Ein Dichter schmückt ihren linken Oberschenkel. Aus einer verrückten Laune heraus hat sich Katharina, ein junges hübsches Mädchen, am ganzen Körper tätowieren lassen. In voller Schönheit präsentiert sie sich auf großen und kleinen Rummelplätzen neugierigen Gaffern. Irgendwann lernt sie einen Mann kennen, der sich für sie interessiert, von ihrer Tätowierung aber nichts weiß. Im Dunkel der Nacht läßt sie sich zu einem Rendezvous am nächsten Nachmittag überreden. Sie will ihm ganz gehören. Doch die Vorstellung, sich dem Geliebten nackt zu zeigen, wird für Katharina immer quälender, immer unerträglicher. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf - wie so häufig in den Erzählungen der vorliegenden Sammlung, die erstmals die gesamte Kurzprosa Doderers vereint: die Erzählungen der beiden Bände "Die Peinigung der Lederbeutelchen" und "Unter schwarzen Sternen" sowie "Neun andere Geschichten" aus der Jubiläumsausgabe "Meine 19 Lebensläufe". Sie enthält darüber hinaus die zu Doderers Lebzeiten unveröffentlichten "Divertimenti" aus den Jahren 1924 bis 1926. Mit ihnen beschäftigt sich der Herausgeber vornehmlich in seinem Nachwort.
Wendelin Schmidt Dengler Books






Werke, Band 4. Korrektur
- 380 pages
- 14 hours of reading
Korrektur erschien erstmals vor dreißig Jahren. Mit ihm erreicht Bernhards »Frühwerk« den Kulminationspunkt: Der Versuch des Erzählers, das Hauptwerk des durch Selbstmord früh aus dem Leben geschiedenen, in Cambridge lehrenden Österreichers mit Namen Roithamer zu korrigieren und zur Vollendung zu bringen, scheitert.
Bruchlinien 1
- 559 pages
- 20 hours of reading
Besprechungen von Werken der österreichischen Literatur von 1945 bis 1989, ihre Entstehungsgeschichte, die Autoren und allgemeine Tendenzen der einzelnen Epochen
Ernst Jandl, Materialienbuch
- 167 pages
- 6 hours of reading
Wendelin Schmidt-Denglers Texte rund ums Leder erzählen von einer lebenslangen Leidenschaft. „Fußball ist für mich primär Sprache“, schreibt er und benennt damit sein zentrales Bindeglied zwischen Profession und Passion. Der Germanist kommentiert das Spiel, wie er es an zahllosen Romanen, Gedichten und Theaterstücken erprobt hat: Mit großer Ernsthaftigkeit nimmt er dessen Phraseologie aufs Korn. Mit ebensolcher Leicht- füßigkeit dekonstruiert er die ballesterischen „Mythen des Alltags“. Sprache und Ereignis begegnen sich in einem tragikomischen Zweikampf, den Schmidt-Dengler mit der gebannten Skepsis des Interpreten verfolgt. Seit Mitte der 1990er Jahre verfasste der passionierte Fußballfan regelmäßig Kolumnen und Essays zum Thema Fußball. Sein Interesse für den Sport machte ihn auch in Bevölkerungsschichten bekannt, die wenig Berührungspunkte mit der Literaturwissenschaft hatten. Häufig war er in Fußballstadien anzutreffen, deren Funktion er mit jener des griechischen Theaters verglich, in dem das Publikum Spannungen auf- und abbauen konnte. Der SK Rapid Wien würdigte Schmidt-Dengler nach dessen Ableben im September 2008 mit einer Schweigeminute im Gerhard-Hanappi-Stadion.
