Excerpt from Die Technik des GlücksDurch das Schwinden der Religion wird fiau1? fur die materielle Organisation der Menschheit. Die Erfahrung, daß die Sicherung der materiellen Existenz eine notwendige geworden ist, bedingt die dem Vereinzelungsringen parallel laufende ökonomische Projektion, den Wert, das Eigentum, den Besitz und den darauf sich organisierenden Staat, dessen Gesetze den jenseitsglauben ah zulöseri beginnen. Der Staat wird Gott. Weit brutaler, weil er ohne das tröstende Kompromiß eines Jenseits ist. Der Staat irrt sich nie oder er hebt sich auf. Er wandelt sich, wie sich mit ihm die Menschen wandeln sollen oder einzeln schon gewandelt haben. Nun ist aber die Menschen ändern sich nicht. Sie wandeln sich nicht. Etwas anderes ändert sich, von dem Gott und der Staat nichts weiß und worauf sie keinen Ein?uß haben, die Atmosphäre ihrer Zusammengehörigkeit, das Bewußtsein der Ge meinschaft, der Rhythmus ihrer Kollektivität, die Allheit.
Franz Jung Books






Schriften und Briefe I-II
- 2 volumes
Der vorliegende Band der Franz Jung Werkausgabe vereinigt drei Romane aus den Zwanziger Jahren: einen aus ihrer Anfangs- und zwei aus ihrer Endphase. Am Anfang steht Proletarier, verfasst im Herbst 1920 während eines Gefängnis-Aufenthaltes, erschienen 1921. Der 1930 beendete Roman Arbeiter Thomas fand während der Weimarer Republik keinen Verleger und wird hier erstmals aus dem Nachlass ediert. Hausierer von 1931 schließlich ist das letzte Buch, das Franz Jung vor seiner großen Autobiographie aus dem Jahre 1961 überhaupt noch veröffentlichen konnte. „Es ist verlockend, die Titel der hier abgedruckten Werke gleichsam allegorisch zu nehmen und darin markante Figurationen der Weimarer Republik zu sehen.“ (Aus dem Nachwort von Walter Fähnders)
Franz Jung 2
Chronik einer Revolution in Deutschland
In "Gott verschläft die Zeit" (1920) kritisiert Franz Jung die überhebliche Unfähigkeit deutscher Schriftsteller und beleuchtet die problematische Beziehung zwischen Mann und Frau. Er verbindet die Themen der Klassik und Romantik mit einer verkrüppelten Kultur und ruft leidenschaftlich zur Revolution auf. Der Band macht Jungs Werke wieder zugänglich.
Der vorliegende Band der Franz Jung Werkausgabe vereinigt drei Romane aus den Zwanziger Jahren: einen aus ihrer Anfangs- und zwei aus ihrer Endphase. Am Anfang steht Proletarier, verfasst im Herbst 1920 während eines Gefängnis-Aufenthaltes, erschienen 1921. Der 1930 beendete Roman Arbeiter Thomas fand während der Weimarer Republik keinen Verleger und wird hier erstmals aus dem Nachlass ediert. Hausierer von 1931 schließlich ist das letzte Buch, das Franz Jung vor seiner großen Autobiographie aus dem Jahre 1961 überhaupt noch veröffentlichen konnte. „Es ist verlockend, die Titel der hier abgedruckten Werke gleichsam allegorisch zu nehmen und darin markante Figurationen der Weimarer Republik zu sehen.“ (Aus dem Nachwort von Walter Fähnders)
Zwischen Schrecken und Trost
- 74 pages
- 3 hours of reading
Als expressionistischer Dichter, Dada-Trommler, Freiwilliger und Deserteur des 1. Weltkriegs, Aktivist des Spartakusbundes, Mitbegründer der KAPD, Vagabund, Schiffsentführer, Leiter einer russischen Zündholzfabrik, Wirtschaftsanalytiker und Börsenspekulant war Franz Jung schon zu Lebzeiten eine Legende. Er war oft im Gefängnis, vielfach auf der Flucht, schrieb ca. 30 Romane, mehr als zehn Theaterstücke sowie Essays, Radiofeatures, ökonomische und politische Analysen. Er war der Inbegriff des Abenteuertums, des Aufbruchs und Ausbruchs. 'Ein Charakter, wie man sie heutzutage nur noch auf Leinwänden trifft', beschreibt ihn Günter Kunert. Jung war immer kompromißlos und ist dadurch in diesem 'Jahrhundert des Verrats' zu einer paradigmatischen Figur geworden. Zur Zertrümmerung der großen Illusionen und Ideologien hat er einen bedeutenden Teil beigetragen. 'Einer der imponierenden Väter, in deren Fußstapfen wir traditionell sicherer stehen könnten in unserem Land', sagt Günter Herburger über ihn und Michael Rohrwasser bezeichnet den Weg nach unten als eines der wichtigsten Bücher, die nach dem Krieg erschienen sind.











