Bilder von Gehenden, Sitzenden, Wartenden
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In den turbulenten Tagen der unverhofftesten Ereignisse in der neuren deutschen Geschichte haben zahllose Menschen fotografiert. Doch Barbara Klemm hat jene Bilder gemacht, die im kollektiven Gedächtnis haften geblieben sind: Gorbatschow, wie er am 40. Jahrestag der DDR auf Leute am Straßenrand zugeht und den berühmten Satz über das Zuspätkommen sagt; Willy Brandt, wie er an der Invalidenstraße den offenen Grenzübergang passiert; Helmut Kohl, wie er in Dresden vor der aggressiv wirkenden Fahnenmenge spricht; Bärbel Bohley nachdenklich mit Zigarette, hinter ihr Gregor Gysi und Heiner Müller; das Podium bei der Vereinigungsfeier in einem Moment, der alle Protagonisten schlagend charakterisiert. Der Band ist ein singuläres Zeitdokument.
Über vier Jahrzehnte prägte Barbara Klemm als Fotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit ihren eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen das kollektive Bild des politischen und kulturellen Deutschlands der Nachkriegszeit. Ihre Aufnahmen - von den ikonischen Momenten des Mauerfalls 1989 bis hin zu eindringlichen Porträts politischer Größen wie Willy Brandt - sind weit mehr als bloße Dokumente der Zeitgeschichte. Mit ihrem einzigartigen Blick verlieh sie historischen Ereignissen und Personen eine Aura, die bis heute nachwirkt. Das Buch versammelt ihre bedeutendsten Fotografien und zeigt, warum Barbara Klemm als eine der wichtigsten zeitgenössischen Fotografinnen Deutschlands gilt. Ein herausragendes visuelles Zeugnis unserer Geschichte, festgehalten in Bildern, die bleiben. Künstlerbuch der renommierten FAZ-Fotografin Bildikonen der deutschen Zeitgeschichte Ausstellung: Hessischer Landtag, Wiesbaden, 26. März bis 6. April 2025; Museum Wiesbaden, ab 26. März 2025
Die Photojournalistin Barbara Klemm (geb. 1939) hat mit ihren Schwarzweiß-Bildern, die sie von 1970 bis 2005 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aufnahm, ein unvergleichliches bebildertes Geschichtsbuch der Bundesrepublik Deutschland geschaffen. Ob beim legendären Zusammentreffen Leonid Breschnews mit Willy Brandt in Bonn 1973, bei den Protesten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Mutlangen 1983 oder in der euphorisierten Menge am Brandenburger Tor am 9. November 1989 – stets ist es der Photographin gelungen, im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken. So schuf sie Bilder fürs kollektive Gedächtnis, die teilweise – mit Künstlerportraits, Reisereportagen und Museumsbildern – weit über das Politische hinausgehen und immer von gesellschaftlicher Relevanz sind. Ihre Portraits von Politikern, Schriftstellern, Musikern und bildenden Künstlern stehen neben Reportagen über Alltag und Gesellschaft an den Kulminationspunkten der Welt: Ost- und Westeuropa, Russland, Iran, Indien, Südafrika, Chile, Peru, Bolivien, Kuba und USA. Scheinbar einfache Mittel – analog, schwarzweiß, ohne Stativ und Blitz, selbstentwickelte Abzüge ohne Beschnitt auf Barytpapier – prägen den Stil dieser passionierten Bildchronistin, deren unverzichtbaren ästhetisch-pädagogischen Beitrag zu unseren Sehgewohnheiten wir zu ihrem 80. Geburtstag mit diesem opulenten Bildband feiern. Herzlichen Glückwunsch, Barbara Klemm!
Weimar, einst ein Zentrum kultureller Strömungen, zieht erneut alle Blicke auf sich und weckt Hoffnungen. Seit Goethes Zeiten ist die Stadt ein Symbol für den Kampf der guten Geister gegen böse Mächte und verdeutlicht, wie weit ästhetische Prinzipien wirken können. Die lokale Geschichtsschreibung unterscheidet drei Epochen: das goldene, silberne und bronzene Zeitalter. Die goldenen Jahre sind Goethes Schaffen und der Höhepunkt der Aufklärung gewidmet. In den silbernen Zeiten, unter Großherzog Carl Alexander, erlebte Weimar einen kulturellen Aufschwung mit Persönlichkeiten wie Liszt und Nietzsche. Im bronzenen Zeitalter suchten Idealisten und Zivilisationsmüde, darunter Harry Graf Kessler und Walter Gropius, nach neuen Wegen. Thomas Steinfeld beleuchtet die Biografie dieser ästhetischen Provinz und fordert dazu auf, den Glanz Weimars mit anderen Thüringer Residenzen sowie Städten wie Paris, Darmstadt, Rom und Kopenhagen zu vergleichen. Der Wechsel von Ankunft und Abreise offenbart die Macht einer Illusion: der Vorstellung, dass es einst einen Ort gab, an dem das Leben selbst ein Kunstwerk war. Weimar bleibt ein Versprechen, dessen Einlösung durch einen kulturpolitischen Epilog erörtert wird.
scheinungstermin: 20. Oktober 2006Günter de Bruyns Buch ist ein Porträt der Landschaft und der Kultur Brandenburgs. Der Band ist die Hommage eines großen Schriftstellers an seine Heimat. 'Mein Brandenburg' entwirft nicht nur ein plastisches Bild des landschaftlich reizvollen Gebietes um Berlin, sondern präsentiert auch Geschichte und vor allem Literaturgeschichte der Mark mit erzählerischer Anschaulichkeit.
Fotografien 1968-2011