Am Beispiel von rund 40 Hauptwerken aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie einer renommierten deutschen Privatsammlung wird Immendorffs innovativer Umgang mit Historie und Aktualität lebendig. Der Schriftsteller Tilman Spengler nähert sich auf sehr pointierte Art und Weise in sieben Geschichten der Person und dem Werk Jörg Immendorffs.
Die in diesem Band vereinigten Arbeiten Joseph Needhams stehen in enger thematischer Beziehung zu seinem Hauptwerk »Science and the Civilisation in China«, der ersten maßgeblichen Gesamtdarstellung des chinesischen Beitrags zur Universalgeschichte von Wissenschaft und Technik. Needham begreift das Zustandekommen der neuzeitlichen Wissenschaft als einen universalen Vorgang, zu dessen Entstehen Beiträge aus vielen Zivilisationen zusammenkommen mußten, der aber erst durch die Entdeckung und sozio-kulturellen Neuausrichtung im Europa der Renaissance die für ihn bestimmende Dynamik erhielt. »Wissenschaftlicher Universalismus« als konkretes Forschungsprogramm zielt demnach ebenso auf die Beschreibung einzelner Komponenten wie auf eine Kennzeichnung des Milieus, innerhalb dessen eine Kombination der Einzelteile des Unternehmens »moderne Wissenschaft« in Gang setzte. Wenn der Durchbruch zur modernen Wissenschaft allein in Europa gelang, in anderen Kulturen dazu aber die kognitiven Vorraussetzungen genauso vorhanden waren, dann müssen, folgert Needham, sozio-kulturelle Unterschiede die entscheidenden Hemm- bzw. Beschleunigungsfaktoren bezeichnen.
Erzählungen und Reportagen über China aus den Jahren 1981 bis 2001.Seit über 20 Jahren reist Tilman Spengler regelmäßig nach China, als Student, später als Dozent, als Journalist, als Mitglied von Delegationen, als Drehbuchautor, zuletzt, im Oktober 2001, als Begleiter des Bundeskanzlers. In dieser Zeit entstanden literarische Reportagen, in kurzen Szenen festgehaltene Reflexionen, Alltagsbeobachtungen. Sie beschreiben den Wandel, den das Land seit der maoistischen »Kulturrevolution« erfahren hat. Als promovierter Sinologe weiß Spengler viel über die Hintergründe jener Gesellschaft, als Schriftsteller macht ihn das »Straßentheater« neugierig. Ein aufgeklärter Europäer bemüht sich um Verständnis dessen, was das »Reich der Mitte« heißt.
Leonora Carrington entstammt einer streng katholischen Familie der englischen Großbourgeoisie, sie läßt sich von mystischen und okkulten Ritualen, von Feminismus, Tantrismus und der Psychoanalyse beeinflussen, sie verfügt über einen rebellischen Anarchismus und ist Meisterin eines unbestechlichen Humors. Carrington malte und schrieb aus der surrealistischen Bewegung heraus. 1917 in England geboren, folgte sie 1937 Max Ernst nach Paris, schloss sich dort den Surrealisten an, zog weiter über Südfrankreich, Spanien, New York nach Mexiko, wo sie heiratete, zwei Söhne zur Welt brachte und heute noch lebt. Leonora Carringtons Bilder beeindrucken durch eine magische Poesie, die befremdend und heiter zugleich scheint. Tilman Spengler porträtiert in seinem Essay »Affinitäten« die geistreiche und außergewöhnliche Künstlerin. Begegnungen und Reflexionen, Beobachtungen und literarische Sentenzen verwebt er zu einer kunstvollen Collage.
Im 17. Jahrhundert wird China von den verschiedensten christlichen Missionsgesellschaften geradezu überrant, die bei ihrem Versuch, die Chinesen von der Vielgötterei abzubringen, kläglich Schiffbruch erleiden. In ihrer Not schmieden die Jesuiten dann einen Plan. Sie schicken Lazzo, einen jungen lombardischen Maler, an den Hof des Kaisers. Der Künstler soll den Regenten von der Nützlichkeit des perspektivischen Zeichnens überzeugen, die dem Kaiser bisher nicht einleuchten wollte. Denn, so die Argumentation der Jesuiten, fände der Kaiser Gefallen an der Zentralperspektive, so müßte er auch erkennen, daß es nur einen Gott, den christlichen, geben kann...
