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Nannerl Mozart

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  • 382 pages
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Die Geschwister Mozart lebten in einer Zeit großer Umbrüche und Veränderungen. Während die Emanzipationsbewegungen des Bürgertums aufgeklärtes Gedankengut und neue Lebensentwürfe für den Mann eröffnen, wird die Frau kulturell »ausgebürgert«. Wolfgang befreit sich vom väterlichen Zwang und geht in Wien eigene Wege, die ihn auf die höchsten Höhen der musikalischen Welt führen, derweil seine Schwester Nannerl im Salzburger Elternhaus das Gesinde beaufsichtigt und Hausmusik pflegt. Als die Dreiunddreißigjährige einen Witwer heiratet, muß sie beweisen, daß sie eine »virgo intacta« ist: Der für Frauen geltende Tugendbegriff spricht ihr Sinnlichkeit und Lebendigkeit ab. Alle Eigenschaften, die zum künstlerischen Schaffen notwendig sind: Freiräume, Lebenserfahrung, öffentliche Anerkennung und berufliche Tätigkeit, sind ihr als Frau verwehrt; jedes Aufbegehren ist von vornherein ausgeschlossen. Während Nannerl auf eine eigene Lebensgestaltung verzichtet, nimmt Wolfgang den Kampf gegen die väterliche Autorität und gegen die Enge seiner bisherigen Existenz erfolgreich auf. Die Musikgeschichtsschreibung hat diese so unterschiedlichen Lebenswege von Mann und Frau als naturgegeben hingenommen. Nannerls angebliche Opferhaltung wird gelobt, doch gilt sie auch als »kleinlich, selbstsüchtig, farblos, gekränkt, engherzig und verbittert«, als das »ewige gehorsame kleine Mädchen«.

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Nannerl Mozart, Eva Rieger

Language
Released
2005
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(Hardcover)
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3.5
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Language
German
Authors
Eva Rieger
Publisher
Insel-Verl.
Released
2005
Format
Hardcover
Pages
382
ISBN10
3458172661
ISBN13
9783458172666
Series
Original title
Nannerl Mozart
Rating
3.5 out of 5
Description
Die Geschwister Mozart lebten in einer Zeit großer Umbrüche und Veränderungen. Während die Emanzipationsbewegungen des Bürgertums aufgeklärtes Gedankengut und neue Lebensentwürfe für den Mann eröffnen, wird die Frau kulturell »ausgebürgert«. Wolfgang befreit sich vom väterlichen Zwang und geht in Wien eigene Wege, die ihn auf die höchsten Höhen der musikalischen Welt führen, derweil seine Schwester Nannerl im Salzburger Elternhaus das Gesinde beaufsichtigt und Hausmusik pflegt. Als die Dreiunddreißigjährige einen Witwer heiratet, muß sie beweisen, daß sie eine »virgo intacta« ist: Der für Frauen geltende Tugendbegriff spricht ihr Sinnlichkeit und Lebendigkeit ab. Alle Eigenschaften, die zum künstlerischen Schaffen notwendig sind: Freiräume, Lebenserfahrung, öffentliche Anerkennung und berufliche Tätigkeit, sind ihr als Frau verwehrt; jedes Aufbegehren ist von vornherein ausgeschlossen. Während Nannerl auf eine eigene Lebensgestaltung verzichtet, nimmt Wolfgang den Kampf gegen die väterliche Autorität und gegen die Enge seiner bisherigen Existenz erfolgreich auf. Die Musikgeschichtsschreibung hat diese so unterschiedlichen Lebenswege von Mann und Frau als naturgegeben hingenommen. Nannerls angebliche Opferhaltung wird gelobt, doch gilt sie auch als »kleinlich, selbstsüchtig, farblos, gekränkt, engherzig und verbittert«, als das »ewige gehorsame kleine Mädchen«.