Fritz Molden schildert in seinem autobiografischen Rückblick die ereignisreiche und schicksalshafte Zeit seiner Jugend zwischen Ständestaat und Nationalsozialismus. Ein abenteuerliches Stück Literatur, das mit seinen sprühenden Anekdoten österreichische Zeitgeschichte lebhaft und vor allem liebevoll festhält. Moldens Retrospektive ist mit Sicherheit ein Klassiker- und das nicht nur ob seiner sprachlichen Feinheiten, sondern vor allem, weil es der österreichischen Seele würdevoll Tribut zollt.
Ein prominenter Zeitzeuge erzählt neue österreichische Geschichte von 1945 bis heute: „Vielgeprüftes Österreich“ ist ein Versuch, aus der persönlichen Sicht des Autors, Erlebnisse und Beobachtungen, die Fritz Molden seit dem Wiedererstehen der Republik 1945 bis in die Gegenwart machte, aufzuzeichnen und auch für eine jüngere Lesergeneration festzuhalten. Fritz Molden, der bis heute aktiven Anteil am politischen Leben nimmt, war Zeit seines Lebens als Diplomat, Politiker, Journalist, Verleger und Autor an vorderster Stelle tätig. Sehr persönliche Erfahrungen, Begegnungen und Gespräche machen Zeitgeschichte lebendig. Ein wichtiges Buch zur Geschichte der Zweiten Republik. Besonders jetzt, wo diese - wie man fast glauben könnte - vor einem neuen Wendepunkt steht.
Der Autor beschreibt in den 20 Erzählungen seines Buches, die er ganz bewußt locker Geschichten nennt, die ferne Welt eines vergessenen Österreich. Er erzählt völlig unpolitisch die in größeren Zusammenhängen unbedeutenden Geschehnisse, die Menschen, ihre Freuden und Sorgen ebenso betreffen, wie ihre Absonderlichkeiten und liebenswerten Spleens. Es kann viel gelacht werden bei den Geschichten über jene österreichische Minimundus, für die Fritz Molden uns die grünen Jalousien hochzieht.
Dies ist die Geschichte einer unruhigen Jugend – zwischen dem Abendrot eines untergegangenen Reiches und dem grellen Schein des Atomzeitalters –, erzählt von Fritz Molden, ein Bericht über seinen Lebenskreis und sein Erleben. In den Frieden einer Wiener patrizischen Familie hineingeboren – Seeleute und Generäle, Dichter, Pelzhändler, Beamte und Journalisten sind die Vorfahren – erlebt er in den dreißiger Jahren das letzte Leuchten des altgoldenen Sterns. Bürgerkriege und die Kämpfe zwischen Patrioten und Nationalsozialisten gehören zum Alltag des Jünglings, der 1938, nach dem Anschluss, an sich und seinen Angehörigen die Brutalität der neuen Herren erfährt. Mehrfach in Haft, rettet er sich zur Wehrmacht – Russland, Verwundung, Frankreich und Italien heißen die Etappen. Kontakte mit dem Widerstand führen dazu, dass Fritz Molden ein gewagtes Spiel beginnt, um Verbindung mit den Alliierten herzustellen. Entdeckt, flüchtet er, um dem Kriegsgericht zu entgehen, quer durch Italien in die Schweiz. Dort nimmt er Verbindung zum Schweizer Generalstab und den Alliierten auf: Er verhandelt im Namen des österreichischen Widerstands. Immer wieder geht er zurück ins deutschbesetzte Europa, mit stets anderen Namen, anderen Uniformen: von der Gestapo gejagt, ein Seiltänzer ohne Netz. Es gelingt ihm, die Einigung der Untergrundgruppen und alliierte Hilfe herbeizuführen. Der Preis ist hoch: die Eltern im Gefängnis, der Bruder auf der Flucht. Doch endlich erlebt Fritz Molden die Befreiung, heimgekehrt findet er auch die Seinen wieder. Aber der Stern, der einst der ihre war, ist für immer geborsten.