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Kritik der öffentlichen Meinung

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Mit seiner „Kritik“ hat Tönnies eine der umfassendsten Studien der „angewandten“ Soziologie vorgelegt, die mittlerweile als Klassiker im Bereich öffentlicher Meinung gilt. Während er in „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887) die Begriffsarchitektur seiner theoretischen Soziologie entwickelte, wird die „Kritik der öffentlichen Meinung“ (1922) als Musterbeispiel seiner angewandten Soziologie angesehen. Hier analysiert er die kommunikativ begleiteten Dynamiken des Werdens, Geworden-Seins und Vergehens sozialer Wesenheiten. In der modernen „Gesellschaft“ übernimmt die öffentliche Meinung die regulierende Kraft, die in der Vormoderne der Religion zukam. Tönnies vergleicht die öffentliche Meinung nicht nur mit der Religion, sondern auch mit der Stimmung. Während Volksstimmungen impulsiv und undifferenziert sind, zeichnet sich öffentliches Meinen durch Rationalität, Nachvollziehbarkeit und Kritikfähigkeit aus. Er unterscheidet zwei Ausprägungen der öffentlichen Meinung: die Pluralität veröffentlichter Meinungen, die als „Konglomerat mannigfacher und widersprechender Ansichten“ erscheint, und die „einheitliche Potenz“, die den gemeinsamen Willen ausdrückt. Diese äußern sich in drei Aggregatzuständen, die er für soziale, politische und geistige Bereiche als luftartig, flüssig und fest präzisiert. Seine Argumentation ist in eine sprachanalytische Theorie der Zeichen- und Wortbedeutungen eingebettet.

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Kritik der öffentlichen Meinung, Ferdinand Tönnies

Language
Released
1981
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(Hardcover)
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4.0
Very Good
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Language
German
Released
1981
Format
Hardcover
Pages
595
ISBN10
3511100763
ISBN13
9783511100766
Series
Rating
4 out of 5
Description
Mit seiner „Kritik“ hat Tönnies eine der umfassendsten Studien der „angewandten“ Soziologie vorgelegt, die mittlerweile als Klassiker im Bereich öffentlicher Meinung gilt. Während er in „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887) die Begriffsarchitektur seiner theoretischen Soziologie entwickelte, wird die „Kritik der öffentlichen Meinung“ (1922) als Musterbeispiel seiner angewandten Soziologie angesehen. Hier analysiert er die kommunikativ begleiteten Dynamiken des Werdens, Geworden-Seins und Vergehens sozialer Wesenheiten. In der modernen „Gesellschaft“ übernimmt die öffentliche Meinung die regulierende Kraft, die in der Vormoderne der Religion zukam. Tönnies vergleicht die öffentliche Meinung nicht nur mit der Religion, sondern auch mit der Stimmung. Während Volksstimmungen impulsiv und undifferenziert sind, zeichnet sich öffentliches Meinen durch Rationalität, Nachvollziehbarkeit und Kritikfähigkeit aus. Er unterscheidet zwei Ausprägungen der öffentlichen Meinung: die Pluralität veröffentlichter Meinungen, die als „Konglomerat mannigfacher und widersprechender Ansichten“ erscheint, und die „einheitliche Potenz“, die den gemeinsamen Willen ausdrückt. Diese äußern sich in drei Aggregatzuständen, die er für soziale, politische und geistige Bereiche als luftartig, flüssig und fest präzisiert. Seine Argumentation ist in eine sprachanalytische Theorie der Zeichen- und Wortbedeutungen eingebettet.