Die Erfahrung der Kriegsgefangenschaft 1916 bis 1920 gilt als das Schlüsselerlebnis, das Heimito von Doderer den Weg ins Schriftstellertum wies. Doderer hatte als Dragoner am Russlandfeldzug teilgenommen, wurde im Juli 1916 bei der Reiterschlacht von Olesza (Ostgalizien) gefangengenommen und zuerst nach Ostasien, dann ins westliche Sibirien deportiert. In den Lagern Krasnaja Rjetschka bei Chabarowsk am Amur, im fernen Osten Russlands, während der Internierung bei Nowo Nikolajewsk, dem heutigen Nowosibirsk, und im Kriegsgefangenenlager von Krasnojarsk entstanden die Texte, die im vorliegenden Band zum ersten Mal veröffentlich werden. Auf abenteuerlichen Wegen gelangte Doderer im Sommer 1920 wieder nach Wien. Vor dem Krieg hatte Doderer das Verlegenheitsstudium der Rechtswissenschaft begonnen. Nach dem Krieg entschied er sich für das Studium der Geschichte und der Psychologie. Ausschlaggebend dafür war die für den Beruf des Schriftstellers am besten geeigneten Studien zu betreiben. In den frühen Skizzen und Erzählungen, die das Lagerleben reflektieren, aber auch das ferne Wien poetisch vergegenwärtigen, finden sich bereits Themenstränge, die sich, Jahrzehnte später, in der „Strudlhofstiege“, den „Dämonen“ und im „Grenzwald“ romanhaft auffächern. Auch Doderers eigentümliche Beschreibungsart und „dodereske“ Stilmittel sind in den Texten aus der Zeit der Gefangenschaft schon im Keim erkennbar.
Nestroy. Die Launen des Glückes
- 175 pages
- 7 hours of reading
Die österreichische Gegenwartsliteratur von Christoph Ransmayr bis Robert Menasse in beispielhaften Interpretationen ihrer wichtigsten Werke. Wendelin Schmidt-Dengler hat mit „Bruchlinien“ einen Begriff geprägt, der die österreichische Nachkriegsliteratur in ihren Entwicklungen und Verwerfungen auf den Punkt bringt. „Bruchlinien“ heißt auch das Buch, in dem er seine legendären Vorlesungen zum Thema zusammengefasst hat und das längst ein Standardwerk ist. Es zeigt nicht zuletzt, wie lustvoll und lebendig sich über Literatur reden und nachdenken lässt: begeistert und begeisternd. In diesem Geist hat er bis zuletzt auch die Gegenwartsliteratur in Österreich beobachtet und begleitet, als Rezensent, aber vor allem auch in bisher unveröffentlichten Vorlesungen. Sie beleuchten in kritischer Distanz wie in teilnehmender Nähe die Entwicklungen der österreichischen Literatur im Zeitraum von 1990 bis 2008.
Als ich einmal Harreither in der Dusche interviewte
- 154 pages
- 6 hours of reading
Begeisterte, Leidende und Fassungslose – dieses Buch enthält Geschichten zu allen Aspekten des österreichischen Fußballs. Erzählt wird vom Schicksal eines Weltmeisters, von wirtschaftlichen Abgründen und emotionalen Höhenflügen auf der Tribüne und vor dem Fernseher und vielem mehr. Literaten, Journalisten, Literaturwissenschaftler und der aktuelle Trainer des Champions-League-Starters LOK Moskau schreiben über die wichtigste Nebensache der Welt. Auf der Suche nach den letzten Wahrheiten dringen sie bis in die Duschkabine eines renommierten Fußballklubs vor. Was sie finden, sind österreichische Wahrheiten – über die man lachen oder weinen kann. Doch der Ball rollt weiter. In die Ewigkeit. Mit Texten von: Margit Schreiner Gustav Ernst Leopold Federmair Erich Hackl Gerhard Jaschke Erwin Riess Johann Skocek Alfred Tatar Andreas Weber Gerhard Roth und Wendelin Schmidt-Dengler
Der literarische Umgang der Österreicher mit Jahres- und Gedenktagen
- 128 pages
- 5 hours of reading
Jederzeit besuchsfähig
- 320 pages
- 12 hours of reading
Um Doderers Laster schätzen zu können, bedarf es einer gründlichen Kenntnis seiner Werke, gepaart mit hintersinniger Ironie und einer großen Lust im Umgang mit den Texten. All diese Eigenschaften verband Wendelin Schmidt-Dengler in unnachahmlicher Weise, als Redner, als Autor und als Professor an der Universität Wien. Seine Auseinandersetzung mit dem Autor erstreckte sich über vier Jahrzehnte. Auch das Wort „lebenslänglich“ könne ihn, so bemerkte er einmal, im Zusammenhang mit Doderer keinesfalls „schrecken“, im Gegenteil: „es soll so weitergehen“! Mit diesem Band liegt nun eine Auswahl aus Wendelin Schmidt-Denglers Arbeiten zu Heimito von Doderer vor, die es – ein Wort Doderers aufgreifend – Lesern erlaubt, wesentlichen Orten im Schaffen dieses Ausnahmegermanisten jederzeit einen Besuch abzustatten.
