Burda, ein schmucker Leutnant der k.-u.-k. Armee, tadellos in seinen Manieren, ehrenhaft in seinem Charakter, hat nur eine Schwäche: Er ist eitel und himmelt Frauen an, die unerreichbar für ihn sind. Als er der blutjungen Prinzessin Fanny verfällt, findet er immer wieder neue Indizien dafür, dass die Prinzessin seine Gefühle erwidert. Ein Wahn, der sein Ansehen, seine Karriere, schließlich sein Leben selbst gefährdet. Am Ende bleibt nur ein vertrockneter Veilchenstrauß im Kehricht. Mit Leutnant Burda ist eine der ergreifendsten Novellen der österreichischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts neu zu entdecken. Schon zeigen sich Risse im Gefüge des Habsburger Reichs, das in einem letzten halb verzweifelten, halb lächerlichen Aufbäumen von seinem Untergang kündet, dem sich wenig später auch Autoren wie Arthur Schnitzler und Joseph Roth widmen sollten.
Ferdinand von Saar Books
Ferdinand von Saar was an Austrian novelist, playwright, and poet. Alongside Marie von Ebner-Eschenbach, he stood as one of the most significant realistic writers in the German language in Austria at the close of the 19th century. His works are valued for their realistic perspective on the society and human destinies of the era. Saar's style is distinguished by its precision and depth in capturing the psychology of his characters.







Die Hardcover-Ausgabe gehört zur Reihe TREDITION CLASSICS des Verlags tredition aus Hamburg, die Werke aus über zwei Jahrtausenden neu auflegt. Ziel ist es, Klassiker der Weltliteratur in gedruckter Form zu bewahren und die Kultur zu fördern, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
Die Troglodytin. Die Steinklopfer
- 89 pages
- 4 hours of reading
Ferdinand von Saar, der bedeutende Chronist der untergehenden Habsburger Monarchie, begann mit ersten schriftstellerischen Versuchen im Schatten von Grillparzer und Stifter. Seine Verbindung von psychologischem Feingespür und skeptischem Realismus machte ihn jedoch schnell zu einem der wichtigsten Vorläufer für die literarische Moderne Österreichs, wie etwa für Arthur Schnitzler. Text in neuer Rechtschreibung
Meisternovellen
- 405 pages
- 15 hours of reading
Dem Golde Gleicht der dichtkunst hohe gabe
Sechs Gedichte im Faksimile der Handschrift
Die Geigerin
- 38 pages
- 2 hours of reading
Ich bin ein Freund der Vergangenheit, nicht aus romantischen Neigungen oder einer Schwärmerei für die vermeintlich gute alte Zeit, die es nie gab. Vielmehr meine ich die Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht und mit der ich, da man seine Jugendeindrücke nicht loswerden kann, emotional verbunden bin. Ich fühle mich zu Menschen hingezogen, deren Leben in frühere Zeiten fällt und die sich nicht mehr in neue Verhältnisse einfügen können. Gerne spreche ich mit Handwerkern und Kaufleuten, die der Gewerbefreiheit und dem Wettkampf der Industrie zum Opfer gefallen sind, sowie mit Beamten und Militärs, die unter den Trümmern gescheiterter Systeme begraben wurden. Auch Aristokraten, die vom letzten Schimmer eines erlauchten Namens leben, wecken mein Interesse. Diese typischen Persönlichkeiten, die an vergangenem Glanz festhalten möchten, verkörpern eine Macht des Lebens, die es wert ist, gewürdigt zu werden. Daher habe ich eine Vorliebe für die alten Plätze, Gassen und Häuser meiner Heimatstadt und finde mich manchmal in öffentlichen Gärten wieder, die durch neue Anlagen an Publikum verloren haben und in denen sich oft Menschen in lichtscheuer Kleidung verstecken.
