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Jörg Piringer

    Verbrenner
    Günstige Intelligenz
    fünf minuten in die zukunft
    • Verbrenner

      • 232 pages
      • 9 hours of reading

      Jörg Piringers "verbrenner" entfaltet sich als Redestrom durch die Themen Brand, Zerstörung und Asche, sowie Löschen und Ertrinken. Die Textbewegung folgt der Dynamik von Steigerung und Vermehrung, wodurch die ökonomische und sozialpsychologische Dimension des Begriffs „Verbrennen“ hervorgehoben wird. Durch die Verbindung mit dokumentarischen Quellen zu Brandbeschleunigern, Flammenwerfern und Brandschutzbestimmungen verdichten sich die Erzählungen zu einem hyper-real-dystopischen Komplex. Urban Legends über selbstentzündende Bäume und Menschen, Rezepte für Scheiterhaufen und Erinnerungen an Selbstverbrennungsaktivisten zeichnen ein Panorama brandgefährlicher Zusammenhänge. Das Spiel mit Fakt und Fiktion wird durch den Einsatz einer KI weiter angeregt und eskaliert in Vorstellungen, die gegenwärtige Tendenzen konsequent weiterdenken: die Abwehr von Verbrennenden durch immer höhere Brandmauern, während Hunderte am Boden des Mittelmeers nach Europa wandern. Piringers Werk schöpft aus einem lexikalischen Reservoir und entfaltet ein poetisches Feuerwerk von brennender Aktualität.

      Verbrenner2025
    • Was schafft der Mensch? Was die Maschine? Was ist hybrid? Vielleicht leben wir die ganze Zeit schon in der Zukunft. In diesem Malwaredschungel gibt es mousse au desolat, Insektenburger mit Algensalat und eine Sonne aus Pixeln. Kleine Wunder werden kreiert, jeder Tag ist irgendwem gewidmet, Ottern, Kindern oder Denkmälern, und selbstverständlich gibt es für alles auch eine Bewertung, im besten Fall fünf Sterne von fünf. Stellt sich nur noch die Frage, wann sich die Außerirdischen endlich blicken lassen. Jörg Piringer verschmilzt in seiner visuellen Poesie die digitale und die analoge Welt. Alltag und Vorstellung, Computer- und Menschensprache sind nicht mehr zu unterscheiden. Die drängendsten Fragen zwischen all den Datennebeln lauten: Wer oder was bin ich? Und wie werden wir in Zukunft miteinander sprechen?

      fünf minuten in die zukunft2024
      3.0
    • Jörg Piringer investierte 5,60 Euro in einen Online-Dienst, um die Leistungsfähigkeit des neuronalen Netzwerks GPT-3 mit verschiedenen Schreibaufträgen zu testen. Die Ergebnisse dieses Experiments dokumentiert der vorliegende Band. Gedichte nach bestimmten Vorgaben oder Transformationen eines Gedichts in einen Gesetzestext, ein Gebet, einen Wikipedia-Artikel oder einen Donald-Trump-Tweet zeigen die Stilsicherheit der KI. Piringer unterzieht GPT-3 auch einem Intelligenztest, bei dem es jedoch unterdurchschnittlich abschneidet. Er setzt die von GPT-3 erstellten Poesie-Dokumente in Beziehung zu historischen Kombinatoriken und den Hervorbringungen von Schizophrenen, um Unterschiede zwischen „inspirierter“ Produktion und der Programmroutine sichtbar zu machen, wobei der KI die Fähigkeit zu „Wortwitz“ und semantischer Doppelbödigkeit fehlt. Die Vorzüge des nicht computerunterstützten Schreibens bringt Piringer in seinen eigenen Gedichten und essayistischen Reflexionen zur Geltung. Mit lakonischen Pointen thematisiert er die Inselbegabung der Maschine, den enormen technischen und ökonomischen Aufwand beim Trainieren neuronaler Netzwerke sowie die sozialen Implikationen der KI-Poesie für Autoren. Piringers Werk ist ein geistreicher und unterhaltsamer Zwischenbericht über den Stand computerfabrizierter Dichtung, die in ästhetischer Komplexität und inhaltlicher Substanz der humangenerierten Literatur weiterhin hinterherhinkt.

      Günstige Intelligenz2022