Der traurige Gott
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Fünf Vorträge - Informationen und Materialien zur Literatur
German
Richard Wagners Weltendrama
Peter Wapnewskis klare und eingängige Erläuterungen des größten Werkes der Bühnengeschichte sind für alle Interessierten eine hilfreiche und kenntnisreiche Stütze. Er deutet jede Szene, erklärt die Verbindungen und entwirrt das Geflecht der Handlung. Kenner werden es besser verstehen, Verächter bekehrt sein und Unwissende einen Zugang zu dem Weltendrama finden.
In seinen Büchern zur Dichtung des Mittelalters und zur neueren Kunst und Kultur hat Peter Wapnewski, der bekannte Mediävist und bedeutende Wagner-Kenner, es stets meisterhaft verstanden, Vergangenheit und Gegenwart ineinander zu spiegeln. In seinen lang erwarteten Erinnerungen, deren erster Teil jetzt vorliegt, wird nun die eigene und damit deutsche Geschichte im Lichte des Biographischen lebendig. Geboren in der Weimarer Republik (1922 in Kiel) und aufgewachsen unterm Hakenkreuz, kommt Wapnewski 1942 als Panzerfahrer an die Ostfront, wo ihn ein Granattreffer das linke Auge kostet. Er erfährt die Schrecken des Bombenkrieges in Berlin, wird denunziert und vom Kriegsgericht angeklagt, kann schließlich sein germanistisches Studium beginnen, das ihn nach Berlin, Jena, Freiburg und zuletzt nach Hamburg führt. Dort erlebt er das Kriegsende, die Hungerwinter und den mühsamen Neuanfang einer Universität, die bald zum Ausgangspunkt seiner eigenen wissenschaftlichen Karriere wird.
»Walther von der Vogelweide«, schreibt der Germanist Hans Kühn, »ist unter jedem Maßstab einer der größten Dichter deutscher Zunge.« Unter den Dichtern der mittelhochdeutschen Blütezeit rage er »an Sprachgewalt, an Eigenart, an Leidenschaft hervor wie Shakespeare unter den elisabethanischen Dramatikern«. Der Fischer Taschenbuch Verlag legt hier in erweiterter Fassung erneut eine Auswahl vor, die nahezu die Hälfte des Waltherschen Werkes umfaßt. Über die erste Auflage schrieb Hans Kühn in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG in einer der längsten Besprechungen, die je einem Taschenbuch gewidmet wurde: »Mittelalterliche Texte selbst zu Wort kommen zu lassen, sie dem Leser voll zu erschließen und doch nicht immer gleich mit dem Zeigefinger des Lehrers oder Gelehrten dazwischenzufahren, das braucht Takt, Klugheit und Bescheidenheit. Peter Wapnewski, Professor an der Universität Heidelberg, hat diese Aufgabe für eine Auswahl von Walthers Gedichten ... in vorbildlicher Weise gelöst. Wapnewski... hat die Ausgabe so angelegt, daß sie einem Leser ohne Vorkenntnisse zu einem guten Verständnis von Walthers Dichtung verhilft und trotzdem auch dem Studenten der Germanistik viele wertvolle Hinweise gibt.«
Dritte Auflage
Richard Wagner begann als Rebell. Er war der ewig Polarisierende, der ewig Unruhe Auslösende. Seine Zeitgenossen nötigte er durch sein visionäres Genie, vor allem durch seine Musik, zu leidenschaftlicher Parteinahme. Bis heute zählt die Wiederbelebung des Mittelalters zu Wagners wichtigsten Leistungen. Was wären die Stoffe der Niebelungensage, des Tristan und des Parsifal heute ohne ihn? Auch Tannhäuser und Lohengrin wären nur in begrenztem Maße bekannt, wenn nicht Richard Wagner ihnen und damit auch sich selbst eine Denkmal gesetzt hätte: Er ist der Mittler des Mittelalters. Aus der bewundernden Distanz eines »Wagnerianers wider Willen« (Carl Dallhaus) schildert Wapnewski das Wirken eines Künstlers, der das kulturelle Leben seiner Zeit und seiner Nachwelt wie kein anderer beherrscht hat.
Gedichte und Interpretationen, herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki
Codex Manesse (Palatinus Germanicus 848): Eine Auswahl aus der Grossen Heidelberger Liederhandschrift