche Leben während der vierzig turbulenten Jahre nach der Kommunistischen Revolution. Als „Klassenfeinde“ an den Rand der chinesischen Gesellschaft gedrängt, kämpfte Caos Familie um das tägliche Überleben in einem beengten Dachboden. Die Details ihres Alltags – die endlose Suche nach genügend Nahrung, deren Zubereitung, Caos Schulzeit und Freunde, die Anfänge sexueller Begierde, seine Träume und Fantasien – werden in prägnanter und doch eindringlicher Prosa lebendig. Das Memoir beleuchtet eine weitgehend unbekannte Welt für Westler, in der menschliche Kleinlichkeit, Grausamkeit, Freude und Zärtlichkeit vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen und materieller Knappheit zur Schau gestellt werden. Cao's schlanke, elegante Prosa, die an den prägnanten Stil klassischer chinesischer Memoiren erinnert, verstärkt die emotionale Intensität seiner Geschichte. Wahrnehmend und humorvoll, ist seine Stimme zutiefst originell. Es ist eine Stimme, die gehört werden muss – sowohl für den historischen Moment, den sie festhält, als auch für die persönlichen Offenbarungen, die sie destilliert.
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