Werner Beierwaltes Book order (chronological)







Fußnoten zu Plato
- 438 pages
- 16 hours of reading
Der Mathematiker und Philosoph Alfred North Whitehead behauptete, die Geschichte der Philosophie Europas sei als eine „series of footnotes to Plato“ verstehbar. Wahr an diesem viel zitierten Dictum ist durchaus, dass neben Aristoteles und der Stoa vor allem Grundgedanken der Philosophie Platons in verwandelter Form das philosophische Denken der Spätantike, des christlichen Mittelalters, der Renaissance und der Metaphysik der Neuzeit wesentlich geprägt haben. Die in diesem Band versammelten „Fußnoten zu Plato“ reflektieren eine Reihe von zentralen platonischen Fragen, wie sie etwa von Plotin, Proklos, Augustinus, Johannes Scotus Eriugena, Nicolaus Cusanus, Marsilio Ficino, Johannes Reuchlin, Schelling und Hegel aufgenommen und weitergedacht worden sind. Martin Heideggers ambivalente Platon-Rezeption wird im Zusammenhang seines „Rückgangs zu den Griechen“ überhaupt thematisiert. In diesen unterschiedlichen Perspektiven auf die Geschichte des Denkens erschließt sich zugleich deren systematischer Sinn und ihre lebensformende Kraft.
Symposion Johann Gottlieb Fichte
- 98 pages
- 4 hours of reading
Proklos (412-485), der letzte Diadochos Platons in der Akademie zu Athen, hat die metaphysische Theorie des Neuplatonismus im fünften Jahrhundert n. Chr. vollendet. Sein Denken reflektiert die Dialoge Platons und konzentriert sich auf das absolute Eine als Grund einer differenzierten Vielheit sowie auf Geist und Seele als Struktur des gesamten Wirklichen, sowohl des geistigen als auch des sinnlichen Kosmos. Proklos sieht die Möglichkeit und Aufgabe des Menschen darin, sein eigenes Sein in seinem Ursprung denkend zurückzuführen und sich so selbst zu begreifen. Die Überlegungen des Buches thematisieren die Einheit von Philosophie als Lebensform und systematischem Denken, das durch radikale negative Dialektik im Hinblick auf das Absolute an seine Grenzen gelangt. Dies wird exemplarisch durch die Erörterung des Begriffs des mit dem Einen identischen Guten und des Geistes als dynamischer Einheit verdeutlicht. Die Philosophie des Proklos hat eine weitreichende Wirkungsgeschichte bis zum Deutschen Idealismus entfaltet. Das Buch verfolgt Spuren dieses Prozesses im Mittelalter und in der Renaissance, etwa in Meister Eckharts Konzept von Gott und Gelassenheit, in Nicolaus Cusanus' Denken des Einen und als „Zentrum des Lebens“ sowie in Marsilio Ficinos neuplatonischer Deutung des platonischen „Parmenides“. Die Produktivität und Überzeugungskraft metaphysischen Denkens wird in verschiedenen historischen Kontexten spürbar.
Nicolai de Cusa, Opera omnia
- 190 pages
- 7 hours of reading
Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat am 11. und 12. Februar 2005 ein Symposium über Nikolaus von Kues veranstaltet. Anlaß hierzu war der Abschluß der von ihr über viele Jahre hin betreuten ersten historisch-kritischen Ausgabe der Werke des Cusanus. Die im vorliegenden Bande veröffentlichten Vorträge sind zum einen dem Rückblick auf den Anfang und den Fortgang der Ausgabe gewidmet, zum andern eröffnen sie Einblicke in das cusanische Denken, die dessen philosophisch-theologische Weite und Eindringlichkeit verdeutlichen und zudem seinen kulturellen Kontext bewußt machen.
