Weimar - 'der' Ort der deutschen Klassik. Lebendig und kenntnisreich erzählen Norbert Oellers und Robert Steegers vom „Weimarischen Musenhof“, beschreiben anschaulich den historischen Moment der Begegnung von Goethe und Schiller, seine Vorgeschichte, die neun Jahre der Freundschaft und Zusammenarbeit beider und die Folgen der kurzen Glanzzeit bis zu Goethes Tod 1832.
Text in neuer Rechtschreibung.
Seit 1952 bereits führt Reclam die preisgünstige und handliche Ausgabe der bedeutendsten und bekanntesten Gedichte Schillers im Programm. Zeit für eine Generalüberholung! Die neue Auswahl entspricht dem seit den Fünfzigern gewandelten Schiller-Bild. Die Texte haben eine solide philologische Grundlage und sind mit Verständnishilfen versehen. Das Allerwichtigste aus Schillers Lyrik, für die nächsten 50 Jahre mindestens.
Band 43: Register. Ergänzungen, Korrekturen, Gesamtinhalt
Erstmals wird die Quellenarbeit Schillers für seine historischen Schriften systematisch rekonstruiert und dokumentiert. Ausführliche Stellenkommentare bieten nicht nur historische Personen-, Sach- und Worterläuterungen, sondern geben auch Einblick in den Diskurs- und Werkzusammenhang der Schiller schen Schriften. Mit Registern zu allen historischen Schriften (Bände 17-19/I).
"Wer den Dichter will verstehen, / Muß in Dichters Lande gehen" - so heißt es in Goethes West-Östlichem Divan. Norbert Oellers und Robert Steegers nehmen den Dichter beim Wort und erkunden den Weimarischen Musenhof, richten manchen Seitenblick auf die politischen, sozialen, religiösen, amourösen und ökonomischen Begleitumstände, die die literaturgeschichtlich bedeutende klassische Zeit Weimars geprägt haben.
Oellers gibt, ganz reclamgemäß und über den Jubiläumsanlass hinaus gültig, einen interpretierenden Überblick über das gesamte Werk des großen Weimarer Klassikers (vormaligen Stürmers und Drängers), des modernsten Dichters der Zeit um 1800, griffig gegliedert nach Gattungen und leicht verständlich, gleichwohl aus der Kenntnis der ganzen Schillerforschung geschöpft. Dem Biographismus früherer und heutiger Schiller-Apotheosen setzt Oellers eine fundierte Werkinterpretation entgegen. Deren Zentrum liegt in einem historisch informierten Verständnis, das nicht wieder den Autor und seine Werke (oder nur Zitate aus ihnen) unter dem Motto „Er ist unser!“ für jede Aktualität umstandslos vereinnahmt. Unter einer entschlossen historisierenden Perspektive erkennt Oellers im ganzen Werk Schillers einen Grundgedanken, einen Grunddualismus, der etwa Maria Stuart, Don Karlos oder Wallenstein mit den Ideengedichten und den großen ästhetisch-philosophischen Aufsätzen verbindet. Es ist der Dualismus von einer aus größter Kenntnis tief kritischen und pessimistischen Sicht auf die Geschichte und dem Entwurf einer von allem Historischen, Irdischen, Politischen befreiten und befreienden utopischen und autonomen, einer „heiteren“ Kunst. Dieser Schiller, pessimistischer Geschichtsschreiber und Verfechter einer freien Kunst, steht am Tor der Moderne, die noch unsere Epoche ist.