Der Dichter und Chronist Joan Maragall i Gorina (1860-1911) gilt als einer der bekanntesten Intellektuellen des katalanischen Modernismus. An der Schwelle zum zwanzigsten Jahrhundert kämpft er für ein neues Selbstbild der katalanischen Kulturnation und sucht seinen persönlichen Weg in die europäische Moderne. Dabei entfaltet er einen Identitätsdiskurs, der in großem Maße von seiner Auseinandersetzung mit Goethe, Nietzsche und Novalis geprägt ist. – Die Studie untersucht Joan Maragalls Rezeption deutscher Literatur als Rahmen nationaler und individueller Selbstkonstruktion. Neu ist, dass die Autorin auch Quellen heranzieht, durch die der katalanische Dichter mit den ideologischen Tendenzen der Goethe-, Novalis- und Nietzsche-Rezeption um 1900 konfrontiert wurde. Dies führt zu einer kritischen Betrachtung des direkten Vergleichs und bringt den katalanischen Modernisten mit einem in der Maragallforschung bisher wenig beachteten intellektuellen Feld in Berührung.
Heidi Grünewald Book order



- 2023
- 2015
Retornos
- 350 pages
- 13 hours of reading
Die Autoren reflektieren nicht nur die Komplexität eines interkulturellen Austausches über jenen historischen Moment, mit dem die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Sie vermitteln die Heterogenität der individuellen Annäherungen an ein Thema, das die spanische Germanistik über die Perspektive der eigenen Widerspiegelungen des Großen Krieges hinaus bewegt. Mit der Rezeption der wichtigsten Kriegsromane, aber auch mit der Kriegsverarbeitung im Theater, mit Frauenliteratur im Krieg sowie mit anderen vom Einschnitt des Krieges geprägten ästhetischen, literarischen und kulturellen Diskursen der Entfremdung bietet der Band eine wichtige Form der Auseinandersetzung. Die Beiträge beleuchten die Nachwirkung dieses ersten totalen Massenkrieges bis heute.
- 1985
Die kommunikativen Rahmenbedingungen der SPIEGEL-Gespräche, die zwingende Unterscheidung in authentischen und modifizierten Interviewtext sowie die Beschreibung der Textpräsentation und -modifikation machen deutlich, dass die an der Sprechakttheorie orientierten Analysekategorien - überzeugen, überreden, behaupten usw. - zur Erfassung argumentativer bzw. manipulativer Sprachhandlungen unzureichend sind. - Die Unterscheidung in argumentative Oberflächen- bzw. Tiefenstruktur ermöglicht jedoch, Evaluierungen, Strategiensysteme, aber auch «persuasive Spielereien» linguistisch zu fassen, sowohl scheinbare als auch echte Opponentenhaltungen in Behauptungssituationen aufzuzeigen und den «kritischen Effekt» des SPIEGEL auch in der freundschaftlichen Reizrede zu erklären.