Tambi
Novelle
Vor Jahren hatte ich mich entschlossen, einen Winter auf dem Lande zu verleben, und zwar deshalb, weil ich in meinen Arbeiten zurückgeblieben war und Ruhe und Sammlung benötigte. Ich begab mich also im Spätherbst auf ein herrschaftliches Gut, dessen Besitzer mir seit Jahren befreundet. Er selbst war von dort, wo er einen Teil des Sommers zugebracht, mit seiner Familie nach Italien abgegangen; ich aber bezog ein kleines Nebengebäude des Schlosses, wo ich mich sehr bald wohnlich eingerichtet hatte. Meine Fenster gingen nach zwei Seiten hin. Auf der einen blickte ich in den Park, auf der anderen lag die Landschaft mit einem Teil des Dorfes vor mir. Eine echt mährische Gegend. Unübersehbare Felder, auf welchen noch hin und wieder Rüben und Kartoffeln standen; sanft ansteigende Hügel, dunkle Nadelholzwälder und das Ganze von einem Eisenbahndamme und einem kleinen, trägen Flüßchen durchschnitten und durchschlängelt.
Tragik des Lebens
- 104 pages
- 4 hours of reading
In der Landeshauptstadt waren Arbeiterunruhen entstanden, die sich zunehmend steigerten und drohten, auf die benachbarten Eisenwerke überzugreifen. Ein Streik musste unbedingt verhindert werden. Man erwartete den Fürsten, der sich mit seiner Mutter und seiner jungen Gemahlin in Florenz befand, während die Betriebsleiter Tag und Nacht arbeiteten und Verhandlungen anstrebten. In der Stadt war es jedoch zum Äußersten gekommen, Militär wurde mobilisiert, und es gab unvermeidliche Opfer, die eine dumpfe, unentschiedene Ruhe hinterließen. An einem Abend saß ich mit Graf Erwin im kleinen Salon des Schlosses, einem traulichen Raum, der durch einen prachtvollen alten Gobelin abgegrenzt war. An der gegenüberliegenden Wand hingen einige Familienporträts, darunter eines, das besonders hervortrat. Es zeigte den Urgroßvater des Fürsten in der grünen Uniform eines Landsturmmajors aus den Befreiungskriegen, gemalt von Lampi. Hohe Intelligenz sprach aus den edlen, aber sanften Zügen des Mannes, der in kräftigstem Alter war. Sein Haar war, der Tracht seiner Zeit gemäß, leicht gepudert und nach hinten in einem Beutel zusammengefasst. Die Farben des Meisterwerks waren so frisch, als stammte es von heute, und die lebendige Wiedergabe der bedeutenden Persönlichkeit regte zur längeren Betrachtung an. So blickten wir beide auch jetzt schweigend darauf hin.
Es war im Vorfrühling. Einige außergewöhnlich schöne und warme Tage hatten in dem Garten des Versorgungshauses für Ortsarme den Rasen zum Grünen und an den Bäumen und Gesträuchen die Knospen zum Schwellen gebracht, ja an dem vernachlässigten Aprikosenspalier längs der Feuermauer des anstoßenden Hauses waren schon weiße Blüten zum Vorschein gekommen. Aber ein plötzlicher Wetterumschlag war erfolgt, und nach starken Regengüssen begann ein rauher Nordwest von der nahen Türkenschanze herüberzufegen. So war denn der Garten, wo sich alte bresthafte Leute schon gehend oder sitzend gesonnt hatten, wieder winterlich verödet. Nur der Pfründner Karl Schirmer betrat ihn noch nach der kärglichen Mahlzeit, die er in einer benachbarten kleinen Gastwirtschaft einzunehmen pflegte. Er wandelte dann trotz der feuchten Kälte, die sehr empfindlich in seinen von mehrfachen Übeln angegriffenen Körper eindrang, auf den verlassenen Pfaden umher. Denn er fühlte sich da unten doch wohler als oben im Hause, wo ihm die Stubengenossen sein jämmerliches Dasein nur noch mehr verbitterten.
Wiener Kinder
- 228 pages
- 8 hours of reading
Die Handlung spielt in einem neu errichteten, gotischen Bau, der als Schule dient und in einer ruhigen Gasse liegt. Hier lernen eifrige Kinder in lichtdurchfluteten Räumen, dass Bildung weit über die Grundlagen von Lesen und Schreiben hinausgeht. Der Autor reflektiert über den Wandel der Bildung und die Herausforderungen, die mit der modernen Wissensvermittlung einhergehen. Die Schule, von den Vätern der Stadt geweiht, symbolisiert den Übergang zu einem umfassenderen Verständnis von Wissen und den Anforderungen der heutigen Zeit.
