Abschied vom Prinzipiellen
- 150 pages
- 6 hours of reading






Gesammelte Schriften in zehn Bänden, Band sieben.
Die berühmte Studie zu einem zentralen Thema wird durch eine umfassende Analyse und tiefgehende Einblicke ergänzt. Der Autor beleuchtet sowohl historische als auch zeitgenössische Perspektiven und bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Theorien. Durch anschauliche Beispiele und fundierte Argumente wird der Leser dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen und die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Die Verbindung von Theorie und Praxis macht das Werk zu einer wertvollen Ressource für Interessierte und Fachleute gleichermaßen.
Dieses Buch enthält einerseits Beiträge zur Analytik der Geschichtsphilosophie: Untersuchungen zum Verhältnis von Hermeneutik und Sollensdenken, zum Theodizeemotiv der Geschichtsphilosophie, zu ihrer Absicht, es gewesen, und ihrer Kunst, es nicht gewesen zu sein. Es enthält andererseits Beiträge zur Dialektik der Schwundstufen der Geschichtsphilosophie: kritische Untersuchungen zur Anthropologie, zur Weltanschauungstypologie, zum Wachwechsel zwischen Ästhetik und Therapeutik in der neueren Philosophie und in diesem Zusammenhang auch zu transzendentalphilosophischen Implikationen der Psychoanalyse.
In seiner Vorlesung über Existenzphilosophie spricht Odo Marquard Themen an, die er in dieser Form in seinen Schriften noch nicht behandelt hat: Im Mittelpunkt stehen Philosophen wie Kierkegaard, Heidegger und Sartre. Aber auch Aristoteles, Schopenhauer und andere kommen zu Wort. Am ausführlichsten geht er auf Kierkegaard ein, dessen überaus komplexe Philosophie er auf den Punkt bringt. »Zu den formalen Besonderheiten dieser Vorlesungen gehört, dass der Leser hier an der allmählichen Entstehung philosophischer Ideen teilhaben darf« (F. J. Wetz). Die Zeitlosigkeit der Themen, ihre originelle Behandlung und der faszinierende Denkstil dieses »Transzendental-Belletristen«, wie Marquard sich gern selbst bezeichnet, machen den Wert dieser Erstveröffentlichung aus.
Odo Marquard untersucht in Texten, die zwischen 1993 und 2007 entstanden sind und hier in Auswahl in seinem sechsten Band in der Universal-Bibliothek versammelt werden, Themen wie Theodizee, Freiheit, Optimismus oder Pluralismus - Themen also, die dem Autor besonders wichtig waren und sind. Weiterhin vertritt er dabei „eine endlichkeitsphilosophische Skepsis“ - und zwar „ohne missionarischen Eifer“.
Marquards zwischen 1984 und 2003 entstandene Texte dokumentieren wiederum seine „endlichkeitsphilosophische Skepsis“: Kleine Anthropologie der Zeit - Skepsis als Philosophie der Endlichkeit - Das Über-Wir - Sola divisione individuum - Mut zur Bürgerlichkeit - Die Denkformen und die Gewaltenteilung - Einheitswissenschaft oder Wissenschaftspluralismus? - Musik in der Philosophie u. a. m.
Philosophische Essays
Der Philosoph Odo Marquard feierte am 26. Februar seinen 75. Geburtstag. Seine Studien zeichnen sich durch stilistische Eleganz aus; auch komplizierte Sachverhalte werden durch seine geschliffenen, originellen Formulierungen zur ansprechenden Lektüre. Eine Auswahl seiner wichtigsten und meist gelesenen Essays (vermehrt durch einen Bonner Vortrag vom Oktober 2001) wird in diesem "Jubiläumsband" vorgelegt.
