Dieses Buch widmet sich einer Frau, die als Musikpädagogin, Frauenrechtlerin und Seminarleiterin für die Emanzipation von Privatmusiklehrerinnen kämpfte. Sie behauptete sich mit ihrem kleinen Seminar in der großen Berliner Landschaft von Konservatorien und Musikinstituten und wurde zur Initiatorin einer reformpädagogisch orientierten Lehrerausbildung. Ihr Engagement wurde zeitlebens vom Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen-Verein unterstützt. Historisch stand Maria Leo lange im Schatten Leo Kestenbergs. In diesem Werk werden ihre bedeutenden Beiträge zur musikalischen Bildung und Ausbildung, zunächst für Frauen und später auch für Männer in der Weimarer Republik, umfassend dargestellt und in den Kontext der damaligen fachpolitischen und sozialpolitischen Entwicklungen eingeordnet. Maria Leo setzte sich für einen Unterricht ein, der auf umfassender musikalischer Bildung basiert und Musik erlebbar macht. Zudem kämpfte sie um die soziale Absicherung der Privatmusiklehrerinnen. Die Darstellung ihrer Lebensgeschichte sowie die Diskussion ihrer Kämpfe und Ideen sind auch heute von Relevanz. Ulrich Mahlert beschreibt das Buch als ein profundes Werk ersten Ranges, das die bisher kenntnisreichste und differenzierteste Darstellung zur Geschichte der Ausbildung für musikpädagogische Berufe bietet.
Anna-Christine Rhode-Jüchtern Book order (chronological)


- 2021
- 1997
Kundry und Stella
Offenbach contra Wagner
Richard Wagner (1813-1883) quälte sich zwanzig Jahre lang, noch kurz vor seinem Tod, mit der Konzeption der Frauengestalt ‚Kundry‘ in seinem Opus ultimum Parsifal. In Kundry fokussiert sich Wagners verblendete Vorstellung von der hysterischen, jüdischen und mythischen Frau. Jacques Offenbach (1819-1880) beschäftigte sich zur selben Zeit, ebenfalls in seinem Opus ultimum, mit dem Frauenbild seiner Zeit. Musikalisch zeichnet er die Figur der ‚Stella‘ in Hoffmanns Erzählungen als seelenlose, ehrgeizige, kurtisanenhafte Frau und entlarvt damit eine zentrale Projektion der bürgerlichen Gesellschaft. Die musikwissenschaftliche Analyse weist nach, daß in ‚Kundry‘ und ‚Stella‘ zwei grundverschiedene musikdramatische Positionen gipfeln. Zugleich werden die Frauenbilder der beiden Komponisten und ihrer Zeit neu bestimmt.