Ginevra. Und andere Erzählungen
- 156 pages
- 6 hours of reading
Herr Fridolin und sein Glück
- 48 pages
- 2 hours of reading
Schopenhauer spricht in einer seiner zahlreichen Abhandlungen über die Leiden und die Nichtigkeit des Daseins die Behauptung aus: daß die sogenannten Glücklichen es nur scheinbar, höchstens aber nur vergleichsweise seien, und wenn schon hin und wieder ein wahrhaft Glücklicher vorkäme, so sei dies ein so seltener Fall wie ein erreichtes sehr hohes Alter, wozu gleichsam als Lockvogel die Möglichkeit gegeben sein müsse. Nun, als ein solcher ausnahmsweise Glücklicher stellte sich der Zimmerwärter auf dem gräflichen Schlosse zu R ... Herr Friedrich oder eigentlich, der tschechischen Taufliste nach, Herr Bedrich Kohout dar.
Novellen aus Österreich
- 344 pages
- 13 hours of reading
Inh.: Marianne/ Geigerin/ Vae victis!/ Leutnant Burda/ Herr Fridolin und sein Glück/ Sündenfall/ Brauer von Habrovan/ Pfründner
Ginevra und andere Novellen
- 350 pages
- 13 hours of reading
Ginevra und andere Novellen - bk1146; Ullstein Verlag; Ferdinand von Saar; pocket_book; 1983
Am südlichen Ende Prags, auf einem gegen die Moldau felsig abstürzenden Hügel, erhebt sich ernst und düster die Wyschehrader Zitadelle. Es läßt sich im Umkreise einer großen, volkreichen Stadt nichts einsam Abgeschiedeneres denken als dieses alte, ziemlich ausgedehnte Fort. Denn die Besatzung beschränkt sich in Friedenszeiten auf eine Offizierswache von geringer Stärke, die nur den allernötigsten Sicherheitsdienst an den Toren und auf den Wällen versieht. Die Kasematten und Blockhäuser im Innern stehen leer und verödet, und die spärlich gefüllten Pulvermagazine scheinen wie die Belagerungsgeschütze nur da zu sein, um einem invaliden Unteroffizier der Artillerie zur Sinekure eines Zeugwartes zu verhelfen. Auch die Poststraße, welche durch die Zitadelle über den Rücken des Hügels nach Budweis führt, wird nur wenig benützt. Harmlose Spaziergänger nach dem nahen anmutigen Dorfe Podol, Landleute aus der Umgegend, welche Lebensmittel zum Prager Markt bringen, und hin und wieder ein bestäubter Wanderbursche sind fast die einzigen Passanten der Festungstore. So herrscht innerhalb der Wälle gewöhnlich die tiefste Stille, die nur selten durch das Rollen eines Wagens, regelmäßig aber am frühen Morgen, mittags und abends durch den Wachetambour mit rasselnden Trommelsignalen unterbrochen wird.
Tento soubor obsahuje povídky rozdílné rozsahem i tematicky, které se často odehrávají na hraně mezi skutečností a tajemnem, mezi světlem a tmou, mezi hmotným a duchovním světem. Autor dokáže přesně a citlivě vystihnout atmosféru, která jako by byla jedním z protagonistů příběhu. Povídkyjsou situovány do současnosti a jsou lehce autobiografické. Vydání knihy bylo finančně podpořeno Nadačním fondem Českého rozhlasu z veřejné sbírky Světluška a Ministerstvem kultury České republiky.
Milostný příběh věrného hraběcího sluhy, je příběhem prosťáčka, který vidí vrchol své kariéry v panské službě.
Výbor povídek rakouského novelisty druhé poloviny 19. století o milostných vztazích hrdinek a hrdinů z nejrůznějších společenských vrstev, převážně z prostředí Čech a Moravy (Inocenc, Marianna, Štěrkaři, Vae victis!, Tambi, Poručík Burda, Seligmann Hirsh, Troglodytka, Ginevra, Zámek Kostenice, Rekviem lásky, Doktor Trojan, Habrovanský sládek, Sňatek pana Stäudla, Lidé ze starobince). Sevřené realistické příběhy, zobrazující citový život lidí vatmosféře rezignace před převratnými událostmi dvacátého století, zachycují mnohé z autorových vlastních zážitků.


