Jede Station in dieser Hommage an Jörg Immendorff ist auch eine Station der deutschen Geschichte der Nachkriegszeit, ein Ringen um Zerstören und Bewahren, um Anerkennung und Deutungshoheit. Geht es dabei auch komödiantisch zu? Es geht: Spott, Ironie und das Große Lachen vor Gericht sind weitere Facetten dieser Inszenierung. „Denn nur, wenn man beim Betrachten oder Hören oder auch beim Lesen eines Werkes der Kunst nicht an Kunst denken muss, und zwar keine einzige, nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde lang, erst dann begreift man Kunst“ (Jörg Immendorff). Dem renommierten Schriftsteller und langjährigen engen Freund Tilman Spengler gelingt mit diesem Roman die spielerisch-leichte Wiedererweckung eines Menschen, der weit mehr als die Kunstszene über Jahrzehnte mitgeprägt hat. »Ein großes Vergnügen. Der Text liest sich amüsant wie wundersam sirrender Nonsense, gibt aber auch die Gewissheit, dass Immendorff und die Situationen genau getroffen sind, sozusagen mit genauer Zärtlichkeit. Ich stelle mir immer wieder Immendorff selbst vor, wie er die Texte liest und ins Kichern gerät, weil er sich völlig wahrgenommen und gleichzeitig auf die Schippe genommen fühlt.« Sten Nadolny
Tilman Spengler untersucht mit Witz und scharfem Blick, warum Deutschen die Kunst der Konversation schwerfällt. Er erklärt anschaulich, was eine gute Unterhaltung ausmacht, und illustriert seine Punkte mit humorvollen Anekdoten aus Literatur, Geschichte und Politik. Ein unterhaltsames Buch über gelungene Gespräche.
Wer je auf einer Hochzeitsfeier zwischen schwerhöriger Patentante und angetrunkenem Ex-Verlobten gesessen hat, weiß sie zu schätzen, die Kunst der Konversation. Gerade den Deutschen ist die Gabe des guten Gesprächs nicht in die Wiege gelegt worden. Mit Damen nie über Politik reden, entfernte Bekannte nicht mit chronischen Gesundheitsproblemen behelligen - wenn sich die Gesetze der Konversation doch nur auf so einfache Regeln reduzieren ließen. Mit Ironie und Leichtigkeit erklärt Tilman Spengler, was ein gelungenes Gespräch ausmacht. Seine Betrachtungen würzt er mit Anekdoten über stammelnde Talkshowgäste, aberwitzige Dialoge bei Tisch und deutsch-chinesische Verständigungsversuche. Gebildet, aufmerksam, charmant und originell sollte man sein, um ein Gespräch auf höchstem Niveauzu führen - so unterhaltsam wie dieses Buch.
Einer, der gestern noch wie Atlas den Globus auf den Schultern trug, aber heute den Koffer nicht mehr ins Netz wuchten kann, kommt bei seiner Liebsten nicht mehr von der Bettkante. Tilman Spengler begründet mit seinen Erzählungen eine 'neue Rückenschule'. Nicht Gymnastik hilft, die Last der Welt zu ertragen, sondern Literatur. 24 Geschichten, die das Rückgrat stärken.
Einer, der gestern noch wie Atlas den Globus auf den Schultern trug, aber heute den Koffer nicht mehr ins Netz wuchten kann, kommt bei seiner Liebsten nicht mehr von der Bettkante. Tilman Spengler begründet mit seinen Erzählungen eine »neue Rückenschule«. Nicht Gymnastik hilft, die Last der Welt zu ertragen, sondern Literatur. 24 Geschichten, die das Rückgrat stärken.
Dr. Vogt, Hypnotiseur, Nervenarzt im Hause Krupp, Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut - reale Geschichtsgestalt und Held dieses Romans, - hat eine Mission. Selbst unzweifelhaft ein Genie, möchte er ein für alle Mal den Sitz des Genialen im menschlichen Gehirn dingfest machen. Sein edelstes und politisch heikelstes Untersuchungsprojekt: Lenins Hirn.§Tilman Spengler erzählt virtuos und höchst unterhaltsam das bisher unbekannte Lebensschicksal eines der bedeutendsten Neurologen des 20. Jahrhunderts. In souverän ironischer Verknüpfung realer Ereignisse mit den fiktiven Elementen des großen Gesellschaftsromans führt der Autor die vergeblichen Fortschrittshoffnungen der Medizin vor.
