Silke Eva Kästner (lebt und arbeitet in Berlin und der Uckermark) entwickelte ihren künstlerischen Ansatz auf Reisen in Indien, New York und Japan. Neben temporären Gemälden in situ entstehen Konzepte, bei denen der/die Betrachter:in auf vorbereitetes Material trifft und dabei ein Teil des Bildes wird oder dieses sogar verändert. Dieses Zusammentreffen dokumentiert Kästner in Fotos oder Filmspuren, aus denen sie Filme editiert. Sie lotet die Möglichkeiten der Malerei als Kommunikation aus. Dabei stehen die Handlung und der Prozess im Vordergrund. Im Ausstellungsraum wie auch im Stadtraum platziert Kästner die Malerei in Relation zur Architektur, sodass sie aus verschiedenen Perspektiven erfasst werden kann. Die Monografie gibt Einblicke in die Schwerpunkte von Kästners Arbeit, die sie ungeachtet der chronologischen Reihenfolge des Entstehens in Kapitel sortiert. Dabei wird das Buch zu einem Erfahrungsraum, der beim Blättern das Erleben der vergänglichen Arbeiten möglich macht.
Dorothée Bauerle-Willert Books



Nanaé Suzuki - Paare und ihre Schatten
- 80 pages
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Nanaé Suzukis Katalogbuch »Paare und ihre Schatten« umfasst eine Reihe von malerischen Arbeiten, die sie 2010 begonnen hat und die von unterschiedlichen Medien, insbsonders dem Film und der Fotografie inspiriert wurden. Beispiele sind die berühmte Zwilling-Aufnahme von Diana Arbus (Identical Twins, Roselle, New Jersey, 1967) oder Szenen einer Verfilmung des Romans Sturmhöhe von Emily Brontë. In die Malerei übertragen, verdoppelt Suzuki die gefundenen Konterfeis, um verschiedene Bewusstseinszustände, Gesten und Haltungen simultan darzustellen, aber auch, um den Betrachter zu irritieren. Sie thematisiert verschiedene Aspekte einer Person in einem bestimmten Moment. Die Einmaligkeit einer Person, das Individuum und die Vorstellung der Einzigartigkeit eines Menschen wird durch die Vervielfachung obsolet. Identität und Differenz und die unheimlichen Aspekte des Doppelgängers entfalten sich in dieser Malerei. Die japanische Künstlerin Nanaé Suzuki arbeitete in den Spätsiebzigern mit Performances und intermedialer Kunst, nachdem sie nach Europa übergesiedelt war. Diese Erfahrungen führten zu raumbezogenen Arbeiten und Objekten, die thematisch den Ort und die Zeit behandelten. Ihre neueren Werke bewegen sich experimentell zwischen Malerei und Fotografie, ihre neuesten Werke konzentrieren sich im Medium Malerei, in dem sie geeignete Ausdrucksmöglichkeiten weiter entwickelt.