Egon Schiele
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Rabenjagd
Vincent van Gogh wird nur 37 Jahre alt. Lediglich die letzten 10 Jahre seines Lebens arbeitet er als Maler.Ein entbehrungsreiches Leben treibt ihn durch die Niederlande, Belgien, England und Frankreich. Mit seinen Kollegen Cezanne, Toulouse-Lautrec und Gauguin gilt van Gogh heute als wichtigster Vertreter des Expressionismus. Der vorliegende Comic-Kurzführer, an van Goghs treffsichere Skizzentechnik angelehnt, zeichnet die wichtigsten Stationen seines Lebens nach.
Die Paranoia-Methode
Seit zwei Jahrzehnten textet und zeichnet Willi Blöss Künstler-Porträts (aktuell: 32 Titel; Deutscher Biografiepreis 2012). Hintergrund für die vorliegende Ausgabe im Hardcover-Großformat ist die Idee, die Titel, die zunächst in einer von Blöss herausgegebenen Pocket-Heftreihe erscheinen, nun auch in einer bibliothekstauglichen Aufmachung zu würdigen.
Mit weniger als 30 Bildern erweist sich der Maler Hieronymus Bosch (1450-1516) als virtuoser Chronist eines zu Ende gehenden Zeitalters, das spätere Generationen als Finsteres Mittelalter bezeichnen werden. Vom Werk des Künstlers inspiriert, erschufen Willi Blöss und Thomas Thiesen eine eindrucksvolle Comic-Biografie.
Die Sammlerin
Die Brücke
und die Tote aus dem Fluss
Als „Mann der Tat“ wurde Claude Monet zum Kopf der Impressionisten. In seiner Reihe „Comic-Biografie“ präsentiert der Zeichner und Autor Willi Blöss das Leben des französischen Malers als grafisches Erlebnis.
Der französische Maler Paul Gauguin lebte von 1848 bis 1903. Wie sein Kumpel Vincent van Gogh überwand er den Impressionismus und inspirierte spätere Expressionisten wie Picasso, Matisse oder Franz Marc. Berühmt wurde Gauguin durch seine Südseebilder mit den freizügigen Abbildungen von Tahitianerinnen und Javanerinnen und durch seinen Lebenswandel, der gesellschaftliche Konventionen ignorierte. In Frankreich ließ er seine Frau mit 5 Kindern zurück, um in der Südsee sein Glück zu finden. Den Traum vom einfachen Leben im Einklang mit der Natur verwirklichen konnte er allerdings nur auf der Leinwand. Mit ruinierter Gesundheit und unter erbärmlichen Bedingungen starb er mit 54 Jahren an einer Überdosis Morphium, kurz bevor man ihn verhaften wollte.
Die japanische Malerin Yayoi Kusama, die am 22. März 2024 ihren 95. Geburtstag feierte, ist bekannt für ihre Punktmuster (dots), mit denen sie Leinwände, Skulpturen, Menschen, Tiere oder Louis-Vuitton-Handtaschen verziert. Der Andrang in Museen mit von ihr gestalteten spacigen Spiegelräumen ist oft so groß, dass der Aufenthalt auf 30 Sekunden pro Besucher beschränkt werden muss. In den 1960er-Jahren betrieb sie in New York Body-painting-Studios, in denen man nackte Modelle bemalen durfte. Wegen des schlechten Benehmens japanischer Geschäftsleute verwehrte sie Ihren Landsleuten allerdings den Zutritt. In seiner 40. Comic-Biografie bietet Texter und Zeichner Willi Blöss einen rasanten Überflug zum Leben der Künstlerin, die sich mit 48 Jahren in eine Psychiatrie einweisen ließ und seitdem von dort aus die Welt an ihrer Therapie durch Kunstaktionen teilhaben lässt.
Die bereits 2002 entstandene Comic-Biografie zu Leben und Werk des1987 verstorbenen »Chronisten der Konsumgesellschaft«. Andy Warhol erklärte Verpackungen, Starfotos und Zeitungsseiten zu Kunstwerken und vermarktete diese erfolgreich als Siebdruckserien. 1968 wurde er niedergeschossen und schwer verletzt. Sein aufregendes Leben, die Skandale und Triumphe hielt Annette Schulze-Kremer zeichnerisch fest. Mit ihrem Strich orientierte sie sich an Mort Drucker, einem Zeichner der 60er-Jahre Kultzeitschrift MAD und somit an Warhols Epoche. Recherche, Text und Skribbles stammen von Willi Blöss, der hier, wie bei 5 anderen Titel zu Beginn seiner Reihe, noch mit anderen Zeichnern zusammenarbeitete, die sich jedoch bald anderen Projekten zuwandten. Mit den nächsten weit über 30 Titeln bewies Blöss eindrucksvoll, dass er den Abwechslungsreichtum der Reihe auch selbst garantieren kann.