Leo Zwirn, sowjetischer Kulturexperte und Lebenskünstler, wird Anfang der 60er Jahre nach China strafversetzt. Nach dem Bruch der chinesisch-sowjetischen »Freundschaft« müssen alle Experten zurück in die UdSSR – außer Zwirn, der an ein von aller Welt vergessenes Museum in Xi’an, der alten Kaiserstadt, »delegiert« wird. Es ist die Zeit der Kulturrevolution, das Museum soll als »rückwärtsgewandte Institution« geschlossen werden. Um dies zu verhindern, finden sich im Museum Mitstreiter, die mit gewiefter Taktik und Phantasie diesen Beschluss zu unterlaufen versuchen. Mit der Wahrheit muss unkompliziert umgegangen werden. Ein sensationeller Fund, nämlich abstrakte Zeichnungen des frühen Mao Zedong, taucht auf, der im Museum wirkungsvoll präsentiert wird. Aber sind sie tatsächlich echt? Und wie lässt sich der misstrauische, skrupellose und machthungrige Politkommissar, der »Stählerne Wu«, in ein weiteres Projekt einbinden, durch das ein kunsthistorisches Weltwunder herbeigezaubert werden könnte: Das Entstehen der unsterblichen Armee von Terrakottakriegern, die von der Überlegenheit des chinesischen Volkes kündet und ganz nebenbei dem Tourismus, der »Industrie ohne Rauch«, einen global bewunderten Aufschwung verschafft.
Wer einen großen Schriftsteller kennengelernt hat, darf auf einen Begleiter fürs Leben zählen. Mit Esprit und untrüglichem Blick für das Besondere stellt uns Tilman Spengler die schreibenden Meister und ihre Werke vor. Wir erfahren, warum griechische Dramatiker einander so ähnlich sehen, weshalb Kafka so gern ins Kino ging und wie sehr Gogol von der Nase fasziniert war. Ein sehr persönlicher Kanon, von Dante bis Rilke, von Fontane bis Joyce: einmal vorgestellt, nie vergessen.
Zartrosa Mandelblüten, klatschroter Mohn und unverschämt blaues Wasser: Mallorca. Zusammen mit dem Schäfer Alejo erkundet Tilman Spengler das beliebteste Reiseziel der Deutschen einmal abseits der ausgetretenen Touristenpfade und spürt Geschichten und Orte auf, die nicht jeder kennt. Und abends wird aufgetischt: „calderata de langostino“, „sobrasada“, „arrós negre“ und zum Abschluss „flam“ und ein „café cortado“ - die zahlreichen nachkochbaren Rezepte bringen auch den Leser auf den Geschmack.
Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und verbrachte seine Kindheit in Nürnberg. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert. Heute lebt Enzensberger in München. Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, war zunächst Jurist, dann wandte er sich dem Schreiben zu. Seit 1983 veröffentlicht er Romane, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays über Kunst und Literatur, über Reisen, über religiöse, historische und politische Themen. Dafür hat er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, etwa den Heinrich-von-Kleist-Preis, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Georg-Büchner-Preis und die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Er ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, der Deutschen Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und lebt in Frankfurt am Main.
Herfried Münkler, geboren 1951, ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Viele seiner Bücher gelten als Standardwerke, etwa «Die Deutschen und ihre Mythen» (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, sowie «Der Große Krieg» (2013), «Die neuen Deutschen» (2016), «Der Dreißigjährige Krieg» (2017) oder «Marx, Wagner, Nietzsche» (2021), die alle monatelang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste standen. Zuletzt erschien «Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert», ebenfalls ein «Spiegel»-Bestseller. Herfried Münkler wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung und dem Carl Friedrich von Siemens Fellowship. Frank Sieren, geb. 1967, ist Korrespondent, Bestseller-Autor und Dokumentarfilmer. Er lebt seit 1994 in China.