Ein konsequentes Werk stellt die provokante Frage: "Was definiert mich als Person, wenn meine Gedanken wie Daten kopiert und verändert werden können?" Jean Mark Gawron geht dieser Frage mit der Geschichte von Alexa Augustine nach, deren Leben in der "Theokratie der Rose" durch einen Identitätsverlust im Informationsnetz abrupt unterbrochen wird. Der Erzähler, der vom "Ich" spricht, lässt Zweifel an der eigenen Identität aufkommen. Die "Theokratie der Rose" basiert auf einer komplexen Subjekt-Gesellschaft-Theorie, die nach Demokratie, Marxismus und Kapitalismus in den ehemaligen USA vorherrscht. Vernetzte High-Tech bildet die ökonomische und gesellschaftliche Grundlage, während nur die sogenannten Interfacer im Netz arbeiten, das auf Technik basiert, die von galaktischen Schiffen unbekannter Herkunft stammt. Diese Schiffe bringen mehr als nur Technologie, und als die Menschheit bereit ist, die Botschaft der Galaktiker zu erahnen, steht Augustine an der Schwelle zu einer neuen Existenzstufe. Gawrons Buch ist herausfordernd und verwirrend, mit Kapiteln, die durch Zitate von Nietzsche, Homer und Schopenhauer getrennt sind. Es regt tiefgehende Überlegungen an und ist kein Buch für zwischendurch. Eine zweite Lektüre lohnt sich, und wer einen Diskussionspartner findet, kann das volle Potenzial des Werkes erahnen.
Jean M. Gawron Book order (chronological)
