Es liegt seit je in der Natur des Menschen, mittels von Orakelsprüchen sowie mantischer Praktiken die Zukunft für das eigene Handeln zu erkunden. Auf einer anderen Stufe tritt der Prophet als Träger des Wortes Gottes auf, er verkündet den Willen der Gottheit, um so dessen Gegenwart den Menschen erfahrbar zu machen. Parusie bedeutet also die Anwesenheit einer Gottheit, wie sie sich im Hellenismus vor allem an dem Phänomen der Epiphanie dokumentieren lässt. Im Neuen Testament meint Parusie dagegen die machtvolle Wiederkunft des Menschensohnes am Himmel zum Weltgericht. Der Sammelband vereinigt 22 Beiträge von Altphilologen, Althistorikern, Archäologen, Religionswissenschaftlern und Theologen, um von Homer im 8. vorchristlichen Jahrhundert bis zu Augustin in der Spätantike eine Entwicklungslinie unter Beachtung der spezifischen Schlüsselbegriffe aufzuzeigen. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Genese der Begriffe im frühen Christentum, wobei es auf den Nachweis ankommt, dass das Christentum auch ein Teil der griechisch-römischen Antike ist.
Raban von Haehling Book order (chronological)



Rom und das himmlische Jerusalem
Die frühen Christen zwischen Anpassung und Ablehnung
- 308 pages
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In elf Beiträgen analysieren Althistoriker und Theologen die Wahrnehmungen und Positionen früher Christen gegenüber Kaiser und Gesellschaft in den ersten drei Jahrhunderten bis zum Duldungserlass des Kaisers Galerius im Jahr 311 n. Chr. Der Absolutheitsanspruch der monotheistischen Religion führt zu einem spannungsreichen Konfliktpotential, das von distanzierter Anerkennung bis hin zur offenen Konfrontation mit der heidnischen Umwelt reicht. Die Aufsätze thematisieren, welche Antworten die christlichen Autoritäten den Gläubigen in ihrem Verhalten zum Kaiser und dessen Amtsträgern geben und wie sie der heidnischen Umwelt die christliche Haltung näherbringen, die vom universalen Anspruch Gottes geprägt ist. Trotz der unterschiedlichen Aspekte betonen alle Beiträge die christliche Position zwischen Abkehr und Hinwendung. Die distanzierte Einstellung gegenüber der heidnischen Umwelt, sichtbar in der Selbstauslieferung christlicher Märtyrer und der ablehnenden Haltung zum römischen Kaiserkult, war auch von einer Integration in bestehende Normen geprägt. Die Kommunikation und Auseinandersetzung der christlichen Apologetik mit der heidnischen Seite, die Gebete an den Kaiser sowie die christliche Bildsymbolik verdeutlichen eine bewusste Hinwendung zum Staat, in dem die Christen auch ihre Funktion als Bürger erfüllten.