Explore the latest books of this year!
Bookbot

Metrologien

Zur Wissenschaftsgeschichte einer Infrastruktur

More about the book

Messung ist niemals neutral. Äquivalenzbildungsprozesse waren jedoch Gegenstand avancierter historischer Debatten. Der unscheinbare Metallkörper des Urkilogramms in Paris entfaltete im späten 19. Jahrhundert eine fast unsichtbare Weltgeltung. Was aber bewirkt dieses imposante Gebäude einer metrischen Infrastruktur, etwa in den deutschen Kolonien im Pazifik? Entschlüsselt man den konkreten Gebrauch der Maße, so führt der Weg oft in den Bereich des Tausches. Während aber dem Geld bereits zahlreiche Studien gewidmet wurden, so steht eine Analyse der Metrologie noch aus. Dabei sind es gerade die Geistes-, Sozial- und Kolonialwissenschaften dieser Zeit, die entscheidende Bausteine für das Verständnis von Quantifizierungsregimen liefern. Die Rechtsgeschichte diskutiert beispielsweise die Bedeutung dichter und relationaler Maße in Agrargesellschaften. Die Altertumswissenschaften untersuchen die Rolle von Messung in der Haushaltung. Die kolonialen Verwaltungswissenschaften stoßen auf Naturalwährungen, die politische Prozesse quantifizieren, und verdrängen systematisch existierende Standards. Die Wirtschaftswissenschaften hingegen verhandeln Naturaltausch während der Kriege neu, während die Versorgung in Europa fast flächendeckend den Metriken der Rationierung anvertraut worden war.

Book purchase

Metrologien, Anna Echterhölter

Language
Released
2023
We’ll email you as soon as we track it down.

Payment methods

No one has rated yet.Add rating

Title
Metrologien
Subtitle
Zur Wissenschaftsgeschichte einer Infrastruktur
Language
German
Publisher
Wallstein
Released
2023
ISBN10
3835354426
ISBN13
9783835354425
Series
Description
Messung ist niemals neutral. Äquivalenzbildungsprozesse waren jedoch Gegenstand avancierter historischer Debatten. Der unscheinbare Metallkörper des Urkilogramms in Paris entfaltete im späten 19. Jahrhundert eine fast unsichtbare Weltgeltung. Was aber bewirkt dieses imposante Gebäude einer metrischen Infrastruktur, etwa in den deutschen Kolonien im Pazifik? Entschlüsselt man den konkreten Gebrauch der Maße, so führt der Weg oft in den Bereich des Tausches. Während aber dem Geld bereits zahlreiche Studien gewidmet wurden, so steht eine Analyse der Metrologie noch aus. Dabei sind es gerade die Geistes-, Sozial- und Kolonialwissenschaften dieser Zeit, die entscheidende Bausteine für das Verständnis von Quantifizierungsregimen liefern. Die Rechtsgeschichte diskutiert beispielsweise die Bedeutung dichter und relationaler Maße in Agrargesellschaften. Die Altertumswissenschaften untersuchen die Rolle von Messung in der Haushaltung. Die kolonialen Verwaltungswissenschaften stoßen auf Naturalwährungen, die politische Prozesse quantifizieren, und verdrängen systematisch existierende Standards. Die Wirtschaftswissenschaften hingegen verhandeln Naturaltausch während der Kriege neu, während die Versorgung in Europa fast flächendeckend den Metriken der Rationierung anvertraut worden war.