Semi Eschmamp beschreibt in seinen Zeichnungen die skurrilen Ereignisse seines Alltags, wie einen Wecker, der ein Hahn ist, oder ein Bett, das ihn hält. Sein Kosmos umfasst einfache Dinge und Personen, während der Großvater seine künstlerische Vision hinterfragt. Eschmamp verzaubert das Alltägliche mit poetischen Miniaturen und charmanten Kritzeleien.
Semi Eschmamp zeichnet staunend auf, was um ihn herum an Verwunderlichem passiert. Und das ist allerhand: Mal verschläft sein Wecker oder entpuppt sich als richtiger Hahn auf dem Nachttisch, mal hält ihn im Bett ein Kollektiv aus 250 000 Bazillen in Schach. Fliegen verirren sich in Sprechblasen, sein neuer Telefonapparat ruft ihn gleich selber an oder das Bett liegt in Eschmamp und nicht er in ihm. Statt auf den Bahamas liegt er dank Billigferien im Styropor-Sand auf den Rabamas. Eschmamps alltäglicher Kosmos bevölkern nur wenige Dinge, Personen und Tiere: das Bett, der Kaffee, der Wecker, die Zeitung. Der Vogel, der Hirsch, die Huhnde (sic!). Der Onkel Ferdinand, der zu Besuch gleich seine ganze Wohnungseinrichtung mitbringt. Und immer wieder der Grossvater, der Eschmamps Selbstverständnis als Zeichner von nicht existierenden Dingen anzweifelt. Mit herrlich gekritzelten Zeichnungen und funkelnden Prosaminiaturen gelingt Eschmamp - ganz in der Tradition von Daniil Charms - eine poetische Verzauberung des Alltäglichen.