Platonismus im Christentum
- 222 pages
- 8 hours of reading
Christliche Theologie ist seit ihrer Entstehung untrennbar mit Philosophie verbunden, wobei begriffliches Denken zur reflektierenden Selbstdurchdringung des Glaubens führt. Die griechische Metaphysik, insbesondere Platonismus und Aristotelismus, hat die Entwicklung der Theologie als „Wissenschaft“ maßgeblich beeinflusst. Diese Übernahme philosophischer Theorien, Denkformen und Terminologien ist nicht nur formal, sondern prägt auch die Inhalte der Theologie. Historisch betrachtet gab es immer wieder Ängste vor einer „Hellenisierung“ oder „Verweltlichung“ des Christentums. Das Buch untersucht, inwieweit Philosophie im neuen Kontext ihre ursprüngliche Intention bewahrt. Beeinflusst das Christentum die Philosophie, oder wird es durch sie irritiert, verdeckt oder gar zerstört? Ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung zwischen dem „Alten“ und dem „Neuen“ eine produktive Synthese oder Symbiose, die interessanter ist als eine gewaltsame Trennung? Diese Fragen werden anhand von Paradigmen aus der Spätantike (Marius Victorinus, Dionysius Areopagita), dem Mittelalter (Bonaventura, Meister Eckhart) und der Renaissance (Nicolaus Cusanus, Marsilio Ficino) aus der Perspektive des spätantiken Neuplatonismus (Plotin, Porphyrios, Proklos) erörtert. Dabei werden grundlegende Begriffe des metaphysischen Denkens behandelt, die auch für die jeweiligen Lebensformen prägend sind.
Platónská tradice v antické filosofii a její recepce ve filosofii německého idealismu.
Heideggers Rückgang zu den Griechen
Vorgetragen in der Gesamtsitzung am 18. Februar 1994
- 30 pages
- 2 hours of reading
Die Bayerische Akademie der Wissenschaften mit Sitz in der Münchner Residenz ist eine der ältesten und größten deutschen Wissenschaftsakademien. Als Gelehrtengesellschaft und Forschungseinrichtung widmet sie sich vorwiegend der Grundlagenforschung sowohl im geistes- als auch im naturwissenschaftlichen Fächerspektrum mit einem Schwerpunkt auf langfristigen größeren Forschungsunternehmungen. Die Gemeinschaft der Gelehrten ist in zwei Klassen organisiert, einer philosophisch-historischen und einer mathematisch-naturwissenschaftlichen, die sich regelmäßig treffen. Bei diesen Klassensitzungen stellen einzelne Mitglieder Ergebnisse aus ihren Forschungen vor, die in den Sitzungsberichten veröffentlicht werden.
Johannes Scottus Eriugena repräsentiert eine herausragende Figur des spekulativen Denkens im frühen Mittelalter, die Philosophie und Theologie als eine argumentativ gesicherte Einheit verwirklicht hat. Seine theologischen Reflexionen sind von zentralen Fragen des neuplatonischen Philosophierens geprägt, insbesondere hinsichtlich Einheit, Sein und Denken. Eriugena gelingt es, originäre Einsichten über den göttlichen Ursprung und dessen kreative Entfaltung in der Welt zu entwickeln. Werner Beierwaltes untersucht in diesem Werk zentrale Aspekte von Eriugenas Denken, insbesondere dessen Überlegungen zur Funktion der Sprache und zur Insuffizienz der Sprache im Vergleich zum Absoluten, die er durch „negative Theologie“ auszugleichen versucht. Eng verbunden mit dem Sprachproblem ist die Frage nach menschlicher Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein, die das „absolute, göttliche Selbstbewusstsein“ widerspiegelt. Diese Fragestellungen werden ontologisch durch die Analyse der trinitarischen Einheit und deren kreativer Selbst-Entfaltung beleuchtet. Die Welt wird als differenzierte Harmonie und als „Metapher“ verstanden, die einen Rückgang und einen Aufstieg in der Kunst ermöglicht – vom Bild zum Ur-Bild. Eriugenas Quellen haben auch Auswirkungen auf seine Wirkungsgeschichte, die sich in Denkern wie Nicolaus Cusanus und im Deutschen Idealismus zeigt, sowie in der Gegenwart bei E. Pound und J. L. Borges.
Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit
- 273 pages
- 10 hours of reading
Das Verhältnis von Selbsterkenntnis und Erfahrung der Einheit des eigenen und absoluten Grundes ist ein zentraler Gedanke in Plotins Philosophieren. Er umfaßt die Möglichkeiten der sinnlichen Erfahrung, des begreifenden Denkens im Kontext der Zeit und dessen Verbindung zu einer zeit-freien Form von Selbstreflexion. In einer Bewegung des inneren „Aufstiegs“ macht das Denken sich sein eigenes Selbst - das denkende Eine in ihm - bewußt. Plotins Imperativ: „Laß ab von Allem“ drängt allerdings nicht zu begrifflich blinder Unmittelbarkeit, zu einem irrationalen Sprung ins Absolute, sondern verweist auf den Prozeßcharakter des Philosophierens: am Ende der begreifenden, sich seiner selbst bewußt werdenden, universalen Abstraktionsbewegung steht der Selbstüberstieg des Denkens als dessen höchste Möglichkeit, die ihm aus seinem eigenen Einheitsgrund zukommt. Das vorliegende Buch analysiert diesen Grundgedanken anhand einer eingehenden Interpretation von Plotins Enneade V 3 („Über die erkennenden Wesenheiten“), übersetzt den griechischen Text neu und erläutert die ihn wesentlich bestimmenden Begriffe und Denkformen. Es arbeitet den geschichtlichen Kontext des Begriffes „Selbsterkenntnis“ im Blick auf die platonische Tradition heraus, trägt einiges bei zu einem verantwortbaren Begriff philosophischer Mystik und zeigt implizit auch wichtige Ansatzpunkte für die mittelalterliche und neuzeitliche Diskussion von „Selbstbewußtsein“.