Eine Comic-Biografie über Artemisia Gentileschi (sprich: »Dschentileski«, 1593–1653), eine Malerin aus dem Zeitalter des Barock, Zeitgenossin von Rubens, Rembrandt, Velazquez oder Caravaggio. Eine der ersten Frauen, die sich in der von Männern dominierten Kunstszene behauptete. Ihr Hauptwerk »Judith enthauptet Holofernes« malte sie mit 19 Jahren, unmittelbar nach dem Prozess gegen ihren Vergewaltiger. Energisch, wenngleich nicht ganz so erfolgreich wie die Protagonistin des Gemäldes hatte sie sich ihrem Angreifer widersetzt. Anhand des Bildes verstand man, was sie gerne gemacht hätte. Die Frauenbewegung des 20. Jahrhunderts feierte das Gemälde als frühes Beispiel einer wehrhaften Frau.
Vielleicht der wichtigste der inzwischen über 40 Titel, der ganz am Anfang der Reihe »Comic-Biografie« von Willi Blöss stand. Nicht nur wegen der umstrittenen deutschen Künstlerkoryphäe Beuys und weil hier einem Comic gelang, was an vielen Texten vorher vermisst wurde: eine sowohl kurzweilige als auch informative Darstellung eines komplizierten Künstlerlebens. Das verlangte sogar Kunstexperten Respekt ab. Wichtig auch, weil dies für Blöss der Anstoß war, mit der Idee in Serie zu gehen, woraus sich eine der erstaunlichsten Reihen der deutschen Comic-Branche entwickelte. Neben »Beuys«, dem einzigen Beitrag des Zeichners Bernd Jünger zur Reihe, realisierte Blöss am Anfang 5 weitere Comic-Biografien in Zusammenarbeit mit Zeichnern, bevor er bei den nächsten 37 Titeln Text und Grafik komplett alleine übernahm.
1949 versuchte der 20-jährige Österreicher Fritz Stowasser während einer Italienreise, Russisch zu lernen, und ihm fiel auf, dass »sto« hundert bedeutet. Von da an nannte er sich Hundertwasser. Erst später erfuhr er, dass »Stowasser« gemäß eines Tiroler Dialekts »stehendes Wasser« bedeutet, was er jedoch ignorierte. Neben der Malerkarriere mit naiv ornamentalen Bildern trat er 1972 als »Architekturdoktor« in Erscheinung. Er forderte das »Fensterrecht«: Jeder Mieter sollte seine Fassade so weit gestalten dürfen, wie sein Arm reicht. 1973 machte er es dem Zivilisationsflüchtling Gauguin nach und brach auf Richtung Südsee. Auf seinem Grab auf seiner Farm in Neuseeland wächst nach seinem Wunsch ein Tulpenbaum »anstelle eines Grabsteins. So sterben die Menschen nicht, sondern verwandeln sich in Bäume.«
Allein
Der Blaue Reiter ritt nicht lange. Zwei Ausstellungen (1911 und 1912) und die Herausgabe eines Jahrbuches, des berühmten Almanachs von 1912, waren das Ergebnis der grenzüberschreitenden Kunstinitiative. Die Beteiligten beschritten bereits wieder eigene Wege, als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Mit tödlicher Gewalt zerstörte der Krieg die ohnehin vagen Hoffnungen auf eine Wiederbelebung ein für alle Mal. 1957 vermachte Gabriele Münter ihre in Murnau versteckt gehaltene Blaue Reiter-Sammlung dem Münchner Lenbachhaus und sorgte damit für eine Sensation. Mit einem halben Jahrhundert Verspätung setzte der Beifall ein.+ Die Blauen Reiter: Wassily Kandinsky Marianne Werefkin Alexej Jawlensky Gabriele Münter August Macke Franz Marc Seit zwei Jahrzehnten textet und zeichnet Willi Blöss Künstler-Porträts (aktuell: 32 Titel; Deutscher Biografiepreis 2012). Hintergrund für die vorliegende Ausgabe im Hardcover-Großformat ist die Idee, die Titel, die zunächst in einer von Blöss herausgegebenen Pocket-Heftreihe erscheinen, nun auch in einer bibliothekstauglichen Aufmachung zu würdigen.