Literaturkritik
- 176 pages
- 7 hours of reading
Die Beiträge des vorliegenden Bandes nehmen eine Ortung der Literaturkritik insofern vor, als sie diese in ihren historischen und gegenwärtigen Erscheinungsformen erkunden. Im ersten Teil wird Literaturkritik vor allem als spezifischer Ausdruck einzelner Kritikerpersönlichkeiten wie Lessing, Schlegel, Kerr, Bahr, Polgar, Musil erfaßt. Im zweiten Teil gilt dann das Hauptaugenmerk den unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen von Literaturkritik. Der Bogen spannt sich hier von feministischer Literaturkritik über Literaturkritik in der Schule, in den Print- und audiovisuellen Medien bis hin zur Spontankritik bei Literaturwettbewerben. Vom „Ingeborg-Bachmann-Preis“ ist dabei ebenso die Rede wie vom „Literarischen Quartett“, von der „SWF-Bestenliste“ genauso wie von der literaturkritischen Radiosendung „Ex libris“, von Großkritikern bis sich in Literaturkritik übenden Schülern, von der Literaturkritik als Kunstwerk ebenso wie von der zum Analphabetischen tendierenden Zweizeilenkritik in zeitgenössischen „Videoclip-Medien“ (S. Löffler).
Die Vielfalt in Kafkas Leben und Werk
- 288 pages
- 11 hours of reading
Anläßlich zweier Symposien der Österreichischen Franz Kafka-Gesellschaft trafen in den Jahren 1997 und 1999 renommierte Literaturwissenschaftler zusammen, um sich über bis dato wenig beachtete Aspekte in Leben und Werk des Dichters auszutauschen. Dem internationalen Teilnehmerkreis entsprach dabei eine Themenvielfalt, die von philosophischen und psychoanalytischen Bezügen über die komplexe Sprachsymbolik bis hin zur Darstellung des Fremden in den Texten des Prager Autors reichte. Im vorliegenden Sammelband werden die einzelnen Beiträge erstmals vollständig dem Fachpublikum und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Literaturgeschichten haben seit geraumer Zeit Konjunktur; eine Literaturgeschichte Österreichs, die dem Interesse des Lesers wie den Ansprüchen der Wissenschaft genügt, fehlt. Diesem Mangel abzuhelfen ist eine reizvolle Aufgabe, bedarf aber der einläßlichen methodischen Vorbereitung, die über die intensive Theoriediskussion der jüngeren Vergangenheit hinausführt und Konsequenzen in der Praxis zeitigt. Die prekäre Identität der österreichischen Literatur erfordert eine Sensibilisierung im Begrifflichen, eine exakte Reflexion der Kanonmechanismen und der Periodisierung und eine Neuorientierung an meist vernachlässigtem Material. Vor allem aber ist ein Konzept nötig, das Literaturgeschichtsschreibung von chauvinistischen Ansprüchen freihält, die verengende Sicht traditioneller Literaturgeschichten und damit verbundener Wirkungen aufgibt und zugleich das exponiert, was als Besonderheit der österreichischen Literatur gilt. Der Band grenzt das Problemfeld auf verschiedene Weise ein: Grundsätzliche Erwägungen zur Textsorte Literaturgeschichte stehen neben Analysen, die Kritik an vorhandenen Paradigmen mit Perspektiven zur Neuorientierung verbinden. Abschließende Fallstudien machen bewußt, wie dringlich es für den Literarhistoriker ist, seine Urteile auf Grund der Empirie zu revidieren.
Österreich – Zweite Republik. Befund, Kritik, Perspektive - 12: --Das fortgeschrittenste Land ohne es zu wissen
Unbewusster Avantgardismus aus Österreich
- 112 pages
- 4 hours of reading