"Sborník přednášek na téma Křesťanství a filosofie - Velké epochy, které proběhly na půdě Křesťanské akademie Praha v přednáškovém roce 1990/91 ..."
Die Frage nach dem Einen als dem Grund und Ziel des Vielen hat das Philosophieren von Anfang an bewegt. 'Denken des Einen' thematisiert die eigentümliche Gestalt dieser Frage, wie sie der Neuplatonismus (vor allem in Plotin, Porphyrios und Proklos) erreicht hat und analysiert die Struktur dieses Denkens anhand einiger Leitbegriffe: Neuplatonisches Denken als Theorie einer All-Einheit, Entfaltung des Einen als Bestimmung der Wirklichkeit im Ganzen, universale Realisierung des Bildes auf das Eine hin, dialektisches Erkennen, Sprache und Mythos, mystische Einung. Von hier aus ergeben sich aufschlußreiche wirkungsgeschichtliche Perspektiven auf die christliche Spätantike und die Philosophie des Mittelalters (z. B. auf Eriugena, den Platonismus von Chartres und Bonaventura), nicht minder auf die Neuzeit. In diesen Phasen der Denkgeschichte bestätigt sich paradigmatisch der Satz Hegels: „Die ganze Philosophie ist nichts Anderes als das Studium der Bestimmungen der Einheit.“ Reflexionen zur aktiven oder möglichen „Gegenwart“ neuplatonischen Denkens zeigen schließlich dessen bleibende Herausforderung.
Die Kunst gibt zu denken
- 128 pages
- 5 hours of reading
Marsilio Ficinos Theorie des Schönen im Kontext des Platonismus
- 56 pages
- 2 hours of reading
Proklos
- 442 pages
- 16 hours of reading
In dieser Studie von Werner Beierwaltes, einem der international renommiertesten Kenner der spätantiken und neuplatonistischen Philosophie, wird die systematische Dichte und das spekulative Schwergewicht des proklischen Oeuvres deutlich erkennbar. Damit sind für die Erforschung philosophiegeschichtlicher Zusammenhänge nach vorwärts wie rückwärts neue Voraussetzungen geschaffen. Weil es in diesem doppelten Sinne Maßstäbe setzt, ist dieses Buch mit gutem Grund zu einem Markstein der Neuplatonismus-Forschung geworden.
Metaphysisches Denken ist seit seinem Anfang wesentlich bestimmt durch die Frage nach dem Bezug von Identität und Differenz, sei es, dass ihm - etwa bei Parmenides - Differenz oder Andersheit philosophisch gar nicht legitimierbar erscheint, sei es, dass es - etwa bei Platon - Differenz als notwendiges Konstituens des Seins im Ganzen denkt. Von Anfang an auch besteht diese Frage mit der nach Einheit und Vielheit und der nach Sinn und Funktion von Gegensätzen untrennbar zusammen. Dieses Buch, das hier in unveränderter Neuauflage erscheint, versammelt in exemplarischer Weise die Themen, denen sich das Denken des Autors über Jahrzehnte immer aufs Neue gewidmet hat. Es entwirft eine umfassende Begriffsgeschichte von Identität und Differenz. In der Darstellung der dialektischen Problementfaltung wird deutlich, wie die Frage nach dem Bezug von Identität und Differenz das philosophische Denken von Platon und den Neuplatonikern über christliche Theologie und Frühe Neuzeit bis hin zum Deutschen Idealismus geprägt hat. Darüber hinaus zeigt das Buch, wie die Problemstellung in Adornos Kritik des Identitätsbegriffs auch in die Gegenwartsphilosophie hinein weiter fortwirkt.
Grundfragen der Mystik
- 105 pages
- 4 hours of reading



