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Der Widerstreit

Übersetzt von Joseph Vogl. Mit einer Bibliographie zum Gesamtwerk Lyotards von Reinhold Clausjürgens. 2. Auflage

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Der Streit, von dem Lyotard spricht, ist ein "Widerstreit" zwischen ungleichförmigen Diskursarten, zwischen Sätzen, die verschiedenen heterogenen Regelsystemen angehören Argumetieren, Erkennen, Beschreiben, Erzählen, Fragen, Befehlen usw. "Der Begriff des Streits bezeichnet eine ontologische Situation des richterlichen Urteilens. Richterlich, insofern der Richter angesichts der von jeder Partei vorgebrachten Beweisführung nicht entscheiden kann, denn er verfügt über keine Regel, die auf beide Fälle anwendbar wäre. [...] Er verhält sich so, als gebe es zwei Rechte und kein Meta-Recht" (Change International, 2/1984). Was sich hier abzeichnet, ist eine Philosophie der Diaspora, der Heterogenität von Diskursarten, die nicht ineinander übersetzbar sind. Ihr Kontext: "Die Sprachwende der abendländischen Philosophie (die letzten Werke Heideggers, das Eindringen anglo-amerikanischer Strömungen ins europäische Denken, die Entwicklung von Sprach-Technologien); im Verein damit der Niedergang der universalistischen Diskurse (der metaphysischen Doktrinen der Moderne: der Erzählung [récist] vom Fortschritt, vom Sozialismus, vom Überfluß, vom Wissen). Die Theorie-Müdigkeit und die elende Erschlaffung, die sie begleitet (Neo-dies, Neo-das, Post-dieses, Post-jenes). Die Stunde des Philosophierens."

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Der Widerstreit, Jean-François Lyotard, Reinhold Clausjürgens, Joseph Vogl

Language
Released
1989,
Book condition
Damaged
Price
€24.59

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4.6
Excellent
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Subtitle
Übersetzt von Joseph Vogl. Mit einer Bibliographie zum Gesamtwerk Lyotards von Reinhold Clausjürgens. 2. Auflage
Language
German
Publisher
Fink
Released
1989
Pages
333
ISBN10
377052599X
ISBN13
9783770525997
Series
First published
1983
Original title
Le différend
Rating
4.55 out of 5
Description
Der Streit, von dem Lyotard spricht, ist ein "Widerstreit" zwischen ungleichförmigen Diskursarten, zwischen Sätzen, die verschiedenen heterogenen Regelsystemen angehören Argumetieren, Erkennen, Beschreiben, Erzählen, Fragen, Befehlen usw. "Der Begriff des Streits bezeichnet eine ontologische Situation des richterlichen Urteilens. Richterlich, insofern der Richter angesichts der von jeder Partei vorgebrachten Beweisführung nicht entscheiden kann, denn er verfügt über keine Regel, die auf beide Fälle anwendbar wäre. [...] Er verhält sich so, als gebe es zwei Rechte und kein Meta-Recht" (Change International, 2/1984). Was sich hier abzeichnet, ist eine Philosophie der Diaspora, der Heterogenität von Diskursarten, die nicht ineinander übersetzbar sind. Ihr Kontext: "Die Sprachwende der abendländischen Philosophie (die letzten Werke Heideggers, das Eindringen anglo-amerikanischer Strömungen ins europäische Denken, die Entwicklung von Sprach-Technologien); im Verein damit der Niedergang der universalistischen Diskurse (der metaphysischen Doktrinen der Moderne: der Erzählung [récist] vom Fortschritt, vom Sozialismus, vom Überfluß, vom Wissen). Die Theorie-Müdigkeit und die elende Erschlaffung, die sie begleitet (Neo-dies, Neo-das, Post-dieses, Post-jenes). Die Stunde des Philosophierens."