Immer wieder wird über rechtsextreme Vorfälle in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr oder Justiz berichtet, was die Frage aufwirft, ob es sich um Einzelfälle oder um organisierte Gruppen handelt. Der Aufklärungswille staatlicher Behörden wird oft als fraglich wahrgenommen. Dieser Band von Matthias Meisner und Heike Kleffner analysiert erstmals umfassend die rechten Netzwerke im deutschen Staatsapparat. Die Reportagen, Interviews und Analysen beleuchten nicht nur Polizei und Bundeswehr, sondern auch Justiz und Verfassungsschutz. Die Mechanismen sind vielfältig, von rechtsradikalen Äußerungen über Drohungen bis hin zu konkreter „Amtshilfe“, wie dem Leaken von Dokumenten, die dann in rechten Foren missbraucht werden. Die Bewertungen der Autoren sind differenziert und bieten eine Grundlage für konstruktive Diskussionen. Begriffe wie Rechtsextremismus werden nicht isoliert betrachtet, sondern es wird ein demokratischer Konsens vorausgesetzt, der die Trennlinie zwischen Demokraten und extremen Rechten definiert. Die Herausgeber und Autoren möchten eine dringend notwendige gesellschaftliche Debatte anstoßen und die bereits erkannten Gefahren von Rechts in den Sicherheitsbehörden unterstützen. Zahlreiche investigative Journalisten haben sich zusammengeschlossen, um auf dieses unterschätzte Thema aufmerksam zu machen, ergänzt durch Beiträge von verschiedenen Autoren.
Matthias Meisner Books




In den Anti-Corona-Protesten wurde deutlich, wie tief inzwischen die Skepsis gegenüber parlamentarischer Demokratie und wissenschaftlichen Erkenntnissen in ganz unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung verankert ist: Impfgegner, Klimawandelleugner, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und Neonazis marschieren nebeneinander – ohne Abstand. Dieses Buch analysiert das Phänomen einer erschreckend breiten Allianz: von neuen und alten Feinden einer aufgeklärten Gesellschaft und des demokratischen Rechtsstaats. Dabei werden auch Entwicklungen in Frankreich, den USA oder Österreich in den Blick genommen. Matthias Meisner und Heike Kleffner haben zahlreiche Expertinnen und Experten versammelt, die sich fundiert den einzelnen Gruppierungen und Milieus widmen, deren Vernetzung aufzeigen und vor den Auswirkungen einer antidemokratischen Welle im Gefolge der Coronakrise warnen. Interviews mit Dunja Hayali, Heiner Fangerau und Sven-Georg Adenauer.
Ungarn
- 275 pages
- 10 hours of reading
Es gibt eine gute Kraft der Renitenz! Und wir brauchen sie gerade jetzt, wo negative Nachrichten und Resignation alles zu dominieren scheinen. Dieses Buch hat einen erfrischenden Ansatz: Es plädiert dafür, aktiv zu werden, die Gleichgültigkeit abzulegen, nein zu sagen, anzuecken – im Job, auf der Straße und in der Politik. Die Autoren finden dafür viele prominente Beispiele von Menschen, die unbequem sind, aufbegehren und ihre Finger absichtlich in Wunden legen wie Petra Kelly, Kevin Kühnert, Werner Schulz, Marco Wanderwitz, Kristina Hänel, Anne Wizorek, Marie von Kuck, Heidi Reichinnek u.v.a. „Quertreiber“ haben bei uns keinen guten Ruf. Überall wird Anpassung verlangt. Die Autoren drehen den Spieß um. Sie zeigen anhand konkreter Fälle, warum es gefährlich ist, wenn niemand mehr den Mut hat, ‚Nein!‘ zu sagen und wie konstruktiver Ungehorsam geht. Sie rufen dazu auf, die Renitenz nicht den Rechten zu überlassen. Widerstand ja, aber fröhlich, nicht verbittert, fair, nicht fies! Eine Mischung aus Ratgeber, politischem Sachbuch und Streitschrift – mit Inspirationen für alle, die unzufrieden sind mit den aktuellen Zuständen und die glauben, dass wir es besser können.