Der neue Essay-Band des Gießener Philosophen macht schon im Titel deutlich, dass er seine Kompensationsphilosophie fortzusetzen gedenkt, in immer wieder überraschenden, bemerkenswerten Facetten. Neben dem titelgebenden Aufsatz finden sich Texte wie „Homo compensator“, „Das Zeitalter des Ausrangierens“, „Zukunft braucht Herkunft“, „Ende der Universalgeschichte“, „Apologie der Bürgerlichkeit“, „Aufklärung und Wirklichkeitssinn“ und andere. Auch über diesem Band könnte als Motto stehen: „Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt.“
Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt. Mit diesen Worten beginnt das Büchlein Marquards und sein Bekenntnis zur bürgerlichen Welt. Skepsis ist für ihn das Nein zum großen Nein zugunsten der kleinen Jas. So viele kluge Gedanken zum Mut für Bürgerlichkeit bekommt man zu solch einem niedrigen Preis wohl nirgendwo sonst. Der TagesspiegelAlle Studien verdienen das Prädikat amüsant. Dass diejenigen, die Marquards Zustimmung zur bürgerlichen Welt nicht zustimmen, Jammerathleten und Kassandren vom Dienst, Negationskonformisten und Bürgerlichkeitsflüchtlinge sind, mag Marquard nachgesehen werden. Allein schon deshalb, weil er es so unbegründet formuliert. Seine Studien bereiten Lesevergnügen; manchmal auch Einsichten nach dem Motto: „Wer den Scherz nicht riskiert, nimmt das Ernste nicht ernst genug.“Odo Marquard ist immer zu einem philosophischen Scherz aufgelegt, zumindest durch seine überraschenden Formulierungen. Solche enthalten die zehn Studien in Überfülle. Sie sind eine neue Art fröhlicher Wissenschaft. Gießener Anzeiger
Menschenmöglich ist nicht das vollkommene Glück, sondern – inmitten von Übeln – das unvollkommene: das 'Glück im Unglück'. Die Menschen sind endlich. Sie sind seinsmäßig nicht so gut gestellt, dass sie es sich leisten könnten, das Unvollkommene zu verschmähen. Denn das absolut Vollkommene haben sie nicht und würden es auch nicht aushalten. Sie brauchen Entlastung vom Absoluten und dafür das Unvollkommene: vielleicht sogar auch jene unvollkommene Apologie des Unvollkommenen, die dieses Buch ist.
"Die 'Apologie des Zufälligen' ist nach außen hin unscheinbar, wie alle gelben Reclam-Broschüren (und überdies deshalb sehr erschwinglich); von innen betrachtet ist die Sammlung ein Vergnügen, eine Erfrischung, eine Denk-, Mit- und Nachdenklust."-- SFB Hörfunk
Der Band versammelt die wichtigsten Texte des Philosophen und Transzendental-Belletristen Odo Marquard zum Thema Altern. Er enthält ›Einwilligung in das Zufällige‹, ›Vernunft und Humor‹ und ›Zum Lebensabschnitt der Zukunftverweigerung‹, sodann die bereits bei Reclam erschienenen ›Verweigerung der Bürgerlichkeitsverweigerung‹ und ›Zeit und Endlichkeit‹, vor allem aber ein neues Interview ›Das Alter – mehr Ende als Ziel‹, das Franz Josef Wetz, sein Schüler und der Herausgeber des Bandes, mit dem Philosophen geführt hat: »Man kann sich traurig und freudig fühlen, müde und wach, aber 70- oder 80-jährig, das geht meines Erachtens nicht … Und wenn man das Greisenalter erreicht hat, kommt noch als weiterer Vorzug hinzu, sich nichts mehr beweisen zu müssen, ja sich unterbieten zu dürfen. Dies sorgt für mehr Gelassenheit. Man lernt über Fehler und Schwächen leichter hinwegzusehen, und wenn die Mängel nicht schwerer sind als das, was da ist, sogar großzügig darüber hinwegzusehen.« (Odo Marquard)
Odo Marquards (1928–2015) Essays sind verblüffend zeitlos: Sie schließen nahtlos an gegenwärtige Debatten an und schaffen zugleich mit wohltuender Distanz Klarheit. In »Plädoyer für die Einsamkeitsfähigkeit« widmet er sich dem Problem, dass es so vielen an der Fähigkeit mangelt, mit Einsamkeit adäquat umzugehen. In »Diätetik der Sinnerwartung« zeigt er, dass vor allem ein übermäßiger Sinnanspruch für die allgegenwärtige Sinnverlustklage verantwortlich ist. Der titelgebende Essay schließlich nimmt eine Analyse von gegenwärtigen Verschwörungsideologien vorweg. Ein Nachwort des Marquard-Schülers Franz Josef Wetz ordnet die Texte ein.