Die Andere Bibliothek - 428: Der fremde Ferdinand
Märchen und Sagen des unbekannten Grimm-Bruders
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Die Brüder Grimm sind bekannt, doch ihr Bruder Ferdinand, der eigene Fabeln und Märchen sammelte, ist in Vergessenheit geraten. Als das „schwarze Schaf“ der Familie starb er im Alter von 55 Jahren einsam und verarmt. Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz beleuchten in ihrer Untersuchung die unbekannten Aspekte der Familie Grimm und entdecken Ferdinand, der als Unglücksrabe unter seinen Geschwistern galt. Geboren 1790 in Hanau, war er der bunte Vogel unter den sechs Geschwistern, der sich der Literatur und Volkserzählungen widmete. Trotz seiner Kenntnisse und wunderbaren Briefe blieben Jacob und Wilhelm die prominenten Brüder, während Ferdinand an Geldmangel und dem fehlenden Eifer litt. Sie unterstützten ihn zwar finanziell, gaben ihm jedoch auch strenge Ratschläge. Ferdinand half seinen Brüdern beim Sammeln von Sagen und Märchen, war jedoch ein eigenbrötlerischer Sammler, der direkt zu den Menschen ging und ihnen zuhörte. Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte er drei Anthologien, um seinen Brüdern nicht in die Quere zu kommen. Das Buch versammelt nun unbekannte Sagen, Märchen, Briefe und einen biographischen Essay, der Ferdinand die Anerkennung zuteilwerden lässt, die ihm lange verwehrt blieb.

