Bald
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Anfang 1988 werden Stephan Krawczyk und Freya Klier verhaftet und in den Westen abgeschoben. Was zu dieser Zeit allerdings noch niemand ahnte: Der Keim für den öffentlichen Widerstand war gelegt und wuchs unaufhaltsam – bis zum Herbst 1989. Poetisch erzählt Stephan Krawczyk von seiner Ankunft in Westdeutschland, von den Überraschungen, die er als gelernter DDR-Bürger, aber auch als Prominenter dort erlebt, von der freien Welt und der eigenen Freiheit. Am 2. Dezember 1989 darf Krawczyk zum ersten Mal wieder in die DDR einreisen. Dort beendet er seine Zeitreise – als ein Anderer in einem veränderten Land. Der literarische Blick des ausgebürgerten Ostdeutschen auf die alte Bundesrepublik und die Spiegelung einer zerfallenden DDR in der anscheinend makellosen Fassade des Westens lassen Krawczyks Zeitreise zu einem außergewöhnlichen Bericht über die jüngere deutsche Geschichte werden.
In »Augenhöhe« begleitet der alleinerziehende Vater Stephan Krawczyk seinen Sohn, dessen Beobachtungen seinen Blick verändern. Die Erzählung beginnt zornig und endet zärtlich. Die 2. Auflage korrigiert redaktionelle Fehler der 2020 erschienenen 1. Auflage.
Berichte vom Widerstehen in der DDR
Betrachtungen
Sie treffen in einer Kneipe aufeinander und es kommt fast zur Schlägerei. Weil Klemens, der junge Neonazi, das Wort „Deutschmann“ aus der Unterhaltung zweier Freunde am Nachbartisch missversteht. Und weil einer der beiden Freunde, der Ich-Erzähler, dem gewaltbereiten Blick des angetrunkenen Deutschtümlers nicht ausweicht. Stephan Krawczyk, Schriftsteller, Liedermacher, Regimekritiker der DDR, entwickelt aus dieser Szene die Geschichte eines jungen Mannes aus Ost-Berlin, dessen Mutter früh starb und der bis zu seinem zwölften Lebensjahr im Kinderheim aufwächst und eines Tages auf der Suche nach Anerkennung und Autorität auf eine Wehrsportgruppe trifft.