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Das Nibelungenlied 1

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  • 304 pages
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Das Nibelungenlied wurde als literarisches 'Urbild reiner echter Deutschheit' in der deutschen National-Pädagogik hochgehalten. Im 19. Jahrhundert diente es der Befriedigung patriotischer Gefühle und half nach der gescheiterten Revolution von 1848 dem Bürgertum, seine Ohnmacht gegenüber dem Staat zu kompensieren. Unter dem Nationalsozialismus wurde es zur Stützung eines blinden Gefolgschaftskultes instrumentalisiert. Helmut Brackert, Professor für deutsche Philologie an der Universität Frankfurt und ausgewiesener Kenner des Nibelungenliedes, setzt sich im Nachwort und Anhang dieser Ausgabe kritisch mit seiner Rezeption auseinander. Er plädiert für eine neue, texttreue Übersetzung, die neue Verständnisweisen eröffnet: Das Werk bietet die Chance, die Geschichtlichkeit des eigenen Standorts zu erkennen, indem es als Modell einer Literatur fungiert, die gesellschaftlich funktional ist und nicht durch eine absolut gesetzte Ästhetik vermittelt wird. Der historische Aussagewert des Nibelungenliedes wird deutlich, wenn die Figuren nicht als Individuen, sondern als Verkörperungen von Rollen betrachtet werden. Ihre Handlungen und Entscheidungen sind durch ihre gesellschaftliche Position um 1200 geprägt. Ein umfangreicher Anhang mit Anmerkungen, Worterklärungen und bibliographischen Hinweisen ergänzt diese Ausgabe. Der zweite Teil des Nibelungenliedes, ebenfalls von Brackert übersetzt, folgt denselben Editionsprinzipien.

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Das Nibelungenlied 1, Helmut Brackert

Language
Released
1984
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(Paperback)
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3.9
Very Good
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Language
German
Released
1984
Format
Paperback
Pages
304
ISBN10
3596260388
ISBN13
9783596260386
Series
Rating
3.85 out of 5
Description
Das Nibelungenlied wurde als literarisches 'Urbild reiner echter Deutschheit' in der deutschen National-Pädagogik hochgehalten. Im 19. Jahrhundert diente es der Befriedigung patriotischer Gefühle und half nach der gescheiterten Revolution von 1848 dem Bürgertum, seine Ohnmacht gegenüber dem Staat zu kompensieren. Unter dem Nationalsozialismus wurde es zur Stützung eines blinden Gefolgschaftskultes instrumentalisiert. Helmut Brackert, Professor für deutsche Philologie an der Universität Frankfurt und ausgewiesener Kenner des Nibelungenliedes, setzt sich im Nachwort und Anhang dieser Ausgabe kritisch mit seiner Rezeption auseinander. Er plädiert für eine neue, texttreue Übersetzung, die neue Verständnisweisen eröffnet: Das Werk bietet die Chance, die Geschichtlichkeit des eigenen Standorts zu erkennen, indem es als Modell einer Literatur fungiert, die gesellschaftlich funktional ist und nicht durch eine absolut gesetzte Ästhetik vermittelt wird. Der historische Aussagewert des Nibelungenliedes wird deutlich, wenn die Figuren nicht als Individuen, sondern als Verkörperungen von Rollen betrachtet werden. Ihre Handlungen und Entscheidungen sind durch ihre gesellschaftliche Position um 1200 geprägt. Ein umfangreicher Anhang mit Anmerkungen, Worterklärungen und bibliographischen Hinweisen ergänzt diese Ausgabe. Der zweite Teil des Nibelungenliedes, ebenfalls von Brackert übersetzt, folgt denselben Editionsprinzipien.